Natur + Grün  

 

Straßen- und Parkbäume: Pankow

Die Schwarz-Pappel nahe der Schönhauser Allee


Einsame Pappel
 
Bei der Schwarz-Pappel (Populus nigra oder ein Hybrid) an der Topsstraße handelt es sich um die Nachpflanzung einer geschichtsträchtigen Berliner Pappel. Der 150-jährige Vorgänger musste 1967 aus Altersgründen gefällt werden. Den Spitznamen "Einsame Pappel" bekam der Baum durch seinen einsamen Standort auf dem ehemals weiten Feld unweit der Schönhauser Allee. Während der Märzrevolution 1848 fanden unter dieser Pappel erste große Massendemonstrationen der Berliner Werktätigen statt. Sie forderten die Beseitigung der Willkürherrschaft, die Verbesserung der Löhne und die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Die Demonstranten fassten damals sechs Forderungen zusammen, die an den Kaiser gerichtet, jedoch kategorisch abgelehnt wurden. Die ehemalige "Einsame Pappel" diente als Mutterpflanze des heutigen Baumes. Durch Reiservermehrung konnten Nachkömmlinge gezogen werden, von denen ein Exemplar an den alten Standort gepflanzt wurde.

Läuft man ein Stück weiter und lässt die Max-Schmeling-Halle links liegen, gelangt man zum Falkplatz. Hier finden sich neben alten Ross-Kastanien (Aesculus hippocastanum) ein bezaubernder Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), drei 100-jährige Stiel-Eichen (Quercus robur) sowie ebenso alte Gleditschien (Gleditsia triacanthos).


Literatur:
Vieth, Harald Bemerkenswerte Bäume in Berlin und Potsdam

Krone der Einsamen Pappel

Blühender Blauglockenbaum und blühende Kastanie am Falkplatz