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Wirtschaftsverkehr

Binnenschifffahrt und Häfen


Binnenschifffahrt und Häfen

Die Binnenschifffahrt spielt im Berliner Wirtschaftsverkehr auch heute noch eine wichtige Rolle. Im Jahr 2011 wurden in Berlin mehr als 3,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, wobei der Güterempfang dabei die maßgebliche Rolle spielte. Allein die Schleuse Spandau auf der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) bewältigte im Jahr 2011 mehr als 6.100 Schiffe im Bereich Frachtschiff- und Güterverkehr, wobei hier fast 1,6 Millionen Tonnen Transportgut den Knotenpunkt passierten.

Der Schwerpunkt der regionalen Binnenschifffahrt liegt weiterhin im Bereich der Massengüter (Steine, Erden einschließlich Baustoffe, Erze und Metallabfälle, Eisen und Stahl). Dennoch gewinnen andere Bereiche an Bedeutung. So wurde zwar der erste Anlauf zur Etablierung einer dauerhaften Containerlinie zwischen Berlin und Hamburg zwischenzeitlich eingestellt, die generelle Idee einer solchen Linie hat aber Bestand und wird weiter verfolgt. Insbesondere die derzeit noch laufenden Arbeiten im Bereich der Trasse des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 17 (VDE 17) werden kurzfristig notwendige infrastrukturelle Verbesserungen für einen 2-lagigen Containerverkehr schaffen (Ersatzneubau der Schleuse Zerben, Rückbau der Schleusenbrücke Zerben), wodurch konkurrenzfähige und umweltfreundliche Schiffstransporte Richtung Westen und Nordwesten möglich werden.

Auch die Havel-Oder-Wasserstraße bietet entsprechende Potenziale. Binnenschifffahrt auf dieser Trasse ist nicht nur interessant für den Quell- und Zielverkehr von und nach Berlin, sondern auch für Durchgangsverkehre vom Rhein über das Ruhrgebiet, Hannover, Magdeburg, Berlin, Eberswalde und Schwedt bis nach Stettin. Gerade für Containerverkehre und für sogenannte Projektladungen (z. B. Turbinen oder Windkraftanlagen) bieten sich nach der Inbetriebnahme des neuen Schiffshebewerkes Niederfinow entsprechende Chancen. Allerdings müssen dafür noch Ersatzneubauten für die beiden Straßenbrücken westlich des Schiffshebewerks erstellt werden (Straßenbrücke Eberswalde und Klosterstraßenbrücke), für die zwar bereits Baureife besteht, deren Realisierung der Bund aber derzeit zurückgestellt hat.

Die Berliner Binnenhäfen haben mittlerweile eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen den Verkehrsträgern. Sowohl der Berliner Westhafen als auch der Südhafen Spandau sind als trimodale Schnittstellen (Binnenschiff, Schiene, Straße) ausgebaut. Ihnen kommt heute neben der klassischen Umschlagsfunktion auch Bedeutung als Produktions-, Lager- und Distributionsstandort in integrierter, städtischer Lage zu.

Eine stadt- und umweltverträgliche Gestaltung des Güterverkehrs im Land Berlin wird auch zukünftig nur im Verbund aller Verkehrsträger möglich sein. Das setzt die Bereitstellung leistungs- und wettbewerbsfähiger Infrastrukturen der Binnenschifffahrt voraus, sowohl seitens der Wasserstraßen, als auch der Häfen.