Umwelt  

 

Langfristige Entwicklung der Luftqualität

Schwebstaub / Feinstaub PM10


1998 wurde mit der Messung von Feinstaub PM10, also von besonders gesundheitsschädlichen Teilchen kleiner als 10 Mikrometer (µm), begonnen. Sie ersetzte die Gesamtstaubmessung, bei der auch grobe Teilchen > 10 µm erfasst wurden. Deshalb sind beide Reihen nicht direkt miteinander vergleichbar.

Seit den 1980er Jahren ist die Feinstaubbelastung in Berlin deutlich gesunken. Die über das Jahr gemittelte Feinstaubbelastung in Verkehrsnähe sank bereits 2004 unter den seit 2005 einzuhaltenden EU-Jahresgrenzwert von 40 µg/m³. Neben dem Grenzwert für das Jahresmittel gilt seit 2005 auch ein Grenzwert für den Tagesmittelwert (24h-Grenzwert) von 50 µg/m³, der nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Dieser 24h-Grenzwert konnte noch nicht in allen Jahren eingehalten werden (Grenz- und Zielwerte).

Die Abnahme des Jahresmittelwertes und die Anzahl der Überschreitungstage in den Jahren 2007, 2008, 2012, 2013 und 2016 ist zum einen auf günstige meteorologische Bedingungen und zum anderen auf Emissionsminderungen in Berlin, insbesondere durch die Einführung der Umweltzone zurückzuführen So hat der lokale Verkehrsbeitrag durch den Straßenverkehr in einer Straße deutlich abgenommen und war 2016 nur noch halb so hoch wie 2005. Dieser Verkehrsbeitrag wird berechnet aus der Differenz der Feinstaubkonzentration an der Straße (rote Kurve) und in städtischen Wohngebieten (blaue Kurve).

Festzustellen ist, dass das Jahr 2016 das Jahr mit den wenigsten Überschreitungen des Tagesgrenzwertes seit Beginn der Messungen war.

Ab dem Jahr 2010 wäre ohne die Umweltzone die Feinstaubbelastung an Straßen um ca. 7 % oder circa 2 µg/m³ höher gewesen und es wären etwa 10 zusätzliche Überschreitungstage mit Tagesmitteln über 50 µg/m³ zu erwarten gewesen.

Wichtigste Feinstaubquellen in der Stadt sind heute verkehrsbedingte Partikel aus der Staubaufwirbelung von Straßen, Abrieb von Reifen, Bremsen und Fahrbahnoberfläche und Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen. Durch die Umweltzone konnte der Ausstoß von Dieselruß um mehr als die Hälfte reduziert werden. Daneben spielen lokal auch Bautätigkeiten (pdf; 4 MB) sowie der Güterumschlag und Staubaufwirbelung auf nichtbegrünten Flächen eine Rolle.

Weitere Beiträge stammen aus der Verbrennung von Holz und Kohle bei der Hausheizung, aus Kohlekraftwerken sowie aus natürlichen Quellen.

Feinstaub kann Hunderte Kilometer weit in der Atmosphäre transportiert und in die Stadt hineingetragen werden. Außerdem wird ein erheblicher Teil des Feinstaubs erst in der Atmosphäre aus gasförmigen Schadstoffen wie Schwefeldioxid, Ammoniak und Stickoxiden gebildet, die durch chemische Reaktionen zu Partikeln wie Sulfat und Nitrat umgewandelt werden.

Die wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubbelastung waren die Einführung wirksamer Rauchgasreinigungssysteme bei Kohlekraftwerken und bei der Abfallverbrennung zur Minderung von Staub, Schwefeldioxid und Stickoxiden, der Ersatz von Kohleheizungen durch Fernwärme und Gasheizungen sowie die Einführung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge und Baumaschinen auf Baustellen der Öffentlichen Hand.