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Der Waschbär

Waschbär
Bild: Wolfgang Stürzbecher

Der Waschbär (Procyon Lotor) ist ein Vertreter der Familie der Kleinbären und gehört zur Ordnung der Raubtiere. Charakteristische Merkmale des Kleinbären sind seine etwas gedrungene und bucklige Gestalt, die Gesichtsmaske mit einer über der Augenregion verlaufenden braunschwarzen Binde und der grau schwarz quergeringelte Schwanz. Seine Fellfärbung kann sehr unterschiedliche Variationen von Grautönen aufweisen und ist häufig silbergrau untermischt. Die Kopf-Rumpf-Länge inklusive des Schwanzes beträgt 70 bis 85 cm, wovon 20 bis 25 cm auf den Schwanz entfallen. Damit lässt sich die Größe dieses Kleinbären zwischen Katze und Fuchs einordnen.

Waschbären haben je nach Jahreszeit ein Gewicht zwischen 5 und 10 kg, wobei die Rüden meist schwerer als die Fähen sind. Ihr Gedächtnis ist ausgezeichnet, so dass Futterplätze immer wieder gefunden werden. Besonders ausgeprägt sind auch der Geruchs- und Hörsinn, was den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren beim Beutefang hilft. Sie verfügen in den Vorderpfoten über einen hervorragenden Tastsinn, mit dem sie Fische, Frösche, Krebse u.ä. in flachen und trüben Gewässern ertasten können.

Der Name Waschbär beruht auf der Beobachtung von gefangengehaltenen Tieren, die ihre Nahrung an einer Wasserstelle “waschen” und daher als besonders reinlich gelten. Dies kann als eine sog. Ersatzhandlung der Tiere gesehen werden, die ihre Nahrung nicht mehr in freier Natur im Wasser ertasten können und ihre Verhaltensmuster nur noch simulieren. In Nordamerika heißt der Waschbär Raccoon, entstanden aus einem Indianernamen, was so viel heißt wie “der mit den Händen kratzt”.

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika (Verbreitungsgebiet von Südkanada bis Panama), wo er hauptsächlich Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand in Wassernähe besiedelt. Er bevorzugt feuchte Gebiete, besonders die Ufer von Bächen, Flüssen und Seen sowie Sümpfe. Als dämmerungs- und nachtaktive kleine Raubtiere, verbringen Waschbären den Tag in schwer zugänglichen Verstecken, wie Baum-, Fels- oder Erdhöhlen, alten Fuchs- oder Dachsbauten. Im Siedlungsbereich versteckt sich der Kleinbär gern in verlassenen Gebäuden, Scheunen oder Ställen. Aber auch Keller, Garagen, Dachböden und Abwassersysteme werden als Quartier genutzt.

Während der Frostperiode halten die Tiere in ihren Verstecken oft wochenlang Winterruhe und leben von ihren Fettreserven. Allerdings ist dies kein echter Winterschlaf, sie werden sofort aktiv, wenn wärmere Wetterlagen eine Futtersuche ermöglichen. Am Ende des Winters sind die Tiere im Allgemeinen stark abgemagert, holen diesen Gewichtsverlust aber schnell wieder auf.

In Europa begann die Verbreitung des Bären zunächst 1934 mit der Aussetzung von vier Waschbären am Edersee in Hessen. Durch Bombentreffer am Ende des Zweiten Weltkriegs in dem Garten eines Pelztierzüchters in Wolfshagen (heute Kreis MOL), kam es zu weiteren Auswilderungen dieser Art. Auch flüchteten immer wieder unkontrolliert Einzeltiere aus Pelztierfarmen.

