Natur + Grün  

 

NATURA 2000

NATURA 2000-Gebiet Müggelspree - Müggelsee


Luftbild, Foto: Florian Möllers
Foto: Florian Möllers
  Lage des NATURA 2000-Gebietes Müggelspree - Müggelsee im Bezirk Treptow-Köpenick
Bezirk: Treptow-Köpenick




Aktuell


Am 3. Juli 2017 wurde die Verordnung zum Schutz der Landschaft des Müggelsees und des Fredersdorfer Mühlenfließes und über das Naturschutzgebiet "Müggelsee/Fredersdorfer Mühlenfließ" erlassen.

Den Text der Verordnung finden Sie hier:

Die Schutzgebietskarten finden Sie hier:

Bitte beachten Sie, dass die Verordnung erst nach ihrer Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt in Kraft treten und damit geltendes Recht werden wird.

Fragen und Antworten zu Sport, Freizeit‚ Landschafts- und Naturschutz am Müggelsee


Warum wird der Müggelsee als Schutzgebiet nach Naturschutzrecht (Landschaftsschutzgebiet und zwei Naturschutzgebiete) festgesetzt?
Die Europäische Union hat ein zusammenhängendes, ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete in Europa geschaffen. (Netz "Natura2000"). Ziel: die Erhaltung der natürlichen Lebensräume von wildlebenden Tieren und Pflanzen und die Sicherung der biologischen Vielfalt. Der Müggelsee wurde im Jahr 2002 als Berliner Natura-2000-Gebiet identifiziert und als solches dann an die EU-Kommission gemeldet. Entsprechend den EU-Richtlinien ist das Land Berlin verpflichtet, jedes so genannte Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und jedes europäische Vogelschutzgebiet rechtlich zu sichern. Andernfalls drohen Strafzahlungen.

Um diesen europäischen Vorgaben zu entsprechen, müssen die Bundesländer die existierenden FFH-Gebiete zu Landschafts- oder Naturschutzgebieten erklären und in der entsprechenden Schutzgebietsverordnung den Schutzzweck, die Entwicklungsziele und -maßnahmen sowie die erforderlichen Gebote und Verbote festsetzen.

Weitere Informationen:
Was sind die konkreten Schutzziele der Verordnung?
Der Große Müggelsee mit seinen Seitengewässern ist ein besonders schönes und beliebtes Naherholungsgebiet. Viele Berlinerinnen und Berliner nutzen das Gebiet zur Entspannung, für den Wassersport und zur Erholung. Ziel des Landschafts- und Naturschutzes ist es, die Schönheit der Natur zu erhalten, damit auch unsere Kinder und Enkel noch Freude daran haben können.

Die Natur am Müggelsee zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt und die große Anzahl von Tieren und Pflanzen aus.

Besonders schützenswert sind:
  • Das Vorkommen der Trauerseeschwalbenkolonie im Bereich "Die Bänke".
  • Uferbereiche mit Röhricht-, Schwimmblatt- und Wasserpflanzenvegetation, die für die Selbstreinigungskraft des Gewässers maßgeblich und wichtiger Lebensraum für viele Fischarten, Amphibien, Libellen und andere seltene Tierarten sind.
  • Ungestörte Land-Wasser-Übergänge mit Vorkommen von Bibern, Fischottern, Ringelnattern und anderen amphibisch lebenden Tierarten sowie Ansitzwarten für den Seeadler.
  • Ufernahe Auwälder mit Brutplätzen für Schellente, Eisvogel und andere seltene Vogelarten.
  • Die große Seefläche mit guter Nahrungsgrundlage für rastende und überwinternde Wasservögel.
Landschaftsschutzgebiet (LSG) und Naturschutzgebiet (NSG):
Was ist der Unterschied?
Im Naturschutzgebiet (NSG) gelten strengere Regeln als im Landschaftsschutzgebiet (LSG). So dürfen im NSG die Wege nicht verlassen werden und der ufernahe Teil des Sees, das NSG ist, soll auch mit wind- oder muskelkraftbetriebenen Wasserfahrzeugen nicht befahren werden.

Weitere Informationen:
Welche Veränderungen an den ursprünglich geplanten Grenzen des Landschaftsschutzgebietes oder der Naturschutzgebiete wurden vorgenommen?
Die schmalen Uferstreifen um den Müggelsee und der See selbst werden ein LSG. Innerhalb des LSG werden einzelne, kleinere Flächen als NSG ausgewiesen. Die NSG-Flächen wurden nach den Einwendungen der Nutzer, vor allem der Sportverbände und -vereine, im Vergleich zum ersten Entwurf deutlich verkleinert.
  • Die NSG-Zonen am Westufer und im Bereich der Surfschule am Ostufer wurden deutlich zurückgenommen.
  • Der Promenadenweg am Westufer liegt nicht im NSG, sondern im LSG.
  • Auch im Bereich "Borkenstand" und an der Ausfahrt zur Müggelspree wurden die NSG-Zonen angemessen zurückgenommen.
Warum müssen Teile des Sees Naturschutzgebiet werden?
In bestimmten, nicht zu tiefen Bereichen des Sees gibt es wertvolle Lebens- und Rückzugsräume von z.B. Fischen und Muscheln, verbunden mit der entsprechenden Unterwasservegetation. Hier ist die Artenvielfalt noch hoch, und das soll auch so bleiben. Über Wasser bilden diese Bereiche Teile der wichtigen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete des Müggelsees für viele Arten von Wasservögeln, unter ihnen die Trauerseeschwalbe.
Ändert sich etwas für den Wassersport?
Das individuelle Segeln, Rudern und Kanufahren auf dem Müggelsee und den angrenzenden Gewässern ist weiter möglich wie bisher.

