Umwelt  

 

BLUME-Messnetz und Luftdaten

Jahresübersicht der Luftqualität 2014


Feinstaub (PM10)


Bei der Beurteilung der Schwebstaubbelastung wird europaweit die Konzentration der gesundheitlich besonders bedenklichen Feinstaubpartikel (PM10 - particulate matter) kleiner als 10 Mikrometer betrachtet. Sie bestehen aus primären und sekundären Feinstäuben unterschiedlicher Herkunft:

Primäre Feinstäube stammen direkt aus der Quelle, zum Beispiel aus Verbrennungsprozessen, wie Dieselruß. An verkehrsreichen Standorten stammen etwa 26 % der Feinstaubbelastung aus Kfz-Abgasen(insbesondere Dieselfahrzeuge), aus Reifen- und Fahrbahnabrieb und durch aufgewirbeltes Material auf den Straßen, (Luftreinhalteplan 2011-2017, Kap. 5.3.1). Deshalb zeigen verkehrsreiche Messstationen die höchsten Immissionskonzentrationen an Feinstaub PM10 an.
Einige weitere Quellen sind Kraft und Fernheizwerke, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern Schüttgutumschlag, Abfallverbrennungsanlagen und bestimmte industrielle Prozesse.

Sekundäre Feinstäube entstehen in der Atmosphäre durch komplexe chemische Reaktionen aus Schadgasen, wie Schwefel- und Stickstoffoxiden, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffen und können, je nach Wetterlage, über 100 Kilometer weit transportiert werden.
Auswertungen zu den Ursachen (Luftreinhalteplan 2011-2017, Kapitel 5.3) der Feinstaubbelastung zeigen, dass etwa 64 % der Staubkonzentration an verkehrsnahen Messpunkten der Berliner Innenstadt aus Quellen außerhalb des Großraums Berlin stammt.

Feinstäube und deren Vorläufer stammen sowohl aus menschlichen Aktivitäten als auch aus natürlichen Prozessen. Zu den natürlichen Quellen gehören die Bodenerosion, Meeresgischt, Wald- und Buschfeuer sowie bestimmte biogene Aerosole - Viren, Sporen von Bakterien und Pilzen, außerdem Algen, Pflanzenreste usw.

Die erste Grafik zeigt, dass im Jahr 2014 der Grenzwert für das Jahresmittel von 40 µg/m³ an allen Messstationen mit Werten zwischen 21 und 32 µg/m³ eingehalten wird.

Die zweite Grafik zeigt die Anzahl der Tage mit Überschreitungen des Tagesmittelwertes PM10 von über 50 µg/m³ im Kalenderjahr 2014. Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ darf nicht öfter als 35 mal im Jahr überschritten werden. Die Anzahl der Überschreitungstage wird an vier Verkehrsstationen Stationen mit dreimal jeweils 48 Tagen und einmal 37 Tagen überschritten.

In der dritten Grafik ist jeweils die gemessene Konzentration angegeben, die dem 36. Überschreitungstag im Jahr 2014 entspricht. Damit der Tagesgrenzwert eingehalten wird, darf sie nicht über 50 µg/m³ liegen. An den vier verkehrsnahen Messstationen wird dieser Wert mit 51 µg/m3 bis 55 µg/m3 überschritten.

Seit 2004 wird der Jahresmittelwert von 40 µg/m³ an allen Messstationen eingehalten, so auch in 2014. Aufgrund ungünstiger meteorologischer Bedingungen wird in 2014 der Tagesgrenzwert, der nicht mehr als 35 Überschreitungen eines 24h-Mittels von 50 µg/m³ Feinstaub PM10 zulässt, an vier verkehrsnahen Stationen überschritten.

Um eine langfristige Reduzierung des Feinstaubs auch bei ungünstiger Wetterlage an Hauptverkehrsstraßen zu ermöglichen, wurde der Luftreinhalteplan für Berlin 2011-2017 fortgeschrieben. Neben den bereits laufenden Maßnahmen umfasst der neue Luftreinhalteplan neue Konzepte zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes und der Verbesserung der Luftqualität. Durch die Einführung der Umweltzone seit 2008 konnte der Jahresmittelwert für PM10 bereits um etwa 2-3 µg/m³ gesenkt werden. dies entspricht einer Reduktion von ca. 7-10 %. Ohne diese Reduzierung wären etwa 10 zusätzliche Überschreitungstage mit Tagesmitteln über 50 µg/m³ zu erwarten gewesen.

Jahr 2014: Jahresmittelwert der Feinstaubkonzentration PM10 - Klick für Vergrößerung (102 KB)
Jahr 2014: Jahresmittelwert  
der Feinstaubkonzentration PM10 [µg/m³]

Jahr 2014: Anzahl der Überschreitungstage Feinstaub PM10 - Klick für Vergrößerung (106 KB)
Jahr 2014: Anzahl der Überschreitungstage  
Feinstaub PM10

Jahr 2014: 90,41%-Wert der Feinstaubkonzentration PM10 - Klick für Vergrößerung (108 KB)
Jahr 2014: 90,41%-Wert  
der Feinstaubkonzentration PM20 [µg/m³]

Feinstaub (PM2,5)


Eine Teilmenge des Feinstaubes PM10 sind die feineren Teilchen PM2,5, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer ist. Im Jahresmittel macht die PM2,5-Fraktion ca. 60-70 % der PM10-Fraktion aus. Sie enthält weniger aufgewirbelte und natürliche Bestandteile als die PM10-Fraktion.

Die nebenstehende Abbildung zeigt, dass der ab 2010 gültige Zielwert für den Schutz der menschlichen Gesundheit von 25 µg/m³ an allen Messstationen mit Werten zwischen 19 und 22 µg/m³ eingehalten wird.

Ab 1. Januar 2015 muss der Zielwert von 25 µg/m³ als rechtlich verbindlicher Immissionsgrenzwert eingehalten werden. Im Vergleich stellt der Tagesmittelwert für PM10 eine schärfere Anforderung dar.

Jahr 2014: Jahresmittelwert der Feinstaubkonzentration PM2,5 - Klick für Vergrößerung (109 KB)
Jahr 2014: Jahresmittelwert der Feinstaubkonzentration PM2,5 in µg/m³