Als 1966 eine US-Air-Force-Einheit ihren Stützpunkt in Frankreich, nahe der Stadt Laon im Departement Aisne, im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg unerwartet aufgeben musste, ließen die Soldaten ihre Waschbärmaskottchen zurück. In den um die Stadt angrenzenden Wäldern entwickelte sich auf diese Weise schnell eine eigenständige Waschbärenpopulation. In Weißrussland und im Kaukasusgebiet wurden in den 30er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgreiche Ansiedlungen des Waschbären durchgeführt. In ganz Europa wird der Waschbärbestand mittlerweile auf einige Hunderttausend geschätzt.

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Der Waschbär zählt, obwohl er Allesfresser ist, zu den Raubtieren. Die sensiblen Vorderpfoten werden zur Nahrungssuche eingesetzt. Dabei ist das Nahrungsspektrum an das örtliche und jahreszeitliche Angebot in seinem Lebensraum gebunden.

Im Frühjahr bevorzugen die Bären tierische Nahrung wie Regenwürmer, Schnecken und Insekten, aber auch junge Vögel und Mäuse. Im Sommer und Herbst überwiegt pflanzliche Kost mit Früchten und Samen. Im Winter fasten die Tiere, da sie weitgehend inaktiv sind. Nur bei Temperaturen über null Grad suchen sie wieder nach Futter, z.B. an eisfreien Gewässern, wo sie auf Beute hoffen.

In urbanen Räumen, wo das Nahrungsangebot das ganze Jahr über gegeben ist, findet der Waschbär genügend Fressbares auf Rasenflächen, unter Obstbäumen und vor allen auf Kompostplätzen, in Mülltonnen und Papierkörben. Der tägliche Nahrungsbedarf eines Tieres liegt zwischen 200 bis 400 g.

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Waschbärweibchen werden in der Regel nach einem Jahr, die Männchen erst nach zwei Lebensjahren geschlechtsreif. Die Hauptpaarungszeit ist im Februar. Im April werden zwei bis fünf Junge geboren.

Die knapp 10 cm großen Neugeborenen haben bei der Geburt ein Gewicht von 65 bis 75 g. Sie werden nur von der Mutter großgezogen und verlassen ihre Höhle gegen Ende des zweiten Monats. Bis zum Herbst leben sie im Familienverband. Waschbären sind keine Einzelgänger, sondern leben ganzjährig mit Artgenossen in Gruppenverbänden zusammen. Es lassen sich Mutter-Kind- Gruppen, Bündnisse von erwachsenen Rüden sowie Gruppen von erwachsenen Fähen unterscheiden.

Waschbären eines Gebietes stehen durch bestimmte Treffpunkte, wie zum Beispiel Hauptschlafplätze, miteinander in Kontakt. Über Duftmarken erfolgt der Austausch sozialer, sexueller und nahrungsökologischer Informationen. Die Kleinbären werden in freier Natur durchschnittlich 8 bis 10 Jahre alt, in Gefangenschaft können sie wesentlich älter werden.

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Vorurteile gegen Fakten

Über den Waschbär kursieren viele Vorurteile. Schnell wird er als alleiniger Verursacher eines Problems vorverurteilt. Dass andere, „heimische“ Tierarten eventuell ebenso oder sogar zu einem größeren Teil daran beteiligt sein könnten, wird oft verdrängt.

FALSCH

Grundsätzlich sind Waschbären nicht aggressiv und greifen Menschen nicht an. Doch sind und bleiben sie Wildtiere. Man sollte sie trotz aller Possierlichkeit nicht anfassen, füttern, anlocken oder gar als Hausstier halten. Als kleine Raubtiere sind sie in Situationen, in denen sie sich eingeengt fühlen, Angst oder Unsicherheit spüren, durchaus in der Lage, unangenehme Bisswunden zu verursachen. Insbesondere ein Anlocken der Tiere durch Füttern muss unbedingt vermieden werden.

Das Füttern und Halten der meisten Wildtiere, so auch von Waschbären, ist generell verboten; nach dem Landesjagdgesetz können dafür bis zu 5.000 Euro Geldbußen erhoben werden (§§ 34 und 50 LJagdG Bln).