Die schmalen Streifen in Ufernähe, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden, sollen nicht befahren werden. Für den Wassersport hat dies keine Auswirkungen. Mit den Sportverbänden werden freiwillige Vereinbarungen getroffen, wie diese Regel eingehalten werden kann. Die Vereinbarung wird derzeit erarbeitet. Auf der Grundlage des von der Wassersportkommission vorgelegten Vorschlags wird gemeinsam mit den Naturschutzverbänden die Endabstimmung vorgenommen werden.

Regatten und Wettkämpfe – Segeln, Rudern und Kanu – auf dem Müggelsee und den angrenzenden Gewässern bedürfen in der Wassersportsaison vom 01. April bis 31. Oktober keiner Genehmigung, wenn sie schutzzweckverträglich durchgeführt werden. Schwimmwettkämpfe und Trainingseinheiten sind das ganze Jahr über ohne Genehmigung zulässig.

In den Wintermonaten, vom 01. November bis 31. März, ist der Müggelsee eine Ruhezone für viele Vogelarten, zum Beispiel für Zugvögel auf dem Weg in ihre Sommer- bzw. Winterquartiere. Werden sie aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, verlieren sie Kraft für den Weiterflug bzw. den Rest der kalten Jahreszeit. Deswegen müssen Regatten oder Wettbewerbe in diesem Zeitraum genehmigt werden. Bei Landschafts- und Naturverträglichkeit kann die Genehmigung auch in den Wintermonaten erteilt werden. Es finden in dieser Zeit aber nur sehr wenige Regatten und Wettbewerbe statt.

Auch zu den Fragen der Genehmigung von Regatten und anderen Wettbewerben in den Wintermonaten soll die geplante freiwillige Vereinbarung Auslegungshilfe enthalten.
Ändert sich etwas für den Motorbootverkehr?
Das Motorbootfahren auf dem Großen Müggelsee und den angrenzenden Gewässern ist wie bisher im Rahmen des geltenden Wasserstraßenrechts des Bundes weiter zulässig. Das gilt für die Fahrrinne auf dem Müggelsee, die Zufahrten zu Anlegestellen und auch für Ausflugsschiffe und die BVG-Fähre.
Ändert sich etwas für das Baden oder Schwimmen?
Das individuelle Schwimmen und Baden im Müggelsee und den angrenzenden Gewässern ist weiter zulässig wie bisher. Es erfolgt keine Einschränkung durch die neue Verordnung.

Ausgewiesene Badestellen im LSG/NSG Müggelsee können weitergenutzt werden, so auch das Strandbad Müggelsee und die Badestellen "Teppich" und "Läufer".

Ebenso können vorhandene, nicht ausgewiesene Badestellen im LSG weiter genutzt werden.

Die neue Verordnung sieht die Möglichkeit vor, bestimmte Bereiche im NSG zu kennzeichnen und dort dann das Baden zu verbieten. In Frage kommen dafür die naturnahen Uferbereiche im NSG, in denen Röhricht wächst. In diesen Bereichen war das Betreten (auch zu Badezwecken) schon vor der Verordnung unzulässig – durch die Vorschriften zum Schutz des Röhrichts. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz geht nicht davon aus, künftig im NSG zusätzliche Verbotsbereiche für das Betreten festlegen zu müssen.
Ändert sich etwas für Angler und Fischer?
Das Angeln auf dem Wasser vom Boot aus ist im Rahmen des bereits jetzt geltenden Rechts (insbesondere des Röhricht- und Schwimmblattzonenschutzes) weiter zulässig.

Das Angeln vom Ufer im LSG und im NSG ist grundsätzlich erlaubt und ausschließlich in gesperrten Bereichen unzulässig. Die für den Röhrichtschutz notwendigen Betretungsverbote nach dem Fischereirecht gab es schon vor der Verordnung.

Die Einschränkung der Reusenfischerei wurde aus der Verordnung gestrichen. Die oberste Naturschutzbehörde wird sich für einen angemessenen Reusenschutz in der Berliner Fischereiordnung einsetzen.
Ändert sich etwas für Erholungssuchende?
Spazierengehen, Radfahren und Reiten auf vorhandenen Wegen im LSG/NSG ist weiter zulässig und wird nicht eingeschränkt. Das gilt auch für den Promenadenweg am Westufer des Müggelsees und den Europaradweg am Südufer.

