Umwelt  

 

Wasser und Geologie

... in Berlin - Bestandsaufnahme


Bestandsaufnahme
Der Grundstein für den Umsetzungsprozess der WRRL wurde in 2004 mit der Ermittlung des gegenwärtigen Zustandes der Gewässer – der sogenannten Bestandsaufnahme – gelegt. Die Analyse der Belastungen, die Überprüfung der Auswirkungen auf die Gewässer und die wirtschaftliche Analyse der Wassernutzungen sind Voraussetzungen, um erforderliche Maßnahmen abzuleiten. Die im November 2004 veröffentlichte Bestandsaufnahme gewährt allen Interessierten und Beteiligten einen Einblick in den Ist-Zustand sowie dessen Einschätzung und ist Grundlage für den notwendigen Dialog.

Für Berlin erbrachte die Bestandserfassung folgende wesentliche Ergebnisse:
  • Ca. 30 % der Fließgewässer Berlins sind infolge gewässerstruktureller Veränderungen als erheblich verändert eingestuft worden. Nur an zwei Gewässern konnten noch Relikte eines annähernd naturnahen Zustandes gefunden werden.
  • Einen prägenden Einfluss auf den Zustand der Mehrzahl der kleineren Fließgewässer hat die Stadtentwässerung. In den Hauptgewässern von Spree und Havel hinterlässt zudem der Rückstau durch Querbauwerke durchgehend signifikante Veränderungen. Der allgemeine chemisch-physikalische Zustand (Ammonium, Sauerstoff) zeigt insbesondere dort, wo Mischwassereinträge und bedeutende Regenwassereinleitungen stattfinden, Handlungsbedarf auf. Die Bewertung der quantitativen Phytoplanktondaten belegt erneut die Forderungen nach weiteren Maßnahmen zur Nährstoffeintragsreduzierung im Havel-Raum.
  • Nur ca. 1 % der Gewässer erreichen bereits die Zielstellung der Wasserrahmenrichtlinie, bei ca. 25 % ist es unklar; bei ca. 74 % ist es bei jetziger Datenlage eher unwahrscheinlich, dass die Ziele erreicht werden.
  • Der Grundwasserhaushalt wird trotz hoher Förderungsraten nicht übernutzt, dank umfangreicher Ausgleichsmaßnahmen und sinkender Fördermengen.
Die Bestandsaufnahme wird anhand der Daten des seit 2007 laufenden Monitoringprogrammes zur Überwachung der Oberflächengewässer und des Grundwassers laufend auf Stimmigkeit überprüft.

Monitoring

Probenahme
Probenahme wirbelloser Tiere
Eine ständige, zielgerichtete und effektive Überwachung der Gewässer – ein sogenanntes Monitoringprogramm - ist Grundvoraussetzung für die Wahl der Maßnahmen und die Erfolgskontrolle.

Unter einem Monitoring versteht man ein systematisches Programm zur räumlichen Beobachtung, Kontrolle und Bewertung der wasserwirtschaftlichen und ökologisch relevanten Größen. Im Fokus steht weniger der einzelne Messwert im Gewässer, als vielmehr die Ausprägung der Lebensgemeinschaften im System. Der integrale Ansatz der Wasserrahmenrichtlinie ermöglicht eine länderübergreifende Bewertung der Lebensraumqualitäten der Gewässer und der Ursachen für Degradationen.

Die Überwachung ist nach dem Grad der Gefährdung gestaffelt in ...
  • ... die "Überblicksweise Überwachung" des Gesamtzustandes der Gewässer (überregional bedeutende Messstellen im Flusseinzugsgebiet der Elbe)
  • ... die intensivere "operative Überwachung" an gefährdeten Gewässern bzw. an Gewässern, die vom guten Zustand abweichen
  • ... die "Überwachung zu Ermittlungszwecken", um in Einzelfällen die Ursachen von Belastungen zu ermitteln (investigatives Monitoring)
Insbesondere die operative Überwachung orientiert sich an den Belastungen, die in der Bestandsaufnahme ermittelt wurden. So sollen vor allem Wasserkörper untersucht werden, die in der Bestandsaufnahme mit der Zielerreichung "unwahrscheinlich" oder "unklar" eingestuft wurden.
Das Berliner Monitoringprogramm ist seit Anfang 2007 ein fester Bestandteil des Überwachungsprogramms der Flussgebietsgemeinschaft Elbe. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring ermöglichen die Überprüfung und Evaluierung der Ergebnisse der Bestandsaufnahme und sind in Kombination mit deren Ergebnissen maßgebliche Grundlage für die Aufstellung der Maßnahmenprogramme.
Informationen über die Auswahl und Anzahl der Messstellen, die angewandten Analyseverfahren und die Messintervalle können Sie in dem in 2007 veröffentlichten 3. Informationsblatt nachlesen.