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EINGESCHRÄNKT RICHTIG

Der Waschbärspulwurm, der auch auf den Menschen übertragbar ist, wurde in der mecklenburgisch-brandenburgischen Population, zu welcher auch die Berliner Waschbären gehören, bisher nicht nachgewiesen. In der mitteldeutschen Population kommt er bei knapp drei Viertel aller Waschbären vor. Es gibt bisher aber in Deutschland erst einen Nachweis für die Übertragung auf den Menschen. Dieser Mensch hatte engen Kontakt zu handaufgezogenen Waschbären.

Die terrestrische Tollwut gilt in Deutschland als ausgerottet. Im Labor infizierte Tiere zogen sich in ihren Bau zurück. Eine Übertragung der Tollwut durch Waschbären ist zumindest in Deutschland somit mehr als unwahrscheinlich.

Waschbären erkranken sehr viel seltener an Räude als beispielsweise Füchse. Sie stellen nur in Einzelfällen Überträger dieser Krankheit dar.

In Nordamerika stellt Staupe die häufigste Todesursache für Waschbären dar. Sie sind potenzielle Überträger, aber nicht die Verursacher. So wurde der Staupeausbruch 2012/2013 in Berlin nachweislich durch eingeführte ungeimpfte Hunde ausgelöst und auf Wildtiere übertragen.

Insgesamt spielt der Waschbär aufgrund seiner wenigen Infektionskrankheiten eine untergeordnete Rolle bei der Krankheitsübertragung.

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FALSCH

Waschbären sind Allesfresser, die aufgrund ihrer besonderen Nahrungssuche mithilfe ihrer sehr sensiblen Vorderpfoten eine ökologische Nische eingenommen haben, die vorher nicht besetzt war. Sie stellen somit keine Nahrungskonkurrenz zu anderen, „heimischen“ Arten dar.

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TEILWEISE RICHTIG BZW. FALSCH

Kotanalysen aus dem Müritz-Nationalpark zeigen, dass Amphibien 5,7 Prozent und Reptilien sogar nur 0,11 Prozent der gesamten Jahresnahrung aller Waschbären in dem naturnahen Untersuchungsgebiet ausmachen. Bei Funden von gehäuteten Erdkröten an Gewässern und abgebissenen Gliedmaßen von Sumpfschildkröten in Brandenburg liegt der Verdacht aber nahe, dass Waschbären diese Schäden verursacht haben. Eine größere Bedrohung für diese Tierarten besteht allerdings in anderen Faktoren, zum Beispiel im Klimawandel sowie im Verlust von Lebensraum und geeigneten Laichgewässern, unter anderem zurückzuführen auf den Grundwasserrückgang.

Waschbären fressen sicherlich auch Vögel. Sie sind allerdings eher Sammler als Jäger. Bei Kotprobenanalysen wurde festgestellt, dass lediglich 3,1 Prozent der Gesamtnahrung von Waschbären aus Vögeln und deren Eiern bestehen. Freigänger-Hauskatzen richten in der Vogelwelt einen erheblich größeren Schaden an. Zudem bedeutet das Insektensterben, dass Vögel immer weniger Nahrung finden.

Die Plünderung von Vogel- und Fledermauskästen passiert nicht besonders häufig, und auch andere Tiere wie beispielsweise Marder tun dies. Zudem präsentieren wir Menschen durch Aufstellen von Nistkästen Nahrung auf dem Silbertablett und ärgern uns, wenn es von schlauen Tieren entdeckt wird. Einfache Lösung: Kästen so anbringen, dass sie von Waschbären und anderen Räubern nicht erreicht werden können.

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FALSCH

Waschbären nutzen unbewohnte Dachsbauten. Waschbären wurden schon schlafend in Greifvogelhorsten gesichtet, allerdings nie zur Brutzeit dieser Vögel. Somit waren diese Plätze ebenfalls ungenutzt.

