Verkehr  
 

Öffentlicher Personennahverkehr - Nahverkehrsplan

Fortschreibung des Nahverkehrsplans


Nahverkehrsplan; Foto: Colourbox.com
Foto: Colourbox.com

Der erste Berliner Nahverkehrsplan (NVP) wurde für die Jahre 1998/1999 aufgestellt. Seitdem wird der Plan regelmäßig fortgeschrieben. Der derzeit gültige Nahverkehrsplan 2014-2018 wurde am 07. Oktober 2014 vom Senat von Berlin beschlossen. Die turnusgemäße Fortschreibung des Plans erfolgt im Lauf des Jahres 2017.

Im Rahmen der Fortschreibung wird die Angebotskonzeption des NVP für den Zeitraum 2019-2023 an die Erfordernisse der wachsenden Stadt angepasst werden. Die Standards und Vorgaben, mit denen das Land die Daseinsvorsorge und Attraktivität des öffentlichen Verkehrs sichert, werden einer Überprüfung unterzogen und gegebenenfalls ebenfalls weiterentwickelt.

Wer erstellt den Nahverkehrsplan?

Die Aufstellung bzw. Fortschreibung des Nahverkehrsplans obliegt dem Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr. Im Land Berlin wird diese Funktion von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wahrgenommen.

Die Senatsverwaltung wird in ihrer Planungsarbeit durch das Center Nahverkehr Berlin (CNB) unterstützt. CNB koordiniert den Aufstellungs- und Planungsprozess und erarbeitet die NVP-Inhalte in Abstimmung mit und nach Weisung der Senatsverwaltung.

An dem Planungsprozess beteiligt werden

  • die übrigen Senatsverwaltungen,
  • die in Berlin tätigen Verkehrsunternehmen,
  • der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg GmbH (VBB),
  • die Bezirke,
  • der Landesbeauftragte für Behinderte,
  • die benachbarten Aufgabenträger des Landes Brandenburg,
  • Verbände und Interessenvertreter.

Mit einem Beschluss des Senats tritt der NVP in Kraft.



Auf welchen Grundlagen baut die NVP-Fortschreibung auf?

Grundlage der NVP-Fortschreibung ist ein umfassendes Monitoring, das untersucht und beschreibt, inwieweit die Ziele und Festlegungen des Nahverkehrsplans umgesetzt wurden und welche Wirkungen damit erzielt werden konnten. Bei wesentlichen Abweichungen zwischen Planung und Umsetzung werden die Ursachen untersucht und bewertet. Das Monitoring baut in Teilen auf den Veröffentlichungen zur Qualität im Berliner ÖPNV auf, die im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in regelmäßigen Abständen erarbeitet werden. Diese werden um gezielte Auswertungen von Daten sowie um Analysen zu den zurückliegenden Entwicklungen ergänzt.

Als Vorbereitung der anstehenden NVP-Fortschreibung wurde vom Aufgabenträger das Monitoring der ÖPNV-Entwicklungen 2013-2015 veranlasst.
Die Ergebnisse des Monitorings zeigen, dass zahlreiche Maßnahmen des NVP 2014-2018 zur Hälfte der Laufzeit bereits umgesetzt wurden bzw. in Umsetzung sind. Die damit erzielten Wirkungen, z. B. Steigerung der Fahrgastzahlen, Reduzierung von Kapazitätsengpässen sowie Verbesserung der barrierefreien Nutzbarkeit des ÖPNV im Stadtgebiet, entsprechen grundsätzlich den Zielen des Aufgabenträgers, die Daseinsvorsorge im Stadtgebiet zu sichern und die Attraktivität des ÖPNV weiter zu verbessern.

Das Monitoring identifizierte jedoch auch eine Reihe von Punkten, bei denen weiterer Handlungsbedarf besteht. Zu diesen gehören:

  • Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen für die Entlastung stark nachgefragter Metrolinien,
  • Stabilisierung und Verbesserung der ÖPNV-Qualität, v.a. der Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit der Verkehre im Straßenraum,
  • Verbesserung der Bedingungen im Straßenraum durch ÖPNV-Bevorrechtigung oder stärkere Freihaltung von Haltestellen und Busspuren von parkenden Pkw und Lieferverkehren im Rahmen der Task-Force Beschleunigung; Definition eines ÖPNV-Vorzugsnetz,
  • Verstärkung der Anstrengungen zum barrierefreien Umbau der Haltestellen im Straßenraum,
  • Mittel- bis langfristige Fortschreibung der Angebots- und Netzplanung, um eine Erschließung und attraktive Anbindung aller Standorte auch dann gewährleisten zu können, wenn die Stadt weiter in die Fläche wächst.

