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Straßen und Brücken für Berlin

Archiv: Straßen im Bereich Hauptbahnhof - Das Vorhaben


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Die Vorgeschichte
Gewerbebetriebe, ausgedehnte Brachflächen und Lagergelände bestimmten den Charakter des Geländes um den einstigen Lehrter Bahnhof [Luftbild] bis in die neunziger Jahre hinein. Stadtpläne vom Beginn des 20. Jahrhunderts verzeichnen hier auch noch den einstigen Ausstellungspark der Urania (ULAP), von dem einzig die westliche Spitze überlebt hat.

1992 fiel die Entscheidung, den Lehrter Bahnhof zum zentralen Kreuzungsbahnhof des Berliner Schienennetzes auszubauen. In einem Tunnel wird die neue Nord-Süd-Verbindung den Tiergarten und die Spree unterqueren. Zwei große Quergebäude [Modell] sollen ihren Verlauf als oberirdische Baukörper nachempfinden.

Parallel befinden sich die Tunnelanlagen der B 96, der U 5 und der S 21 in Bau. Zwischen ihnen gibt es Passerellen, die dafür sorgen, dass ein Gutteil der 250.000 Menschen, die am neuen Kreuzungsbahnhof täglich ankommen oder umsteigen werden, den Bahnhof nicht auf der Straßenebene verlassen wird.

 
Das Quartier Lehrter Bahnhof - das neue Hauptbahnhofsquartier
Mitte der neunziger Jahre entschied der Architekt Oswald Mathias Ungers den Wettbewerb um die Bebauung [Modell] des angrenzenden Viertels für sich. Zwischen Invalidenstraße, Spree und Humboldthafen entsteht ein verdichtetes Innenstadtquartier. Ungers Planungen teilen das Areal in drei Bereiche: Der Humboldthafen wird von neuen Wohnkolonnaden umgeben. Der eigentliche Bahnhofsbereich mit einem nördlichen und südlichen Vorplatz bleibt bis auf einen Hotelkubus im Süden und einen Turmsolitär im Norden von weiterer Bebauung frei. Im Westen schließlich quert die Trasse der Stadtbahn ein neues Quartier im klassischen Berliner Blockraster mit Erschließungsstraßen für die Anwohner. Im Norden und Süden des Bahnhofsgebäudes bilden zwei großzügige Vorplätze eine stadträumliche Klammer und fungieren zugleich als attraktive Entrees zum Bahnhof.

 
Im Berliner Verkehrsnetz
Die Invalidenstraße stellt den nördlichen Abschluss des Stadtquartiers Lehrter Bahnhof [Plan] dar. Sie bildet als Hauptverkehrsstraße einen Teil des künftigen Berliner Innenstadtrings und den wichtigsten Zubringer zum Straßentunnel der B 96 unter dem Tiergarten.
Im Süden verbindet die Straße Alt-Moabit das Quartier über die Moltkebrücke mit dem Kanzleramt. Vom Washingtonplatz zweigt die neue Spreeuferstraße als West-Ost-Verbindung zum Schiffbauerdamm ab.
Diese Straßenzüge im Norden und Süden binden das Viertel ins Netz der Berliner Verkehrsstraßen ein.

Berlins bedeutendster Bahnhof wird durch zahlreiche neue Verbindungen ins Verkehrsnetz der Stadt eingebunden. Die S-Bahn-Linien, die auf der Stadtbahntrasse verkehren, die neu entstehende U-Bahn-Linie 5, später auch die S 21 und neue Straßenbahnverbindungen stehen Reisenden und Berlinern zur Verfügung. Die meisten Umsteiger müssen den Bahnhof gar nicht verlassen [Simulation]. Dennoch gehen Prognosen von 75.000 Personen täglich aus, die im Umfeld des Bahnhofs wohnen und arbeiten und sich damit hier bewegen werden. Davon nutzen 52.000 den Nordausgang zur Invalidenstraße und damit zum Bundesverkehrs- und Bundeswirtschaftsministerium. Hier ist auch die Taxivorfahrt des Bahnhofs geplant. 20.000 Menschen verlassen den Bahnhof über den Südausgang [Simulation] zum neuen Stadtplatz und zum Kanzleramt jenseits der Spree, weitere 1.000 über den östlichen Ausgang des Bahnhofs zum Humboldthafen.