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FALSCH

Steinmarder zerbeißen Schläuche im Motorraum von Autos.

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FALSCH

Waschbären sind exzellente Kletterer.
Sie können ihre Hinterfüße um fast bis zu 180 Grad drehen. Somit können sie sogar kopfüber von Bäumen und anderen Strukturen herunterklettern.

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Bildvergrößerung: Waschbär an der Hauswand
Bild: Beth Baisch, AdobeStock

Ein Waschbär – was tun?

Wer einen Waschbären auf dem Dachboden hat, hat auch den Schaden. Denn Waschbären nutzen gerne die Dämmung, um sich einen gemütlichen Schlafplatz oder auch eine Wurfhöhle zu bauen. Zudem legen sie an einer anderen Ecke des Dachbodens üblicherweise ihre Latrine an. Schnell wird dann der Ruf nach einer Beseitigung des Tieres und am besten gleich nach einer Bestandsdezimierung bis hin zur Ausrottung dieser Tiere laut.

Diesen Wünschen nachzukommen, ist aber in der Realität gar nicht so einfach. Die Fähigkeiten der Waschbären, eine Reduzierung ihres Bestandes auszugleichen, machen es sogar unmöglich.

Wir sollten also anfangen zu akzeptieren, dass der Waschbär wie Fuchs und Marder ein in Deutschland wild lebendes Raubtier darstellt und uns um eine friedliche Koexistenz mit diesen durchaus auch spannend zu beobachtenden Tieren bemühen.

Ein erster sinnvoller Schritt für ein entspanntes Nebeneinander wäre, den Tieren das Schlaraffenland Stadt ungemütlicher zu machen und somit dafür zu sorgen, dass sich der Bestand von selber reduziert.

Füttern!
Füttern Sie keine Waschbären. Das Füttern von Wildtieren kann in Berlin mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Eigenmächtig einfangen, umsetzen oder gar töten!
Waschbären gehören zum jagdbaren Wild. „Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild“ (§ 1 Abs. 4 BJagdG). Verfügen Sie nicht über die entsprechenden Erlaubnisse, machen Sie sich der Wilderei schuldig und können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (in schweren Fällen bis zu fünf Jahre) oder einer Geldstrafe von fünf bis 360 Tagessätzen bestraft werden. Zudem verstoßen Sie gegen das Tierschutz- und das Bundesnaturschutzgesetz.
Das Fangen, Verletzen oder Töten von Wildtieren ohne vernünftigen Grund wird mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld oder bis zu drei Jahren Haft geahndet.
Waschbären, die sich einmal in Menschenhand befanden, dürfen seit Einführung der Unionsliste nicht mehr frei- und somit auch nicht mehr umgesetzt werden.
Ein Verstoß dagegen könnte Sie bis zu 50.000 Euro kosten. Das Entfernen von Waschbären wird Ihnen auch keine dauerhafte Ruhe verschaffen. Wo es einem Waschbären gefallen hat, kommt auch recht bald der nächste.

Unbefugte um Beseitigung bitten!
Es kann grundsätzlich bei der zuständigen Behörde ein Antrag gestellt werden. Dieser Bitte auf Beseitigung durch Jagdausübungsberechtigte wird jedoch nur in seltenen Fällen nachgekommen. Denn auch sie müssen sich an Gesetze halten:
Jegliche Jagdausübung im besiedelten Bereich ist verboten bzw. nur in Ausnahmefällen gestattet.
Fallenjagd ist in Berlin ebenfalls im Grundsatz verboten.
Waschbären in Berlin haben eine Schonzeit von Februar bis September.

Ein Verstoß gegen diese Vorschriften kann mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro, Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen verfolgt werden. Auch ein von einer jagdausübungsberechtigten Person eingefangener Waschbär darf nicht an anderer Stelle wieder freigelassen werden. Ein Umsetzen kann auch sie bis zu 50.000 Euro kosten.

