Städtebau  
 

Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin

Ergebnis 2007: Bereich C - Landschaftsplanung

Landschaft zwischen Tegeler See, Flughafen Tegel, Jungfernheide und Plötzensee nach Einstellung des Flugbetriebes

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Peter-Joseph-Lenné-Preis 2007


Arbeit 313

Nele Bierwolf, Jahrgang 1979, Studentin, Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, TFH Berlin
mit
Heiko Ruddigkeit, Jahrgang 1981, Student, Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, TFH Berlin
und
Nadia Rückert, Jahrgang 1981, Studentin, Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Fachhochschule Anhalt / TFH Berlin
 

Beschreibung der Arbeit 313 durch das Preisgericht

Die Arbeit steht unter dem Motto "Innovationspark Berlin". Es soll ein Standort und Experimentierfeld für wissenschaftliche Themen im Zusammenhang mit Forschung, Gewerbe, Wohnen und Landschaft geschaffen werden.

Für die gesamte Fläche des Flughafens und deren Ränder wird eine konsequente, aus den angestrebten Entwicklungszielen und den gegenwärtigen Gegebenheiten von Stadt und Landschaft gewonnene Zuweisung von Flächen für einen Landschaftspark, für Forschung, Technik und Gewerbe sowie für Wohnen vorgenommen.
Die ehemalige Landebahn wird als zusammenfassender Korridor für alle Flächen landschaftsgestalterisch überhöht nachgezeichnet. In diesem Korridor wird eine künstlerische Verarbeitung verschiedener Raumeindrücke vorgeschlagen.

Die in den verschiedenen Funktionsbereichen angestrebten Charakteristika und Gestaltungen variieren auf eine unaufdringliche, aber deutliche Art einen Bezug auf das Fliegen, auf Wind und Wetter.

Im Landschaftspark zielt dieses Bild besonders auf die Auswahl der Pflanzen. Die vorgeschlagenen Vegetationsbilder sowohl bei Bäumen und Sträuchern als auch auf Wiesen und Trockenflächen beziehen sich auf das angestrebte Bild ökologischer Innovation und bieten eine fast poetische Gestaltqualität an.

Die für das Gesamtgebiet vorgestellte Entwicklungsstrategie, die Systematik der Grün- und Freiflächen und die den verschiedenartigen Funktionsbereichen zugeordneten Bilder ergänzen sich in logischer und anschaulicher Weise.

Schwierig zu begreifen ist die Ableitung der Wegeleitsysteme und darin eingeschlossener Flächen aus einem Liniensystem, das den Zielen der jetzt in Tegel abgehenden Flüge folgt.

Die so entstehenden Dreiecksflächen werden funktionell entsprechend der geplanten Nutzung der jeweiligen Bereiche besetzt. Diese Besetzung ist zunächst eher als flächige Chiffre zu verstehen und erzeugt nur wenig Räumlichkeit.

Etwas vernachlässigt erscheint die Verbindung des Tegeler Sees und der Jungfernheide mit den neuen Funktionen auf dem Flugfeld.
Auch wurde die Rolle des Wassers nicht thematisiert.

Insgesamt aber überzeugt die Arbeit durch die Sachlichkeit der Absichten und die angestrebte Gestalt. Es wird in keiner Weise auf nicht mehr zurückholbare historische Landschaftsbestände und Landschaftsmotive verwiesen, sondern aus der jetzigen Nutzung als Flughafen ein neues Landschafts- und Stadtbild erzeugt.

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Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung


Arbeit 318

Yann-Fanch Vauléon, Jahrgang 1974, Viry-Chatillon/Frankreich, Landschaftsarchitekt in Hilversum/Niederlande, Ausbildung ENSAAMA Paris und ENSP Versailles
mit
Céline Robiquet, Jahrgang 1982, Amsterdam/Niederlande, Dipl.-Architekt, Büro Meyer en Van Schooten Amsterdam, Ausbildung ENSAB Bretagne
und
Daniela Correia, Jahrgang 1977, Viry-Chatillon/Frankreich, Landschaftsarchitektin in Amsterdam, Ausbildung Èvora / Portugal, ENSP Versailles
 

Beschreibung der Arbeit 318 durch das Preisgericht

Der Entwurf liefert ein wichtiges fehlendes Teilstück eines sich über Gesamtberlin erstreckenden grünen Netzes.

Energie, Kultur, Erholung und Natur werden von den Verfassern dabei in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. War das Gelände des Flughafens bisher von dem Verbrauch fossiler Energie geprägt, soll er nunmehr in einen Eichen-Kiefern-Wald mit eigenen Energie-Ressourcen umgestaltet werden.
Der beschriebene Verwandlungsprozess soll sich innerhalb der nächsten 30 Jahre vollziehen. Die inneren Waldbereiche sollen danach von Menschen möglichst nicht mehr betreten werden. Außerhalb dieser geschützten Bereiche entsteht jedoch Raum für Erholung und Naturbetrachtung in unterschiedlichen Landschaftstypen. Hier bieten insbesondere die Vernässungsbereiche unterschiedlich hochwertige Aufenthaltsqualität.

