Forsten  

 

Forsten

Baum des Jahres 2018: Die Ess-Kastanie



Die Ess-Kastanie wird auch Edel-Kastanie genannt. Ihr deutscher Name stammt vom lateinischen Baumnamen "Castanea sativa" ab, den die Römer vom griechischen Kastana entlehnt haben.

Im dichten Waldbestand kann eine Ess-Kastanie über 35 m hoch werden. Im freistehenden Bestand wächst ihre Krone aber auch gerne in die Breite. Die Höchstmarke liegt dann bei 25 m.


Logo BdJ



Die Blüten der Ess-Kastanie
Die Blüten der Ess-Kastanie
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Die Früchte der Ess-Kastanie
Die Früchte der Ess-Kastanie
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Im Oktober 2017 kürte die Baum des Jahres Stiftung zum 30. Mal einen Jahresbaum. 2018 steht im Zeichen der kulinarischen und praktischen Ess-Kastanie, ein Baum mit gelblichweißer Blütenpracht und großen, runden, stacheligen Früchten, der in Deutschlands Wäldern nicht oft zu finden ist. Nun hat er im Rahmen der Auszeichnung einen Platz im Berliner Zoo erhalten. Minister Peter Hauk (MdL) übernimmt die Schirmherrschaft.

Beheimatet im warmen Klima

Das Klima Deutschlands ist für die Verbreitung der Ess-Kastanie nicht optimal und dennoch hat der resistente Baum in Südwestdeutschland Standorte gefunden, die warm genug für ihn sind. Auch im übrigen Deutschland, in Dänemark und Südschweden wachsen Kastanienbäume. Da diese Gebiete jedoch klimatisch nicht optimal sind, bleibt es hier lediglich bei einem eindrucksvollen Baum, der Garten- oder Parkanlagen sowie Alleen schmückt, ohne Früchte. Lediglich in Jahren, in den das Sommerwetter bis in den Herbst reicht, könnte es sein, dass man reife Früchte erhält.

Ein Baum mit Geschichte

Es heißt vor rund 2000 Jahren haben die Römer die Ess-Kastanie über die Alpen gebracht. Ebenso können aber auch die Griechen Deutschland die Ess-Kastanie beschert haben und das sogar schon ein halbes Jahrtausend vor den Römern. Um 400 v. unserer Zeitrechnung wurden in der griechischen Kolonie Massalia, das heutige Marseille, Ess-Kastanien angebaut und gehandelt. So gelangte die kleine braune Frucht über das Rhone-Tal und die Burgunder Pforte nach Süddeutschland. Den Römern ist es jedoch zu verdanken, dass sich der Anbau, die Veredelung und die Verarbeitung etabliert haben. Sie kannten die Vorteile, des erstaunlich resistenten Baums und wussten, wie man seine Früchte köstlich verarbeitet.

Vielseitig, nützlich und lecker

Das sehr widerstandsfähige Holz wurde früher überwiegend als Rebstöcke genutzt. Oft wurde das Holz auch für den Hausbau oder zur Erstellung von Fässern oder Masten verwendet. Das Holz der Ess-Kastanie und die Rinde enthalten einen hohen Anteil an Gerbsäure und der Brennwert ist sehr hoch, so dass der Baum zum Gerben und als Brennholz dient.
Ein Nebenprodukt der Ess-Kastanie ist ihr Honig. Die gesamte Krone überzieht rund 30 Tage lang ein Blütenmeer. Aus den nektarreichen Blüten wird ein dunkelbernsteinfarbener Honig gewonnen, der sehr aromatisch und leicht herb schmeckt.

Ess-Kastanie vs. Rosskastanie

Die Ess- Kastanie sollte nicht verwechselt werden mit der Rosskastanie. Erstere hat wohlschmeckende, süße Früchte und gehört in die Familie der Buchengewächsen. Die Rosskastanie wird auch die Wilde Kastanie genannt und zu den sogenannten Seifenbaumgewächsen gezählt. Ihre Samen schmecken eher bitter und dienten bestenfalls als Viehfutter. Die Unterschiede zwischen ihnen können auch Laien am Blattwerk, den Blüten und den Blütenständen erkennen. Lediglich die Früchte, die bei beide aus stacheligen Kugeln herausplatzen, weisen Ähnlichkeiten auf. Botanisch gesehen sind aber nur die Früchte der Ess-Kastanie tatsächlich Nuss-Früchte. Die mahagoni­braunen Kastanien der Rosskastanie dagegen sind Samenkerne und die gesamte grüne, stachelige Kugel gilt als Frucht, wenn auch ungenießbare.

Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de