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Transformatorenwerk Oberschöneweide

Nutzungsgeschichte

Bildvergrößerung: eingebauter Brunnenschacht
Eingebauter Brunnenschacht
Bild: Büro f. Umweltplanung, Berlin

Das heute im Besitz der Toruro GmbH & Co. KG befindliche Grundstück wurde seit 1899 intensiv – bis 1996 im wesentlichen als Transformatorenwerk (Großtransformatoren, Leistungsschalter/-trenner) – industriell genutzt.

  • 1899-1921: Deutsche Niles-Werke,
  • 1921-1945: AEG Transformatorenwerk,
  • 1945-1989: VEB TRO Karl Liebknecht,
  • 1990-1996: AEG TRO GmbH,
  • 1997-2006: TRO Verwaltungsgesellschaft mbH

Schadenssituation

Bildvergrößerung: eingebauter Brunnenschacht
Eingebauter Brunnenschacht
Bild: Büro f. Umweltplanung, Berlin

Kennzeichnend für das Grundstück war eine großflächige (ca. 10.000 m²), dem Grundwasser aufschwimmende bis 50 cm mächtige Ölphase. Neben der damit verbundenen z.T. extremen Belastung des Grundwassers durch MKW wurden auch Verunreinigungen durch PCB, Tenside sowie lokal durch LCKW und Phenole nachgewiesen. Auch innerhalb der ungesättigten Bodenzone sind in den Eintragsbereichen entsprechende Belastungen festgestellt worden.

Gefahrenabwehr- und Sanierungsmaßnahmen

Bildvergrößerung: Trennung Öl-Wasser-Gemisch
Trennung Öl-Wasser-Gemisch
Bild: Büro f. Umweltplanung, Berlin

Hauptziel der Sanierungsmaßnahmen war die Beseitigung der aufschwimmenden Ölphase mittels aktiver Entnahmesysteme. Als unterstützende Maßnahmen wurden die Beseitigung der Bodenbelastungen in den Hochlast- bzw. Quellbereichen mittels Bodenaustausch, der Rückbau gefahrenträchtiger Altanlagensysteme sowie eine hydraulische Grundstückssicherung geplant und realisiert.

Erkundung

Bildvergrößerung: Bodensanierung, Nassaushub
Bodensanierung, Nassaushub
Bild: Büro f. Umweltplanung, Berlin

Seit 1991 erfolgten zunächst verschiedene Maßnahmen zur Altlastenerkundung der Umweltkompartimente Boden, Bodenluft und Grundwasser, die sich mit fortschreitendem Kenntnisstand auf die Eingrenzung lokaler Belastungsschwerpunkte beschränkten.

Bis Mai 2003 wurde ein Messstellennetz von rund 70 Einzelpegeln errichtet.

Grundwasser (Ölphasenabsaugung)

Bildvergrößerung: Kopflöcher Ölphasenabsaugung
Kopflöcher Ölphasenabsaugung
Bild: Büro f. Umweltplanung, Berlin

Seit Anfang 1996 erfolgte zunächst der Betrieb einer Ölphasensanierung und Abstromsicherung über insgesamt 6 Brunnen (SIP-EX-Verfahren) mit Abreinigung des geförderten Grundwassers über zwei, ab 2002 nur noch einer Grundwasseraufbereitungsanlage. Mit der Maßnahme wurde bis Mitte 2004 der Austrag von rund 60 m³ Ölphase erzielt.

Bildvergrößerung: Austrag Ölphase 1996 – 2004
Austrag Ölphase 1996 – 2004
Bild: Tauw GmbH, Berlin

Die Maßnahme wurde im August 2004 nach der Durchführung von Pilotversuchen durch die Aufnahme der Ölphasenabsaugung mittels Doppelstrangdrainagen aus 10 Brunnenschächten (DN 400/1.000) ersetzt. Die ausgetragenen Ölphasenmengen finden sich nachfolgend graphisch dargestellt. Insgesamt wurden in dem Zeitraum 2004 bis 2013 über 120 m³ Ölphase von der Grundwasseroberfläche entfernt.

In dem Zeitraum Ende 2013 / Anfang 2014 wurde die hydraulische Sicherungs-/ Sanierungsmaßnahme aufgrund deutlich zurückgegangener Schadstoffausträge und sinkender Ölphasenmächtigkeiten unterbrochen. Anhand monatlicher Messungen der Ölphasenstände wurde die Nachhaltigkeit des erreichten Sanierungserfolges festgestellt. Aufgrund der geringen Mobilität der dem Grundwasser aufsitzenden Leichtphase und unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit (Kosten/Nutzen) wurde die Maßnahme mit dem Rückbau der Grundwasserreinigungsanlage bis Ende 2014 endgültig abgeschlossen.

Bildvergrößerung: Austrag Ölphase 1996 – 2004
Austrag Ölphase 1996 – 2004
Bild: Tauw GmbH

Boden

In dem Zeitraum Mai 2001 bis Dezember 2003 erfolgte im Rahmen von Bodenaushubarbeiten bis ca. 7 m unter GOK (Ausführung als Nassbaggerung) sowie dem Anlegen von offenen Gräben und kleinflächigen Aushubbereichen (sogenannte Kopflöcher) die Bergung der aufschwimmenden Ölphase durch intervallmäßiges Absaugen (Trennung Öl-Wasser-Gemisch mittels spezieller Trenntechnik). Dabei wurden ca. 300 m³ Öl aus der grundwassergesättigten Bodenzone entfernt.

Perspektivisch/Geplant

Die weitere Nachsorge und Überprüfung des Sanierungserfolgs erfolgt mittels Untersuchungen (Ölphasenmessungen, Beprobung Grundwasser) an einer Auswahl von Grundwassermessstellen in den ehemaligen Schadenszentren sowie im nördlichen Abstrom des Grundstücks (Monitoring).

Aktuell wird der weitgehende Rückbau der Förderbrunnen und einer Vielzahl von Pegeln des bestehenden Messstellennetzes geplant.

Kosten

Die Gesamtkosten für die Bodensanierung belaufen sich auf ca. 5,1 Mio. € und für die Grundwasserwassersanierung auf 2,3 Mio. € (Ölphasenabsaugung 2004 – 2014 anteilig 350.000 €).

Zukünftige Nutzung

Seit 1996 wird das Grundstück durch Klein- und Mittelgewerbe mit Eventveranstaltungsräumlichkeiten und großflächigem Einzelhandel genutzt.