Das Wassermanagement erfolgt mit der Hilfe des Wassers aus dem Hohenzollernkanal sowie dem Brauchwasser der geplanten Öko-Siedlungen.
Eine Hierarchie aus Wegen erschließt das Gesamtgebiet und verbindet es gut mit seiner Umgebung.
Das ehemalige Flughafengebäude wird zu einem Forschungszentrum, von dem aus das Gesamtquartier gemanagt wird.


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Arbeit 302

Sascha Gollner, Berlin
Florian Will, Falkensee

Beschreibung der Arbeit 302 durch das Preisgericht

Die Arbeit lässt einen differenzierten Landschaftsraum im Bereich des ehemaligen Flughafens entstehen. Von ihm aus werden einzelne Verbindungen vom Tegeler See zu den umgebenden Stadtquartieren geführt und überörtliche Verbindungen, wie von Spandau zum Hafen Tegel, werden in das schlüssige Wegekonzept integriert.

Das neue Wegenetz im vorhandenen Waldgebiet bildet einen in der brandenburgischen Tradition von Forstwegen stehenden Stern.

Das ehemalige Flugfeld wird zu einer Wald- und Wiesenlandschaft mit einer naturnahen Erweiterung des Flughafensees entwickelt. Im westlichen Teil wird eine Teilfläche für den ökologischen Landbau (mit Hof) genutzt. Im östlichen Teil entsteht ein stark durchgrüntes, zum Teil sehr dichtes und autarkes Stadtquartier, dass durch die Autobahn und die Verkehrstrassen von den umgebenden Baugebieten getrennt bleibt.

Der Süd- und Ostrand des neuen Landschaftsraumes wird von einer Allee gefasst. Die Verfasser sehen hierin einen sogenannten Aktivstreifen mit Sport- und Spielflächen.

Die zwei Rollbahnen bleiben im Original bzw. als Grünzüge im neuen Stadtquartier als Spuren der Nutzungsgeschichte erhalten.
Die neue Vegetation wird in ihrer Artenzusammensetzung durch den heute im Planungsgebiet vorhandenen Bestand bestimmt.

Eine schöne Arbeit, die sich wie selbstverständlich in die Landschaft einfügt, ohne einen neuen Typus zu entwickeln.
 

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Arbeit 306

Benny Olaerts, Bad Breisig
Kenny Vandepoel, Leuven / Belgien

Beschreibung der Arbeit 306 durch das Preisgericht

Der Entwurf gibt der Landschaft des ehemaligen Flughafens und des umgebenden Forstes mit großer Geste eine völlig neue Identität für die Durchführung einer EXPO. Zwischen den ehemaligen Landebahnen entsteht ein außerordentlich großes Wassersportbecken mit anschließenden linearen Obstwiesen. Das gesamte Planungsgelände, die umgebenden Gewässer sowie die anschließenden Siedlungsgebiete werden unter Durchschneidung der vorhandenen Morphologie durch ein Netz von schmalen Wasserwegen verknüpft. Diese verbinden so Flughafensee, Hohenzollernkanal, Havel und Tegeler See miteinander. Die neuen Fuß- und Radwege erschließen vorzugsweise den westlichen Teil des Planungsgebietes. Über Brücken und Fährverbindungen sollen auch Inseln des Tegeler Sees in das Expovorhaben einbezogen werden. Die neuen Funktionen im Planungsgebiet werden ausschließlich über vorhandene Straßen mit der Stadt verknüpft. Der hier im östlichen Bereich geplante, zum Teil mit hoher Dichte gedachte Stadtraum des neuen Wohnviertels sucht keine Verbindung zum benachbarten Zentrum des Kurt-Schumacher-Platzes.

Für die vorgeschlagene Expo mit dem Zentrum um das ehemalige Abfertigungsgebäude wird ein differenzierter Zeithorizont entwickelt. Wichtiger Teil soll dabei die kulturelle und gestalterische Vielfalt der europäischen Kulturen und Landschaften sein. Im Rahmen einer Expo sollen sie den internationalen Bezug des Ortes und der Stadt belegen.

In diesem Rahmen wird eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten für Sport und Erholung angeboten, dabei wird sowohl gestalterisch als auch funktional die Insellandschaft des Tegeler Sees einbezogen. Die zukünftige Entwicklung der Vegetation wird durch differenzierte Angaben dargelegt. Teile der bestehenden Flughafenanlagen werden neuen Nutzungen zugeführt.