Natur + Grün  

 

Ausstellung natürlich BERLIN!

Mut zur Lücke

 Audiodatei zur Ausstellungstafel (mp3, 3:37 min; 8,5 MB)

Bildfüllend die Aufnahme eines Wanderfalken bis zur Brust. Im Hintergrund tief unter dem Vogel ist schemenhaft das rote Ziegeldach und der Glockenturm der Marienkirche am Alexanderplatz erkennbar. Der Wanderfalke hat einen schwarzgrauen Kopf mit dunkler Wangenfärbung, eine helle Kehle, auf der cremefarbenen Brust dunkle Striche, der Bauch und die Beine sind auffällig quer gebändert. Seine großen schwarzen Augen sind gelb umrandet, der graue Schnabel hat eine stark gekrümmte Spitze. Die Weibchen können bis 50 Zentimeter lang werden und haben eine Flügelspannweite von 115 Zentimeter. Damit zählt der Wanderfalke zu den größten Falkenarten Deutschlands.
Wanderfalke am Roten Rathaus; Foto: Florian Möllers

An einer rau verputzten hellen Hauswand sitzt ein Sperlingspaar an einer hervorstehenden runden Öffnung. Das Männchen mit seinem rotbraunem Gefieder krallt sich am Rand der Öffnung fest und hat Pflanzenfasern im Schnabel. Das etwas heller gefärbte Weibchen sitzt oben auf der Öffnung und schaut zum Männchen herunter.
Sperlinge als Gebäudebrüter; Foto: Josef Vorholt
Hausfassaden mit Lücken sind willkommener Ersatz für zerklüftete Felswände. Durch die Sanierung von Gebäuden geraten einige Vogelarten in akute Wohnungsnot. Werden offene Fugen und Spalten an Häusern geschlossen, verlieren die bislang noch zahlreichen Haussperlinge ihre Brutquartiere. Auch das schrille Rufen des Mauerseglers wird seltener.

Der Einbau von Bruthilfen trägt dazu bei, Nistplätze an sanierten Gebäuden zu erhalten. Davon profitiert auch der in Ostdeutschland einst ausgestorbene Wanderfalke: Für ihn stehen Nistkästen am Roten Rathaus und an der Marienkirche bereit.
 
An einer verwitterten Mauer aus gelben Backsteinen sprießen die grünen Zweige des Mauerfarns. Buschartig wachsen sie in Ritzen und zum Teil offenen Fugen. Die kleinen gefiederten Blätter sitzen an langen verzweigten Stängeln. Die einzelnen Fiedern sind rautenförmig geformt. Deshalb wird der Mauerfarn auch Mauerraute genannt.
Der Mauerfarn besiedelt Ritzen und Mörtelfugen alter Mauern. Foto: Florian Möllers