Umwelt  

 

Langfristige Entwicklung der Luftqualität

Ozon


Ozon ist ein Sonderfall. Dieser dreiatomige Sauerstoff ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und wird nur selten direkt emittiert. Es bildet sich bei Sonnenschein und höheren Temperaturen durch chemische Reaktionen aus Stickoxiden und verschiedenen reaktiven Kohlenwasserstoffen. Gleichzeitig reagiert es mit anderen Schadstoffen, so dass Ozon dort am niedrigsten ist, wo seine Vorläufersubstanzen emittiert werden. Entstehungs- und Einwirkungsort liegen deshalb räumlich und zeitlich meist weit auseinander.

In dem nebenstehenden Diagramm ist die Stadtrandstation Marienfelde bis 2013 deshalb immer höher belastet als die innerstädtischen Messstationen. An warmen Tagen mit Sonnenschein ist die Ozonbildung besonders intensiv. Gerade dann sind die höchsten Werte zu erwarten.

Die täglichen maximalen Achtstundenwerte an solchen Tagen (sogenannten "Sommertage" mit Temperaturen über 25 °C) zeigen über die Jahre eine leicht abnehmende Tendenz. Obwohl die Emissionen der wesentlichen Quellen der Vorläuferstoffe (Autoverkehr, Kraftwerke, Industriebetriebe, gewerblicher und privater Gebrauch von Farben, Lacken und Lösemitteln) in Berlin und in Deutschland seit 1990 fast halbiert wurden, ist Ozon nicht im gleichen Maße zurückgegangen. Dies liegt an dem nicht-linearen Zusammenhang zwischen Stickoxidemission und Ozonbildung und an dem Umstand, dass Ozon über weite Strecken, auch über Landesgrenzen hinweg, transportiert wird. Alle Maßnahmen zur Minderung der Ozonbelastung in Deutschland hat die Bundesregierung in einem nationalen Programm (www.bmu.de) zusammengefasst.