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Radrouten – Nordspange TR2

Etappe Jungfernheide




1. Siemensstadt

Der Ortsteil Siemensstadt ist durch die Ansiedlung von Werksanlagen des Siemenskonzerns, einem der größten Elektrokonzerne Deutschlands, entstanden. Besonders beeindruckend ist das Wernerwerk (1a), ein Ensemble kubischer Backsteingebäude am Siemensdamm (1914–30 von Hans C. Hertlein gebaut). Die nach Plänen von Hans Scharoun und Martin Wagner 1929–32 entstandene Ringsiedlung ist neben fünf weiteren Berliner Großsiedlungen der 1920er Jahre in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden (1b).
 

2. Jungfernheide

Die Bezeichnung Jungfernheide ist von den Nonnen des Spandauer Klosters abgeleitet. Zwischen 1920 und 1926 entstand auf dem ehemaligen Exerzier- und Schießplatz nach Plänen von Erwin Barth ein Landschaftspark. Die Kronen der Eichen werden überragt von einem 38 m hohen Wasserturm. Der Jungfernheideteich ist bei Jung und Alt als Freibad beliebt.
 

3. Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

Der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, im Bereich Jungfernheide Hohenzollernkanal genannt, verbindet die Spree in Höhe Humboldthafen mit der Havel am südlichen Ende des Tegler Sees. Durch die direkte Verbindung wird der gewundene Lauf der Spree abgekürzt, der Wasserstand zwischen Havel und Spree durch die Schleuse Plötzensee ausgeglichen.
 

4. Flughafen Berlin-Tegel

Auch der Flughafen Berlin-Tegel gehörte ursprünglich zur Jungfernheide. Während der Teilung Berlins war Tegel einer der drei Flughäfen West-Berlins, auf dem während der Blockade die Versorgungsflugzeuge der Alliierten landeten. Wie bereits der Flughafen Gatow im ehemaligen britischen, der Flughafen Tempelhof im amerikanischen, soll auch der 1948 im französischen Sektor eröffnete Flughafen nach Fertigstellung des Großflughafens BER geschlossen werden.
 

5. Plötzensee

Wie viele Berliner Seen ist auch der Plötzensee Relikt einer eiszeitlichen Rinne. 1877 eröffnete hier das Auerbachsche Wellenbad. Heute befindet sich am Westufer der künstliche Sandstrand des Freibads Plötzensee (5a). Südwestlich des Sees und der Schleuse Plötzensee liegt das Strafgefängnis Plötzensee, einst größtes Gefängnis Deutschlands und modernste Haftanlage Europas. Zu trauriger Berühmtheit gelangte das Gefängnis als NS-Zuchthaus. Heute dient die Haftanstalt als Jugendstrafanstalt mit offenem Vollzug. Südlich des Friedrich-Olbricht-Dammes ist eine neue Einrichtung für den geschlossenen Vollzug gebaut worden (5b). An der einstigen Hinrichtungsstätte des NS-Zuchthauses befindet sich heute eine Gedenkstätte (5c).
 

6. Westhafen und Berliner Großmarkt

Mit seinen zwischen 1914 und 1923 entstandenen Hafenbecken, Speichern, Kontorgebäuden und dem 52 m hohen Turm war der Westhafen nicht nur der größte Hafen Berlins, sondern auch einer der größten Binnenhäfen Deutschlands. Heute befinden sich in dem ehemaligen Getreidespeicher Magazine der Staatsbibliothek. An den Kaianlagen werden Container verladen (6a). Die ab 1963 errichteten Stahl- und Stahlbetonhallen des Berliner Großmarktes beherbergen den Fleischgroßmarkt, den Berliner Schlachthof, den Fischgroßhandel und den Fruchthof (6b).
 

7. Volkspark Rehberge

Der feine Sand der Rehberge fand früher als Scheuermittel Verwendung. Wie die Jungfernheide wurde das Gelände zunächst militärisch genutzt. Heute sind die ehemaligen Flugsanddünen dicht bepflanzt und werden hufeisenförmig von Sport- und Spielanlagen umgeben. Der nach Plänen von Rudolf Germer und Erwin Barth entstandene Volkspark wurde 1929 eingeweiht und war Vorbild für den Bau anderer Parkanlagen der Weimarer Republik.


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