Das Event-Gelände Rübezahl, das Hotel Müggelsee und das Restaurant Müggelhort liegen außerhalb des LSG/NSG Müggelsee und können weiter betrieben und benutzt werden.
Hat die Verordnung Auswirkungen auf die Besitzer und Nutzer von Stegen?
Alle Einzelstege, Sammelsteganlagen, Bootshäuser und Vereinsgelände am Nordostufer des Bereichs "Die Bänke" liegen außerhalb des LSG/NSG Müggelsee und können im Rahmen des geltenden Rechts (Berliner Wassergesetz) weitergenutzt werden.

Die Abwasserentsorgung und das Anfahren durch den Graben am Nordufer der Insel Entenwall sind weiter möglich.

Bestimmte Uferbereiche der Inseln Entenwall und Kelchsecke liegen zwar im neuen LSG Müggelsee, aber die Genehmigung und Weiternutzung der vorhandenen etwa 90 Stege bleibt auf der Grundlage des Gewässerentwicklungskonzeptes im Rahmen der geltenden Rechtsvorschriften, insbesondere des Berliner Wassergesetzes, grundsätzlich weiter möglich. Ein konzeptioneller Rahmen hierzu, der die erforderlichen Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen soll, wird derzeit im Bezirk Treptow-Köpenick mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erarbeitet.

Alle Parzellen, Bungalows, Wege und Freiflächen auf den Rahnsdorfer Inseln liegen außerhalb des LSG/NSG Müggelsee und können wie bisher weitergenutzt werden.

Auch die fachgerechte Wartung von Anlagen für Versorgung mit Elektrizität einschließlich des erforderlichen Bodenaufgrabens ist weiter möglich wie bisher.

Auch das Übersetzen mit Booten vom Ufer der "Bänke" auf die Inseln bleibt weiter möglich.


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Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), Foto: Florian Möllers
Foto: Florian Möllers

Fredersdorfer Mühlenfließ, Foto: Lena Havermeier
Foto: Lena Havermeier
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Fläche: 1.679,8 ha
Lage: Zwischen Friedrichshagen und der östlichen Stadtgrenze am Seddinsee
  Als FFH-Gebiet gemeldet
Teile zugleich auch SPA-Gebiet
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Das Gebiet umfasst das LSG/NSG Müggelsee und Fredersdorfer Fließ sowie das NSG Müggelspreeniederung Köpenick. Es vereint mehrere Teilgebiete: den Müggelsee mit der östlich anschließenden Bänke, die Wiesen und Waldbereiche zwischen Kleinem Müggelsee und Dämeritzsee, das Fredersdorfer Mühlenfließ, die Krumme Laake/Pelzlaake sowie die Gosener Wiesen und den Nordostteil des Seddinsees. So vielfältig wie die Lebensräume sind die hier vorkommenden Arten. Die Müggelspree ist ein wichtiger Ausbreitungskorridor für Fische und ebenso für Biber und Fischotter. Ein überregional beachtenswertes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel ist der Müggelsee. Die Bänke ist mit ihren Teich- und Seerosen neben dem Seddinsee ein bedeutendes Brutgebiet der Trauerseeschwalbe. Wertvoll sind auch die feuchten Wiesenbereiche, Weidengebüsche und Erlenbrüche der Gosener Wiesen und längs der Spree zwischen Dämeritzsee und Kleinem Müggelsee. Sie beherbergen eine Vielzahl im Stadtgebiet sonst kaum anzutreffender Arten.
 

BesuchertippsBesuchertipps

Die reizvolle Landschaft rund um den Müggelsee ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel für Kurz- und Tagestouren. Das liegt nicht zuletzt auch an der guten Verkehrsanbindung. So lässt sich der Müggelsee mit der S-Bahn bequem erreichen. Zahlreiche Wanderrouten erschließen das Gebiet und von Friedrichshagen aus führt sogar ein 1923 erbauter Fußgängertunnel 8,5 Meter unter der Spree zum anderen Ufer. Der Europaradweg R1 quert das Gebiet. Von ihm sind viele Abzweigungen möglich. Und wem das Strandbad Rahnsdorf zu groß ist, kann die malerische Badestelle am Kleinen Müggelsee mit einer Düne im Rücken nutzen. Zahlreiche Ausflugsschiffe verkehren auf den Gewässern. Einen besonderen Überblick über die schöne Landschaft kann man sich von den Müggelbergen, einem südlich des Müggelsees bis zu 115 Meter aufragenden Moränenzug, verschaffen. Seit Frühjahr 2017 ist die Gaststätte wieder geöffnet und können Besucher den Müggelturm gegen ein Eintrittsgeld erklimmen.

Weiße Seerosen (Nymphaea alba), Foto: Josef Vorholt / linnea images
Foto: Josef Vorholt / linnea images

 

Karten


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Piktogramme

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