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Tempobeschränkungen

Tempo 30 Zone
Bild: Gabi Günther - Fotolia.com

In Berlin gibt es auf vielen Straßen Abweichungen von der innerörtlich zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Geschwindigkeitsbeschränkungen tragen dazu bei, den Verkehr in der Großstadt sicherer und umweltverträglicher zu machen.

Wohngebiete, Mischgebiete oder Gewerbe- und Industriegebiete stellen die Verkehrsplaner vor völlig unterschiedliche Aufgaben. Während in den Wohn- und Mischgebieten die Verkehrssicherheit und die Begrenzung von Lärm und Umweltbelastungen im Vordergrund stehen, muss auf den Hauptverkehrsstraßen der Stadt ein effizienter und möglichst reibungsloser Verkehr gewährleistet werden.

Ein wichtiges Mittel, um den Bedürfnissen von Anrainern und den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden, sind Tempobeschränkungen. Sie helfen, den Verkehr nach den spezifischen Bedürfnissen vor Ort und der jeweiligen städtischen Umgebung zu organisieren.

Warum Tempobeschränkungen?

Tempo 30 aus Verkehrssicherheitsgründen

Vor Grundschulen und Kindergärten sowie auf Straßenabschnitten mit Unfallhäufung gelten häufig Tempolimits. Diese bieten Schutz (nicht nur) für Kinder und weisen die Verkehrsteilnehmer grundsätzlich auf besondere Gefahrenorte hin.

Tempo 30 aus Lärmschutzgründen

Lärm stört uns im Schlaf besonders. Die Tempo-30-Regelungen dienen dem Schutz der Nachtruhe. Dieser Schutz ist wichtig, weil dauerhafter nächtlicher Verkehrslärm ab 55 Dezibel wahrscheinlich zu vermehrten Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. An den Berliner Hauptstraßen sind davon knapp 340.000 Menschen betroffen.

Berlin ist wie andere Großstädte verpflichtet, etwas gegen diesen Lärm zu tun. Tempo 30 ist nicht die einzige, aber im Falle der Beachtung eine sehr wirksame und schnell umsetzbare sowie preiswerte Maßnahme zum Schutz der Nachtruhe. An den höchstbelasteten Hauptstraßen wurde daher untersucht, wo möglichst viele Anwohner entlastet werden können, ohne dass die BVG-Metrolinien und die Hauptströme des nächtlichen Verkehrs zu stark beeinträchtigt werden. Die Wirkungsanalysen zeigen eine spürbare Entlastung.

Tempo 30 nachts – Entlastung für viele Berlinerinnen und Berliner

Auf den nächtlich hoch belasteten Straßenabschnitten wurde Tempo 30 nachts (22-6 Uhr) angeordnet und umgesetzt. Die Maßnahme ist ein Teil eines Gesamtkonzeptes zur Lärmminderung, die durch weitere Maßnahmen – z. B. den Austausch lauter Straßenbeläge – ergänzt werden. Die Tempo-30-Regelungen in der Nacht lösen die Lärmprobleme der Stadt zwar nicht gänzlich. Aber sie werden zur Folge haben, dass viele Berlinerinnen und Berliner künftig etwas ruhiger schlafen können.

Vielfach belegt: Tempo 30 im Stadtverkehr sorgt für bessere Luft

Eindeutige Ergebnisse, dass Tempo 30 die Atemluft verbessern kann. Es sp ielen vor allem die Fahrbedingungen in der Stadt eine Rolle. Denn im Stadtverkehr ist ständiges Beschleunigen und Abbremsen nicht zu vermeiden, was bekanntlich auch zu höherem Kraftstoffverbrauch führt.

Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen

Bildvergrößerung: Schild Tempo 30
Bild: SenUVK

In vielen Städten wird abschnittsweise Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen gefordert – häufig zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor Lärm. Berlin hat als bislang einzige deutsche Großstadt das gesamte Hauptverkehrsstraßennetz systematisch auf die Eignung von Tempo 30 untersucht.

Im Ergebnis gilt in Berlin richtungsbezogen an 164 km der Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 nachts (22 bis 6 Uhr) aus Lärmschutzgründen. Hinzu kommen weitere 372 km mit Tempo 30 tagsüber, meist aus Sicherheitsgründen oder temporär vor Schulen. Damit gelten an 17 Prozent des Berliner Hauptstraßennetzes zumindest zeitweise 30 km/h.

Die realen Auswirkungen dieser Regelungen wurden untersucht und dokumentiert.

Ergebnisse der Evaluierung für Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen

Bildvergrößerung: Cover Ergebnisse- Evaluierung
Cover Bericht zur Evaluierung
Bild: LK Argus

Die Auswirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen in Berlin wurden analysiert. Ziel war es, die Wirksamkeit der straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen genauer zu untersuchen und geeignete Rahmenbedingungen für die Anordnung von Tempo 30 darzustellen.

Unter anderem zeigte sich, dass die mittleren Geschwindigkeiten nach Anordnung von Tempo 30 in rund 80 Prozent der untersuchten Fälle statistisch signifikant sanken, auch ohne bauliche Begleitmaßnahmen oder Radarkontrollen. Die wesentlichen Erkenntnisse der Evaluierung von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen in Berlin finden Sie im Bericht zur Evaluierung.

Darüber hinaus hatte das Umweltbundesamt eine Untersuchung zu den weiteren Auswirkungen von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen, zum Beispiel auf die Qualität des Verkehrsflusses und auf das subjektive Empfinden der Anwohner, in Auftrag gegeben.

Bericht zur Evaluierung

PDF-Dokument (738.2 kB) - Stand: 2013