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Gemeinschaftsgärten in Berlin

In einem Gemüsebeet hockt eine kurzhaarige Frau hinter üppigen Pflanzen, an denen grüne Spitzpaprika hängen. Dahinter ist eine Reihe Lauch angepflanzt. Stroh liegt auf der Erde zwischen den Gemüsereihen. Umgeben von weiteren Gemüsesorten sprießen die grünen röhrenartigen Oberblätter vereinzelter Zwiebeln. Im Hintergrund ranken Bohnenpflanzen in die Höhe.
Vielfalt, produktives Grün und Naturerfahrung im Stadtgarten Lichtenberg.
Bild: Uta Zetek

Buntes Gärtnern in Berlin

Berlin gilt als Hauptstadt urbanen Gemeinschaftsgärtnerns. Seit den 1980er-Jahren wächst die Zahl derer, die in der Stadt produktive und grüne Orte schaffen. Die Gärten sind vielfältig. Die Palette reicht von Nachbarschaftsgärten und interkulturellen Gärten in den Kiezen (wie dem Lichtenberger Stadtgarten oder dem Charlottenburger Gemeinschaftsgarten Die Wilde 17) bis zu Selbsterntegärten am Stadtrand (wie dem Projekt bauerngarten).

Mehr Gemeinschaftsgärten heißt mehr Biodiversität

Gemeinschaftsgärten haben viele Funktionen. Sie sind Ort sozialen Austauschs und der Umweltbildung. Sie helfen, Ressourcen nachhaltiger zu nutzen. Vor allem aber tragen sie dazu bei, dass vielfältige und kleine Grünräume mit unterschiedlichsten Böden und Pflanzenwelten entstehen. Das fördert die Biodiversität. Für eine große Insektenvielfalt ist es zum Beispiel wichtig, dass ein ganzjähriges Nahrungsangebot durch Blüten und Früchte vorhanden ist. Außerdem stellen viele Gärtnerinnen und Gärtner Insektenhotels oder Brutkästen für Vögel auf und bieten so zusätzliche Rückzugsorte für die Tiere. Nicht zuletzt geht es beim Gärtnern um gute Erde und Böden. Ein reichhaltiges Vorkommen an Kleinstlebewesen wie Bakterien oder Würmern verspricht nicht nur reiche Ernte. Es ist auch ein Teil von Biodiversität.

Pflege alter Kultursorten

Bildvergrößerung: Eine Biene ist im Anflug auf eine herabhängende blau-violette Borretsch-Blüte. Von der Blütenmitte gehen sternförmig fünf spitz zulaufende zarte Kelchblätter ab. Weitere Blüten sind noch geschlossen. Auch sie hängen, an violetten Stängeln, nach unten und sind weiß behaart. Verschwommen im Hintergrund sind weitere blaue Borretschblüten und ein bepflanztes Beet des Gemeinschaftsgartens „himmelbeet“ auszumachen.
Blühender Borretsch im himmelbeet.
Bild: himmelbeet gGmbH

Viele, die in Berlin gärtnern, haben sich der Pflege alter Kultursorten verschrieben – und erhalten so die genetische Vielfalt. Ein Beispiel ist der Gemeinschaftsgarten himmelbeet im Stadtteil Wedding. In seinen Hochbeeten wird unter anderem die Speiserübe ‚Teltower Rübchen‘ oder die Gurke ‚Berliner Aal‘ angebaut. Außerdem wachsen hier Cosmea, Borretsch und Ringelblume. Das sind typische Kultursorten alter Bauerngärten, deren Blüten auch Wildbienen, Schmetterlingen & Co. reichlich Nahrung bieten.

Berlin fördert das urbane Gärtnern

Berlin will das Grün und das gemeinsame Gärtnern in der Stadt ausbauen und unterstützt deshalb seit 2019 insbesondere das gesellschaftliche Engagement in Gemeinschaftsgärten. Das Berliner Gemeinschaftsgarten-Programm ist in Arbeit. Es wird mit den Aktiven aus den Gemeinschaftsgärten entwickelt. Die Plattform Produktives Stadtgrün bündelt das Wissen zu Beteiligten und Orten, liefert wertvolle Informationen und vereinfacht den Austausch. Interessierte finden dort eine Karte, die zeigt, welche Gemeinschaftsgärten es gibt, und welcher in ihrer Nähe liegt.

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