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Nachhaltige Wälder

Bildvergrößerung: Ein nur wenige Zentimeter großer Sprössling ragt aus dem lockeren Erdboden. Die schlanke Sprossachse der jungen Pflanze ist gerade und teilt sich im oberen Bereich in zwei Fortsätze. Daran wachsen je drei hellgrüne Blätter. Sie laufen spitz zu und werden in regelmäßigen Abständen von feinen Seitenrippen unterteilt. Vor dem unscharfen grünen Hintergrund mit grellen Lichtpunkten breiten sich Strahlenbündel der Sonne aus.
Sprössling im Sonnenlicht
Bild: amenic181 / fotolia.com

Wälder für immer für alle

Bauen für zukünftige Generationen

Nur wenn wir das, was wir verbrauchen auch ohne Raubbau an der Natur erzeugen, können wir die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten erhalten. Dazu bedarf es aber der Zusammenarbeit der gesamten Gesellschaft, z.B. durch die Einführung sogenannter Öko-Siegel.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaft, Konsumenten und öffentlicher Hand unter einem solchen Label ist der FSC ®.

"Wälder für immer für alle"

So lautet das Motto des Forest Stewardship Council. Der FSC ® wurde 1993 gegründet und setzt sich seitdem in über 80 Ländern dafür ein, dass unsere Wälder auch für unsere Kinder und Kindeskinder erhalten bleiben – jetzt und für immer! Für den FSC ® heißt das, dass der Umgang mit dem Wald auf drei Ebenen nachhaltig sein muss: Ökologisch, sozial und ökonomisch.

Wie funktioniert der FSC®?

Unter dem internationalen Siegel des FSC ® müssen Unternehmen und Organisationen, die Wälder bewirtschaften oder Waldprodukte verarbeiten, zehn universell gültigen Prinzipien folgen.

So wurde festgelegt, dass die biologische Vielfalt und alles, was damit zusammenhängt, d. h. der Wasserhaushalt, Böden, spezielle Ökosysteme und Landschaften, also auch die Unversehrtheit des Waldes als Ganzes, erhalten werden muss.

Berlins Wälder sind schon seit Juni 2002 FSC®-zertifiziert

Die Berliner Forsten verwalten Wälder mit einer Fläche von 28.500 Hektar. Etwa 16.000 Hektar befinden sich innerhalb Berlins. Weitere 12.500 Hektar Wald besitzt Berlin auf angrenzenden Flächen in Brandenburg. Berlin zählt damit zu den waldreichsten Metropolen Europas. Und da die Menschen der Stadt ihre Wälder mögen und sie am liebsten möglichst gesund, natürlich und vielfältig sehen möchten, werden etwa 25.000 Hektar des Berliner Waldes bereits seit 15 Jahren nach den Richtlinien des FSC ® und des Naturland-Verbandes bewirtschaftet.

Dies bedeutet vor allem die Einhaltung der folgenden Richtlinien:

  • nachhaltige Entwicklung des Berliner Waldes unter Berücksichtigung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Interessen
  • Nutzung der Naturkräfte und Lernen von der Natur,
  • Dokumentation der Waldentwicklung für alle Interessierten,
  • wertschöpfende Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes “Holz”.
Und im Einzelnen für den Waldbau:
  • Naturverjüngung hat Vorrang vor Pflanzung,
  • Förderung heimischer Baumarten,
  • Aufbau strukturreicher Mischwälder,
  • Verzicht auf Chemikalien wie Pestizide und Düngemittel,
  • Regulierung des Wildbestandes auf ein waldverträgliches Maß.

Für die Holzernte bedeutet das:

  • Ernte einzelner Bäume,
  • Verzicht auf Kahlschläge,
  • schonender Umgang mit dem Waldboden.
Für den Naturschutz bedeutet das:
  • Erhaltung und Förderung der naturraumtypischen biologischen Vielfalt,
  • Schutz seltener, gefährdeter sowie gesetzlich geschützter Arten und deren Lebensräume,
  • Erhaltung und Förderung gesetzlich besonders geschützter Biotope,
  • Erhalt von Biotop- und Totholz.

Die Einhaltung der Richtlinien wird regelmäßig von externen Fachleuten überprüft.

Ein Zehntel des gesamten Waldes darf darüber hinaus überhaupt nicht genutzt werden, damit man sehen und vergleichen kann, wie sich der Wald ohne die menschliche Einwirkung von alleine entwickeln würde.

Was tut Berlin?

Das Land Berlin achtet sehr genau darauf, dass beim Bau ausschließlich Holz und Holzprodukte aus nachweislich legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung verwendet werden.

Alle vom Land Berlin beauftragten Betriebe, die mit Holz arbeiten, müssen mit dem entsprechenden Siegel ausgezeichnet sein – vom Sägewerk bis zum Tischler.

Wie es in Berlin üblich und auch gesetzlich vorgeschrieben ist, wird hier ausschließlich FSC ® -zertifiziertes Holz von FSC ® -zertifizierten Betrieben verwendet.

Was kann ich tun?

Jeder kann beim Kauf von Produkten auf Öko-Siegel achten. Bei Holz und Holzprodukten (z.B. Papier) garantieren Siegel wie das des FSC ®, dass die Produkte aus verantwortungsvoll genutzten Wäldern stammen – der Vielfalt unserer Wälder zuliebe