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Simpel
  • Werfen Sie keine Speisereste auf den offenen Kompost.
  • Füttern Sie Ihre Haustiere nicht draußen oder lassen Sie zumindest keine Reste liegen.
  • Sichern Sie Ihre Mülltonnen mit einem schweren Stein oder einem starken Gummi.
  • Stellen Sie „Gelbe Säcke“ erst morgens an die Straße.
  • Sammeln Sie Fallobst direkt ein.
  • Ernten Sie zeitnah reifes Obst und Gemüse.
  • Vermeiden Sie es, Vogelfutter für andere Tiere erreichbar auszulegen.
  • Bringen Sie keine Nistkästen an, wenn sie nicht gewährleisten können, dass Waschbären nicht heranreichen können.
Fortgeschritten
  • Nutzen Sie nur chipgesteuerte Katzenklappen oder bringen Sie die Katzenklappe so an, dass diese nur springend zu erreichen ist.
  • Schneiden Sie Fassadenbegrünung und Äste bis mindestens einen Meter vom Dach zurück. Beachten Sie dabei: Der Rückschnitt ist nur von Oktober bis Februar erlaubt. Es empfiehlt sich hierbei, mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde zu sprechen. (Es könnte sich insbesondere bei Efeu um einen Schlafplatz von Spatzen handeln oder um eine sonstige dauerhafte Lebensstätte.)
Profi
  • Nutzen Sie das Know-how von Profis, die
    • ein stabiles Gitter über dem Schornstein anbringen.
    • Die Hausfassade und/oder Obstbäume gegen Heraufklettern mittels großer Blech- oder Acrylplatten bzw. -manschetten sichern.
    • Sogenannte Wildabwehrnetze mit Leiterdrähten installieren, um Ihren Gartenteich oder Ihre Rasenfläche zu sichern.

Vergessen Sie’s!
Waschbären lassen sich nicht durch Geräusche, Gerüche oder Licht vertreiben und dauerhaft fernhalten. Diese hochintelligenten Tiere werden bereits nach kürzester Zeit feststellen, dass ihnen keine Gefahr droht.
Vermeiden Sie es, Fallrohre oder Bäume mit handelsüblichen Baumspiralen oder Stacheldraht zu „sichern“. Diese Maßnahmen werden gerne als Kletterhilfen genutzt.

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Was ist richtig bei Fund eines Waschbärwelpen?

Sie sollten erst einmal wissen, dass Waschbärmütter ihre Jungtiere durchaus auch mal bis zu 48 Stunden allein lassen, wenn sie auf Nahrungssuche gehen. Nehmen Sie einen Welpen also nicht einfach mit nach Hause! Sie können sich auch der Wilderei schuldig machen. Bitte bedenken Sie, dass auch ein Waschbärwelpe, der sich einmal in Menschenhand befunden hat, nicht wieder freigesetzt werden darf! Bei Zuwiderhandlung kann es mit bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
Beobachten Sie aus einer gewissen Entfernung und für eine längere Zeit, ob sich die Mutter eventuell in der Nähe befindet und wiederkommt.

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  • Legen Sie eine Sandspur und untersuchen Sie die Trittspuren.
  • Umwickeln Sie Baumstämme mit Klebeband (Klebeseite nach außen) und untersuchen Sie die Pfotenabdrücke.
  • Stellen Sie Wildtierkameras auf.
  • Prüfen Sie das Dach auf verschobene Ziegel.
  • Kontrollieren Sie den mutmaßlichen Unterschlupf: Waschbären halten ihre Schlafplätze sauber. Gibt es Federn oder zum Beispiel Reste toter Mäuse, handelt es sich eher um einen Marderschlafplatz.
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Die Waschbär-Vor-Ort-Beratung Berlin

Waschbär-Vor-Ort-Beratung Berlin

Das im Jahr 2021 laufende Pilotprojekt „Waschbär-Vor-Ort-Beratung“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz möchte Ihnen kostenfrei beratend zur Seite stehen. Wir schauen vor Ort auf Ihr Waschbärproblem und schlagen fachkundig geeignete Maẞnahmen zur Abhilfe vor. Zudem wird mittels Fragebögen untersucht, wie hoch die Bereitschaft der Berliner Bevölkerung zur Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ist.

