Forsten  

 

Waldpflege/-produkte und Walderhaltung

Mischwaldprogramm


Eine Jahrhundertaufgabe für das grüne Berlin ist unter besonderer Berücksichtigung der Klimaprognosen die Umgestaltung der Kiefernbestände zu Mischwäldern unter konsequenter Weiterentwicklung der naturnahen Waldbewirtschaftung.

Fast ein Fünftel Berlins ist bewaldet. Die Berliner Wälder innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen werden seit Jahren naturgemäß bewirtschaftet – zertifiziert nach FSC (Forest Stewardship Council) und den darüber hinausgehenden Richtlinien des Naturland-Verbandes.

Die Berliner Forsten haben bereits vor drei Jahrzehnten mit dem Umbau kieferndominierter Bestände zu Mischwäldern begonnen. Dieser Umbau folgt dem Prinzip der natürlichen Verjüngung. Er setzt hauptsächlich auf die Selbstaussaat der Laubbäume mit unterstützender Pflege der heranwachsenden Bestandesschicht.

Dieser Waldumbau muss als Investition in die Zukunft für die nachfolgenden Generationen jedoch zeitlich forciert werden. Bei einem Zeithorizont von 50 Jahren in dem der Waldumbau auf ungefähr der Hälfte der Berliner Waldfläche und somit auf ca. 15.000 ha erforderlich ist, beträgt der jährliche Waldumbaubedarf 300 ha, (zum Vergleich: Die Flächengröße des Tempelhofer Feldes beträgt 386 ha). Die Verjüngungsaktivitäten liegen derzeit aufgrund fehlender Mittel jedoch bei gerade einmal 30 ha pro Jahr, also bei nur einem Zehntel. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen würde der Waldumbauprozess somit ca. 500 Jahre dauern. Zuviel Zeit.

Beim Waldumbau der einschichtigen Kiefernbestände mit jungen Laubbäumen genießen die alten Kiefernbestände besonderen Vorrang. Sie werden durch Insekten und Pilze wie den Kiefernbaumschwamm, sowie Trockenheiten, Sturm und Frost in ihrem Waldgefüge zunehmend destabilisiert und müssen in den kommenden Jahrzehnten verstärkt mit heimischen Laubbaumarten wie Eiche, Linde, Ulme, Birke, Buche etc. unterbaut werden. Die Lücken der verlichtenden Kiefernaltbestände werden dann durch die heranwachsenden Laubbäume gefüllt. Mischwald entsteht.

Neben den Altbeständen einige Gebiete der mittelalten Kiefernbestände ebenfalls waldbauliche Impulse zur Mischwaldentwicklung. Notwendig ist dies, um der weiteren Ausbreitung der nordamerikanischen Traubenkirsche, Prunus serotina, durch einen vorausgehenden Mischwaldaufbau zu begegnen und so ihre ökologische Nische mit unseren heimischen Baumarten im Vorfeld zu besetzen. Die Spätblühende Traubenkirsche stellt eines der größten waldbaulichen Probleme des gesamten Kiefernflachlandgürtels von den Niederlanden bis Polen dar.

Ein Effekt des Waldumbaus ist ein verbesserter Wasserhaushalt. Unter Laubbäumen kann mehr Niederschlag als Grundwasserspende versickern als unter Nadelbäumen. Ein Beispiel, wie die in Berlin praktizierte naturgemäße Waldbewirtschaftung zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt.

Kiefernaltholz mit Buchen
Kiefernaltholz mit Buchen

Ziel muss es sein, das Niederschlagswasser im Raum zu halten, damit neben klimawirksamen Kühlungseffekten durch Verdunstung auch eine Verzögerung des Abflusses zur Stabilisierung des Niedrigwasserabflusses in den Gewässern entstehen kann. Da Berlin das Trinkwasser nicht importiert, sondern stadtnah gewinnt, ist die Rückhaltung und Versickerung der Niederschläge über Wald eine wesentliche Voraussetzung für die Qualität und die Quantität des Trinkwassers. Waldlandschaften, welche die Selbstreinigungskraft der Gewässer erhöhen, die Rückhaltung und Zwischenspeicherung fördern und die Grundwasseranreicherung steigern, werden im Klimawandel einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Die Stadtwälder leisten schon heute einen wichtigen Beitrag zur Trinkwasserversorgung.

Kontakt

Berliner Forsten
Dahlwitzer Landstraße 4
12587 Berlin
E-Mail: berliner_forsten@senuvk.berlin.de


Waldbearbeitung mit Rückepferden
Waldbearbeitung mit Rückepferden


Harvestereinsatz
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