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Fragen und Antworten

Wildtiere


Foto Rehkitz im Dickicht; Quelle / Fotograf: Berliner Forsten / Thorsten Wiehle
Foto: Berliner Forsten / Th. Wiehle

Wie kommen Wildtiere in die Stadt?

Berlin hat eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Viele Tiere richten sich auf die menschliche Nachbarschaft ein. Manchmal führt dieses Nebeneinander zu Problemen. In der grünen Metropole Berlin muss man sich auch mit Wildtieren arrangieren. Letztlich sind sie ein Zeichen für die hohe Lebensqualität unserer grünen Stadt – nicht nur für uns Menschen.
Bei Fragen zu und Problemen mit Wildtieren helfen Ihnen Fachleute des Naturschutzbundes Deutschland (NABU Berlin) montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr weiter.
Die Wildtierberatung des NABU Berlin erreichen Sie unter (030) 54 71 28 91
E-Mail: wildtiere@nabu-berlin.de

Weitere Informationen

Verhalten bei Wildtierbegegnungen — Was ist zu beachten?

Wenn Sie ein Wildtier oder auch Wildtiernachwuchs finden, sollten Sie diese nicht aufnehmen, sondern in Ruhe lassen. Insbesondere bei Jungtieren sind die Elterntiere oft in der Nähe und kümmern sich um das Tier. Ist das Tier verletzt oder in akuter Not, wenden Sie sich an die NABU-Wildtierberatung oder an die Polizei.

Was ist beim Umgang mit Füchsen und Wildschweinen im Stadtgebiet zu beachten?

Wildschweine sind grundsätzlich nicht aggressiv, in Berlin aber oft nicht scheu und teilweise neugierig. Im Falle einer Begegnung empfiehlt es sich, Ruhe zu bewahren und sich langsam zu entfernen oder mit gebührendem Abstand an den Tieren vorbei zu gehen.

Vorsicht gilt besonders beim Spaziergang mit dem Hund. Mit ihm gibt es sehr viel schneller Wildschweinbegegnungen, die für Hund und Wildschwein ernste Folgen haben können. Um Wildschweine aus Gärten fernzuhalten, ist ein stabiler Zaun, mindestens 1,50 m hoch und etwa 40 cm tief in den Boden eingegraben unverzichtbar. Offene Komposthaufen oder Gartenabfälle außerhalb des Grundstücks am Waldrand entsorgt, sind eine Einladung an die Wildschweine.

Auch Füchse sind Wildtiere und sollten respektvoll als solche behandelt werden. Tote Füchse bitte nicht anfassen! Füchsen im häuslichen Umfeld niemals Futterangebote machen und neugierige Jungfüchse vertreiben. Geraten Füchse in die Enge, so sollte ihnen immer ein Fluchtweg frei gemacht werden.

Geflügel, Kaninchen und Meerschweinchen holt sich der Fuchs, wenn er kann. Deshalb brauchen Tiere, die im Garten gehalten werden, sichere Gehege, deren Gitter möglichst 50 cm tief in den Boden eingegraben werden und auch oben abgedeckt sind, denn Füchse klettern sehr geschickt. Weil auch Marder den Haustieren gefährlich werden können, sollte die Maschenweite des Gitters maximal 4 cm betragen.
Übrigens: Weder der Fuchsbandwurm noch die Tollwut ist bei den Berliner Füchsen derzeit nachzuweisen.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Wildtieren

Darf man Wildtiere füttern?

Das Füttern von Wildtieren ist überflüssig, für die Tiere nicht selten schädlich und führt regelmäßig zu Problemen. Überpopulationen, fehlende Scheu und Distanzlosigkeit, Anstieg von Wildunfällen in der Stadt sowie Ruhestörung und Geruchsbelästigung werden durch die Fütterungen begünstigt. Deshalb ist das Füttern von Wildtieren generell verboten und kann nach dem Landesjagdgesetz (§§ 34 und 50 LJagdG Bln) mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Faltblatt "Füttern — Nein danke!" (pdf; 0,8 MB)

Wildunfall: Was ist zu tun?

Jährlich werden in Berlin über 200 Wildschweine sowie mehr als 100 Rehe und Füchse bei Unfällen "erlegt". In Waldgebieten sollte daher besonders umsichtig gefahren und die Warnhinweise genau beachtet werden. Falls es zu einem Unfall mit Wild kommt, gilt folgendes zu beachten:
  • Unfallstelle absichern,
  • Tier, wenn möglich an den Straßenrand ziehen, nicht mit bloßen Händen anfassen sondern Handschuhe tragen. Das Wild nicht in das Auto einladen oder mitnehmen, da dies rechtlich als Wilderei gilt.
  • Polizei verständigen und Unfallstelle möglichst genau beschreiben.
  • Wenn das Wild verletzt fliehen konnte: Unfallstelle deutlich markieren. Auf keinen Fall auf eigene Faust hinterhergehen. Das übernehmen Fachleute.
  • Die Unfallspuren am Wagen (Blut, Haare) nicht entfernen, sondern von der Polizei bzw. Jägerin oder Jäger bestätigen lassen.
  • Wildschäden mit Haarwild (z.B. Wildschweine, Rehe) sind über die Vollkasko- und auch über die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Mitglieder von Automobilclubs erhalten unter Umständen auch von dort Kosten erstattet.

Wird in Berlin gejagt?

In einer Großstadt wie Berlin führt das Auftreten von Wildtieren immer wieder zu Schäden oder Konflikten. Zu hohe Wilddichten können auch dem Wald und unter Umständen der Lebensgemeinschaft der Wildtiere selbst schaden. Daher ist eine weidgerechte Bejagung einiger Tierarten auch im Berliner Erholungswald erforderlich.

Die Jagdausübung unterliegt einerseits strengen gesetzlichen Regelungen (Bundesjagdgesetz/ Landesjagdgesetz Berlin) und im Ballungsraum zusätzlich besonderen Sicherheitsanforderungen. Zudem sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.

Weitere Informationen zum Jagdwesen in Berlin

Ist Wildfleisch gesund?

Wildfleisch kommt direkt aus der Natur. Das macht das Fleisch einzigartig mit gesunden Eigenschaften. Wildtiere leben frei in der Natur in heimischen Wäldern, haben Bewegungsfreiheit, eine abwechslungsreiche artgerechte Ernährung - das wirkt sich auch auf das Fleisch aus.

Wildfleisch ist fettarm und reich an Vitaminen und somit bestens geeignet für eine zeitgemäße und gesundheitsbewusste Ernährung.

Das bei der Jagd in den Berliner Wäldern anfallende Wildfleisch vermarkten die vier Berliner Forstämter unmittelbar. Insbesondere Wildschweine und Rehe werden dabei überwiegend im ganzen Stück an den Wildhandel und die Gastronomie verkauft. Aber auch private Interessenten können Wildfleisch aus den Wäldern der Stadt erwerben. In Ausnahmefällen werden auch einzelne Portionen des grob zerlegten Wildes angeboten - dies insbesondere zu besonderen Verkaufsterminen. Erkundigen Sie sich in den Berliner Forstämtern nach diesen Terminen und fragen Sie nach den jeweils aktuellen Angeboten. Dort erfahren Sie auch die gültigen Preise dieses hochwertigen Fleisches.

Forstamt Grunewald
Tel.: 030-8953 810

Forstamt Köpenick
Tel.: 030-6419 3775

Forstamt Pankow
Tel.: 030-4749 8821

Forstamt Tegel
Tel.: 030-4360 2613