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ÜberBrücken: Brückenbau 2000-2009

Marschallbrücke

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Marschallbrücke
 
Die 1882 fertig gestellte Marschallbrücke war mit drei Bogenöffnungen ein typisches Beispiel der vorindustriellen Zeit und vor ihrer Rekonstruktion das letzte noch existierende dieser Bauart. Mit dem Wettbewerb von 1995 suchte man nach Lösungen, das historische nördliche Brückenfeld zu erhalten und gleichzeitig eine notwendige größere Durchfahrtsöffnung für die Schifffahrt herzustellen. Hieraus ergab sich die Forderung nach dem Erhalt der alten Konstruktionsteile ebenso wie nach einer zeitgemäßen Erweiterung der Brücke.

Die Planungsgruppe mit Benedict Tonon und der PICHLER Ingenieure GmbH verfolgte zur Lösung ein Entwurfskonzept mit vier zentralen Themen: Zerlegung der Gesamtbrücke in drei Brücken, Erfahrbarkeit eines historischen Zusammenhangs im Stadtbild, Ablesbarkeit der Tragwirkung und Dialog Alt - Neu.

Als Lösung entstand eine zentrale Straßenbrücke mit sehr niedriger Konstruktionshöhe, flankiert von zwei beidseitig angeordneten Gehwegbrücken. Gehweg- und Straßenbrücken sind im Überbau vollständig getrennt, was sich vorteilhaft in Bezug auf das dynamischen Verhalten auswirkt. Die Straßenbrücke aus Verbundfertigteilträgern stellt ein schlichtes Balkentragwerk dar, das allenfalls in der ruhigen und gleichförmigen Untersicht wahrzunehmen ist. Die äußeren Gehwegbrücken aus Stahl mit sichtbaren Unterspannungen und Rahmenschwertern an den Widerlagern bilden dazu den ablesbaren Gegenpol. Durch denkmalgerechte Rekonstruktion des Geländers und durch den erhaltenen Bogen wurde die Brücke als harmonische Einheit von Alt und Neu wiederhergestellt.
 

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