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Lautstarke Hüpfer

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3
Bildvergrößerung: Ein großes Grünes Heupferd-Weibchen sitzt mit aufgerichteten Fühlern im Sonnenschein auf einem Stein. Sein etwa 40 Millimeter langer Körper ist hellgrün gefärbt, nur am Rücken hebt sich ein hellbrauner Längsstreifen ab. Das geschlechtsspezifische Merkmal ist die spitz zulaufende Legeröhre am Hinterleib. Die ebenfalls hellgrünen transparenten Flügel ragen etwas darüber hinaus. Die Heuschrecke hat drei Beinpaare, wovon die hinteren als kräftige Sprungbeine entwickelt sind. Der Gesang des Grünen Heupferds ist besonders markant.
Grünes Heupferd
Bild: Konrad Zwingmann

Die meisten Heuschrecken und Grillen Mitteleuropas besiedeln vor allem offene, weitgehend gehölzfreie Lebensräume. Viele Arten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Gestalt, sondern auch in ihren Lautäußerungen. Im Natur-Park Südgelände wurden bisher 16 verschiedene Heuschrecken- und Grillenarten nachgewiesen. Bemerkenswert ist das Vorkommen typischer Arten der Sandtrockenrasen, wie zum Beispiel des Heidegrashüpfers.

Bildvergrößerung: Auf einer gelben Sandstrohblume sitzt eine zu den Langfühlerschrecken gehörende Zartschrecke. Es ist ein Weibchen. Ihr kräftiger, hellgrüner etwa 15 Millimeter langer Körper ist mit winzigen dunklen Punkten übersät. Die sehr langen Fühler sind leicht nach vorn gebogen. Die kleinen runden Augen sind bernsteinfarben und haben einen pupillenähnlichen schwarzen Fleck. Das Insekt hat sehr kurze stummelförmige Flügel. Der kurze, leicht sattelförmige Hinterleib endet in einem auffälligen Legesäbel. Er ist abgeflacht und fast acht Millimeter lang.
Punktierte Zartschrecke
Bild: Sebastian Hennigs

Das Grüne Heupferd (siehe oben) und die Punktierte Zartschrecke (siehe rechts) sind auch im Stadtgebiet weit verbreitete Arten. Sie leben als erwachsene Tiere in Gehölzbeständen.

Bildvergrößerung: Auf der linken Bildseite sitzt eine weibliche Roesels Beißschrecke an einer blauen Blüte. Weitere blau-lila Blüten und der gelbe Hintergrund sind verschwommen. Die Tiere können bis zu 19 Millimeter lang werden und haben drei Beinpaare. Der Körper ist rotbraun gefärbt, die Halsschildseiten weisen eine charakteristische gelbe Zeichnung auf. Die braunen transparenten Flügel reichen nur bis zur Körpermitte. Die Heuschrecke hat sehr lange Fühler und kräftige Mundwerkzeuge.
Die Roesels Beißschrecke bewohnt gern Wiesen und ernährt sich vor allem von Gräsern.
Bild: Josef Vorholt

Bemerkenswert ist das Vorkommen der Gottesanbeterin, einer unter anderem aus dem Mittelmeerraum und in Süddeutschland bekannten Fangschreckenart. Sie hat sich inzwischen hier sowie auf dem angrenzenden Bahngelände im Berliner Stadtgebiet etabliert. Die Weibchen können bis zu 75 Millimeter lang werden, die Männchen sind deutlich kleiner.

Bildvergrößerung: Ein Weibchen sitzt auf einem verwelkten herabhängenden Zweig. Unscharf im Hintergrund fährt eine S-Bahn vorbei. Die besonderen Merkmale dieser Fangschrecke sind die zu kräftigen Fangbeinen entwickelten Vorderbeine, der dreieckige Kopf mit großen seitlich sitzenden Facettenaugen, ein langer Halsschild und ihr lang gestreckter sich nach hinten verdickender Körper. Lauernd hält das etwa fünf bis sieben Zentimeter lange Tier seine Vorderbeine angewinkelt, die beiden anderen sehr dünnen, langen Beinpaare dienen als Schreitbeine. Die Gottesanbeterin hat ihre Flügel angelegt.
Gottesanbeterin
Bild: Sebastian Hennigs

Heuschrecken

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3

Keine andere Insektengruppe lässt so viele verschiedene Gesänge erklingen.
Daran lassen sie sich wie Vögel erkennen. Die Lauterzeugung geschieht auf unterschiedliche Weise. Die Männchen markieren so ihr Revier und locken Weibchen an. Heuschrecken gibt es in verschiedenen Lebensräumen. Für die Arten sind weniger bestimmte Pflanzen, sondern mehr Eigenschaften der Umgebung wichtig. Sie können fliegen, ihre bevorzugte Fortbewegungsart ist das Klettern und Springen.

Heidegrashüpfer

Sie sind grün und braun gefärbt und an den auffälligen hellen Rändern am Halsschild erkennbar. Sie ernähren sich von verschiedenen Gräsern und Kräuterarten. Ihre Eier legen sie in die unteren Blattscheiden von Gräsern. Je nach Geschlecht werden sie 15-25 Millimeter groß.
Heuschrecken besitzen zwei Flügelpaare, die beim Flug unabhängig voneinander bewegt werden. Die Vorderflügel sind als Deckflügel meist schmal ausgebildet. Die Hinterflügel sind wesentlich größer und in Ruhestellung darunter wie ein Fächer gefaltet.

Bildvergrößerung: Ein Exemplar dieser mittelgroßen Feldheuschrecken sitzt auf einem Ast und zeigt das etwa 20 Millimeter lange Tier von der Seite. Sein helmartiger Kopf und der Halsschild sind leuchtend hellgrün, dagegen ist der der wulstig gegliederte Hinterleib unauffällig graubraun gefärbt. Am Kopf wölben sich die braun gesprenkelten Facettenaugen. Zwei feingliedrige Fühler ragen in die Höhe. Sie sind kürzer als der Körper. Im Vergleich zu den mächtigen Hinterbeinen sind die beiden vorderen Beinpaare zierlich. Sie sind braun und keulenförmig und haben an der Unterkante einen Sägekamm, der das charakteristische Zirpen erzeugt.
Heidegrashüpfer
Bild: Sebastian Hennigs

Gebärdenvideo „Heuschrecken“

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Formate: video/youtube

Lauterzeugung

Quelle: Lokaler Server
Formate: audio/mp3

Charakteristisch für den Heidegrashüpfer ist sein etwa 5 m weit hörbares auf- und absteigendes Sirren, das 10 bis 20s andauert. Der Grashüpfer benutzt dafür die Hinterbeine und Vorderflügel. Auf den Innenseiten der Oberschenkel seiner Sprungbeine liegt verborgen eine feine Struktur mit etwa 400 winzigen Zähnchen, die sogenannte Schrillleiste. Durch schnelle Auf- und Abbewegungen der Beine streicht er damit über eine Kante auf der Oberseite des Vorderflügels, die sogenannte Schrillkante. Diese Kante wird von einer hervorstehenden Flügelader gebildet. Beim Zirpen sind die Flügel leicht dachförmig aufgestellt und verstärken so den erzeugten Laut als Schalltrichter. Diese mechanische Lauterzeugung wird Stridulation genannt.