So einfach funktioniert es:
  1. Sie benötigen Beratung, wie Sie Ihr Haus oder Grundstück vor Waschbären sichern?
  2. Rufen Sie unsere Waschbärexpertin an. Dort erhalten Sie eine erste Beratung und klären, ob Bedarf an einer Vor-Ort-Beratung besteht. Sie können Ihre Fragen gerne auch per E-Mail mitteilen.
  3. Sie vereinbaren mit der Waschbärexpertin einen Termin für eine Vor-Ort-Beratung. Die Beratung ist für Sie kostenlos.
  4. Vor Ort wird die Biologin das Waschbärproblem einschätzen und mit Ihnen über geeignete und für Sie durchführbare Maßnahmen sprechen.
  5. Zwei bis drei Monate später wird eine telefonische Befragung über die Erfolge der umgesetzten Maßnahmen und gegebenenfalls eine Nachberatung stattfinden.
  6. Die Erkenntnisse der Beratung und Befragung fließen anonym in die Auswertung des Pilotprojektes ein.

Kontakt zu unserer Waschbärexpertin

Tel.: 01573 9112036
montags und freitags 16-18 Uhr und mittwochs 10-12 Uhr

Ein Waschbär – und nun? Wissenswertes rund um die Waschbär-Vor-Ort-Beratung Berlin

PDF-Dokument (3.0 MB)

Waschbären polarisieren. Die einen halten sie für eine Plage, die man bekämpfen muss, die anderen schauen mit einem verklärten Blick, finden sie einfach nur niedlich und fangen an, sie zu füttern.

Beides ist falsch! Was also ist die Lösung?

Das im Jahr 2021 laufende Pilotprojekt „Waschbär-Vor-Ort-Beratung“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz möchte Ihnen hierzu kostenfrei beratend zur Seite stehen.

Wir schauen vor Ort auf Ihr Waschbärproblem und helfen Ihnen, Lösungen für Ihr Waschbärproblem zu finden.

Sie helfen uns, herauszufinden, inwieweit die Berliner Bevölkerung ein derartiges Angebot annimmt und bereit ist, mitzuwirken.

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2015 ist die EU-Verordnung über die „Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver und gebietsfremder Arten“ in Kraft getreten. In der 2016 hinzugekommenen Durchführungsverordnung, der sogenannten Unionsliste, ist auch der Waschbär aufgeführt. Das Bundesamt für Naturschutz hat ihn für Deutschland als bereits „weit verbreitete invasive gebietsfremde Art“ eingestuft. Somit ist laut der EU-Verordnung eine Beseitigung nicht verpflichtend und Managementmaßnahmen sollten sich auf eine Kosten-Nutzen-Analyse stützen.

Aufgrund dieser Abwägungen ist eine nachhaltig bestandsreduzierende Bejagung für den Waschbären in Deutschland nicht praktikabel und somit ausgeschlossen. Für Berlin und andere städtische Regionen ist also vor allem die Umsetzung der Maßnahme „Öffentlichkeitsarbeit zur Verminderung der direkten und indirekten anthropogenen Förderung der Art“ von besonderer Bedeutung.

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Weitere Informationen

Ergebnisse zur Abwehr von Waschbären an einem Fortpflanzungsgewässer von Amphibien mit einem Elektrozaun

PDF-Dokument (91.2 kB)

Waschbären in Berlin

Informationen, Verhaltensregeln, Kontaktadressen

PDF-Dokument Dokument: NABU Landesverband Berlin (640 kB)