Coronavirus

Inhaltsspalte

TU-Forschungsprojekt Unterstützung der Berliner Bestäuberstrategie

Ein breiter Grünstreifen mit unzähligen verschiedenen blühenden Pflanzen säumt einen Parkweg. Leuchtend blaue Kornblumen und die langen Stängel gelber wilder Fenchelblüten ragen zwischen dicht wachsenden Wildgräsern auf. Im Hintergrund begrenzen üppig grüne Bäume und Büsche eine Wiese.
Ein Lebensraum mit einem guten Ressourcenangebot ist Voraussetzung, dass Honig- und Wildbiene koexistieren können.
Bild: Deutsche Wildtier Stiftung / Stella Weweler

Die Chancen urbaner Räume für die Erhaltung und Förderung einer artenreichen Bestäuberfauna zu nutzen, ist von großer Bedeutung. Zu den Bestäubern zählen neben Wild- und Honigbienen auch andere Insekten wie Tagfalter und Schwebfliegen. Mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen können sie vom urbanen Mosaik mit vielfältigen Lebensraumstrukturen und einer hohen Pflanzenartenvielfalt profitieren.

Das gemeinsame Projekt der Technischen Universität (TU) Berlin und der SenUVK geht von der Annahme aus, dass Erfolg und Akzeptanz der Berliner Bienenstrategie wesentlich durch die wissenschaftliche Klärung wichtiger, aber bislang offener und in der Stadtgesellschaft zum Teil kontrovers diskutierter Fragen gefördert werden. Hierbei sind vor allem zwei Fragenkomplexe relevant:

Koexistenz von Honig- und Wildbiene

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass der untersuchte Biotoptyp Magerrasen artenreiche Wildbienengemeinschaften auch in Gegenwart von Honigbienen beherbergt. Wildbienen können in einem Lebensraum, der über ein gutes Ressourcenangebot verfügt, zahlreich vorkommen und mit Honigbienen koexistieren. Sie profitieren von einer hohen Deckung krautiger Arten und einer hohen Vielfalt an Blütenpflanzen. Daher sollten solche und ähnlich ausgestatte Lebensräume gezielt erhalten und gefördert werden.

Um Engpässe bei hohen Aktivitäten von Honigbienen zu vermeiden, ist es umso wichtiger dafür zu sorgen, dass ganzjährig ein ausreichendes Blühangebot vorhanden ist. Vor dem aktuellen Wissensstand sollte das Thema Koexistenz weiterverfolgt werden.

Bildvergrößerung: Eine Rotschopfige Sandbiene sitzt auf einer gelben Blüte. Sie ist etwas kleiner als die Honigbiene und verdankt ihren Namen dem dichten fuchsroten Pelz auf der Oberseite ihres Brustsegments. Auf der Unterseite zieht sich ein weißer Flaum bis zum Ende des Hinterleibs. Ansonsten ist ihr schwarzer, matt schimmernder Körper nahezu unbehaart. Ihre kurzen Fühler sind fast senkrecht aufgerichtet, die langen, leicht gewölbten Flügel liegen am Körper an und reichen bis zum Ende des Hinterleibs.
Rotschopfige Sandbiene beim Nektar saugen
Bild: Kuehne und Saure

Förderung des Nahrungsangebotes für Bestäuber

Eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kann durch gezielte Pflanzung geeigneter Pollen- und Nektarpflanzen an Standorten mit geringem Nahrungsangebot, bei der Neuanlage von Flächen, durch Erhaltung und Schutz vorhandener „Bienennährgehölze“ sowie gezielte Pflegemaßnahmen erreicht werden.

Bei der Pflanzenauswahl für die Anlage bestäuberfreundlicher Flächen sollte auf die Eignung der Pflanzen als Nahrungs- und Futterpflanze und auf ein breites Spektrum an Arten unterschiedlicher Pflanzenfamilien mit verschiedenen Blühzeitpunkten geachtet werden, um möglichst viele Wildbienenarten anzusprechen. Darüber hinaus sollte die Auswahl der Pflanzen standortgerecht erfolgen und mit dem Berliner Florenschutz vereinbar sein.

Die im Rahmen dieses Forschungsprojektes erarbeitete Liste „bienenfreundliche krautige Pflanzen und Gehölze“
  • hilft bei der Auswahl bestäuberfreundlicher Pflanzen sowohl für gärtnerisch geprägte Bereiche (z.B. Gärten, Parks) als auch naturnahe Bereiche,
  • eignet sich für verschiedene Lebensräume wie Beete, Rasen bzw. Wiesen sowie Gehölzpflanzungen und führt auch Gehölzarten auf, die besonders an den Klimawandel angepasst sind,
  • erleichtert das Erkennen relevanter Arten in Bezug auf die Pflege und kann damit dem Management von Grün- und Freiflächen sowie Gärten dienen.

Sie ist an den Berliner Raum angepasst und dient als Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte Pflanzenauswahl.