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Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption

Die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption
Die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption
Bild: SenUVK

Was ist die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption?

Bildvergrößerung: Park am Gleisdreieck: Befestigte Flächen zu entsiegeln steigert den ökologischen Wert von Freiflächen.
Park am Gleisdreieck: Befestigte Flächen zu entsiegeln steigert den ökologischen Wert von Freiflächen.
Bild: Michael Kirsten

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) legt in der „Eingriffsregelung” fest: Eingriffe in Natur und Landschaft sollen vermieden werden (§ 15 Abs. 1 BNatSchG). Nachvollziehbar, dass dies bei Bauvorhaben nie vollständig gelingt – die Stadt soll trotzdem weiterentwickelt werden. Bei Bauvorhaben muss der Verursachende zunächst die Planung optimieren, um nachteilige Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Für unvermeidbare Verschlechterungen von Natur und Landschaft soll vor Ort ein Ausgleich geschaffen werden (§ 15 Abs. 2 BNatSchG).

Bildvergrößerung: Derselbe Ort im Park am Gleisdreieck nach Fertigstellung.
Derselbe Ort im Park am Gleisdreieck nach Fertigstellung.
Bild: Lichtschwärmer

Das ist im dicht bebauten Berlin oft schwer; häufig ist es vor Ort auch gar nicht möglich. Hier setzt die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption (GAK) an: Sie hilft den Berliner Behörden, bei konkreten Bauvorhaben einen Ausgleich für Natur und Landschaft innerhalb Berlins dort zu schaffen, wo er am meisten gebraucht wird beziehungsweise am sinnvollsten umgesetzt werden kann.

Die ganze Stadt im Blick

Bildvergrößerung: Ausgleichsmaßnahmen umfassen Natur und Mensch und dienen der Erweiterung der innerstädtischen Freiraum­angebote.
Ausgleichsmaßnahmen umfassen Natur und Mensch und dienen der Erweiterung der innerstädtischen Freiraum­angebote.
Bild: Grün Berlin GmbH

Seit 2004 ergänzt die Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption das Landschaftsprogramm (LaPro). Die GAK benennt Räume im Stadtgebiet, in denen erhöhter Handlungsbedarf in Sachen Natur und Landschaft besteht. Müssen negative Umweltauswirkungen kompensiert werden, hilft die GAK, geeignete Flächen für den Ausgleich zu finden. Wichtig ist dabei, dass Aufwertungen dieser Flächen möglichst vielen Schutzgütern zugute kommen können, also beispielsweise gleichzeitig für Boden und den Wasserhaushalt, für Tiere und Pflanzen wirksam sind und auch für den Menschen bessere Erholungsmöglichkeiten bieten.

Das Berliner Ökokonto

Bildvergrößerung: Der naturnahe Park am Nordbahnhof entstand als Kompensation für Eingriffe in 15 einzelnen Vorhaben.
Der naturnahe Park am Nordbahnhof entstand als Kompensation für Eingriffe in 15 einzelnen Vorhaben.
Bild: Fugmann Janotta

Gemäß den Richtlinien der Regierungspolitik 2016-2021 erarbeitet die Koalition ein Berliner Ökokonto, mit dem die GAK mit Leben gefüllt wird. Für gesamtstädtisch bedeutsame Bauvorhaben sollen die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen durch das Land Berlin vorgezogen umgesetzt und auf eine Art Konto eingebucht werden. Wird der Bebauungsplan schließlich umgesetzt, werden die Kosten den Vorhabenträgern und -trägerinnen auferlegt und die entsprechenden Wertpunkte vom Ökokonto abgebucht. Ziele sind es, zur Beschleunigung der neuen Stadtquartiere beizutragen, unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen und nicht zuletzt durch vorausschauende und integrative Planung einen Mehrwert für Mensch und Natur zu schaffen.

Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption. Auf dem Weg zum Berliner Ökokonto

PDF-Dokument (3.7 MB)

Fachveranstaltung „Auf dem Weg zum Berliner Ökokonto“ am 13. September 2019

Link zu: Fachveranstaltung „Auf dem Weg zum Berliner Ökokonto“ am 13. September 2019
Bild: Andreas Simon

Das anhaltende Wachstum Berlins stellt die Planung vor große Herausforderungen. Gemäß des Regierungsauftrags erarbeitet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Berliner Ökokonto, mit dem Eingriffe in Natur und Landschaft der gesamtstädtischen Bauvorhaben kompensiert werden. Weitere Informationen

Suchräume und Herleitungskriterien

Link zu: Suchräume und Herleitungskriterien
Bild: SenUVK

Innerhalb dieser Suchräume lassen sich konkrete Flächen und Maßnahmen aus den Programmplänen des LaPro ableiten. Besonders geeignet sind Flächen mit hohem Aufwertungspotenzial. Um die Suchräume zu bestimmen, greift die GAK auf die vier Programmpläne des LaPro zurück. Weitere Informationen

Hinweise

Senat gründet Ökokontoprojekt für naturschutzrechtlichen Ausgleich