Das Monitoring wurde im Jahr 2016 durch CNB im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erstellt und kann hier eingesehen werden.

Wie verläuft der weitere Fortschreibungsprozess?

Im Zuge der weiteren Analysen werden zunächst die Entwicklung der Rahmenbedingungen im ÖPNV kritisch hinterfragt. Dafür werden ggf. gezielte Untersuchungsaufträge an externe Gutachter vergeben. Die Bewertung erfolgt durch den Aufgabenträger, der feststellen muss, ob die Standards und Vorgaben des Nahverkehrsplans auch angesichts der geänderten Rahmenbedingungen weiterhin richtig und erforderlich sind.

Im Rahmen der Fortschreibung des NVP 2019-2023 werden die Anforderungen der wachsenden Metropole an den ÖPNV erneut einen gewichtigen Schwerpunkt bilden. Die Prämissen der Angebotsentwicklung werden mit Blick auf die zu erwartenden Wachstumsdynamiken neu formuliert. Dabei wird insbesondere eine enge Verzahnung von Stadt- bzw. Flächenentwicklung und der ÖPNV-Angebotskonzeption angestrebt.

Zusätzlich zu den Funktionen, die der Berliner NVP bisher bereits abgedeckt hat, muss der NVP 2019-2023 jedoch auch eine Reihe zusätzlicher Aufgaben übernehmen, die über das bisherige inhaltliche Spektrum hinausgehen.

  • Schaffung der Grundlagen für die zukünftige ÖPNV-Leistungserbringung im Berliner Stadtgebiet,
  • Entwicklung eines langfristigen Bedarfsplans für den ÖPNV als Grundlage für die Planung von Neu- und Ersatzinvestitionen in Verkehrsinfrastruktur und Schienenfahrzeuge (in enger Abstimmung mit Fortschreibung StEP Verkehr),
  • Umpriorisierung der Straßenbahnneubauvorhaben nach StEP-Verkehr,
  • Entwicklung des Umsetzungspfads für die vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV (bis 2022 nach Zielvorgabe PBefG): Fortschreibung der Anforderungen an Infrastruktur inkl. Haltestellen, Detaillierung der Fahrzeuganforderungen Bus und Schiene, Erarbeitung eines Maßnahmenplans sowie Begründung der möglichen Ausnahmen,
  • Klärung des Beitrags des ÖPNV zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung sowie zu den teilweise weitreichenden Zielvorgaben des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK),
  • Formulierung von Maßnahmen für die Sicherung und Weiterentwicklung der ÖPNV-Angebotsqualität.

Aufgrund des erweiterten Aufgabenspektrums muss der NVP 2019-2023 teilweise neue Inhalte aufnehmen, die vor allem langfristige Entwicklungen betreffen (Wohnungsbau und Infrastruktur-/Leistungsbedarf, neue Mobilitätsformen, Integration der Verkehre im Umweltverbund, Folgen der Digitalisierung im Vertrieb, etc.). Hierfür ist die Zusammenarbeit bzw. enge Einbindung von Experten, Interessengruppen und Verbänden in die Erarbeitung des NVP vorgesehen.

Darüber hinaus arbeitet der Aufgabenträger eng mit anderen Verwaltungen zusammen. Dazu gehören zum einen natürlich die Fachbereiche innerhalb der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die mit für den ÖPNV relevant Themen befasst sind, z.B. dem Umweltschutz (v.a. Lärm-, Klima- und Immissionsschutz), dem Radverkehr und der Weiterentwicklung der Verkehrsnetze. Zum anderen erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, der Senatsverwaltung für Finanzen, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie mit den Berliner Bezirken.

Zudem ist es dem Aufgabenträger wichtig, dass die unterschiedlichen Interessen und Anforderungen, die an den ÖPNV in Berlin gestellt werden, bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans angemessen berücksichtigt werden. Um dies zu gewährleisten, wird der Planungsprozess durch der Veranstaltung der Reihe "Forum Nahverkehr" begleitet. Dazu werden Vertreter der Fraktionen im Abgeordnetenhaus, der Bezirke, von Interessensgruppen, Verkehrsunternehmen, Verbänden und Vereinen eingeladen. Diese breite Beteiligung soll ermöglichen, dass die einzelnen Phasen der Fortschreibung kritisch kommentiert werden und wichtige Hinweise sowie neue Ideen eingebracht werden können.

Die Ergebnisse der Foren sowie weitere Informationen zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2019-2023 finden Sie hier oder auf der Website des Center Nahverkehr Berlin .

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