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Ersatzneubau der Neuen Gertraudenbrücke

Bildvergrößerung: Neue Gertraudenbrücke vom Uferweg Südost in Blickrichtung Nikolaiviertel, August 2020
Neue Gertraudenbrücke vom Uferweg Südost in Blickrichtung Nikolaiviertel, August 2020
Bild: SenUVK

Aktuell: Durchführung eines Wettbewerb zur Neuen Gertraudenbrücke

Das Planwerk Innere Stadt von 2011 wurde aktuell bezüglich der Lage der Neuen Gertraudenbrücke geändert, da sich die bisherigen Festlegungen bezüglich der verkehrlichen und städtebaulichen Ziele überholt haben. In der jetzt geplanten Variante wird das denkmalgeschützte Bauwerk der Alten Gertraudenbrücke komplett erhalten und saniert (inklusive der Heiligen Gertrud), die Straßenführung zwischen Molkenmarkt und Spittelmarkt wird beibehalten. Ein Ersatzneubau der Neuen Gertraudenbrücke soll in Lage der Bestandsbrücke erfolgen.

Auf Basis dieser Entscheidung wird für den Ersatzneubau derzeit ein Wettbewerbsverfahren vorbereitet. Ziel des Realisierungswettbewerbes soll es ähnlich wie beim Wettbewerb Mühlendammbrücke sein, eine zeitgemäße, verkehrswendetaugliche Brücke zu entwickeln, die sowohl die vorhandenen und prognostizieren Verkehre inkl. der neuen Straßenbahntrasse aufnehmen als auch auf den Prozess der Verkehrswende adäquat und qualitativ hochwertig reagieren kann.
Das Umfeld der Brücke soll neu konzipiert werden. Hierfür wird ein Ideenteil in den Realisierungswettbewerb integriert.
Vorlaufende und begleitend zum Wettbewerb werden Öffentlichkeitsbeteiligungen durchgeführt werden.

Planungsphase

Die Neue Gertraudenbrücke liegt im Bezirk Mitte im Zuge der B1 (Leipziger Straße – Spittelmarkt – Gertraudenstraße). Sie besteht aus zwei Teilbauwerken und überspannt als Einfeldbrücke den Spreekanal.

Die Brücke wurde in den 1970er Jahren im Zuge der Neuordnung des Straßenzuges Leipziger Straße – Spittelmarkt – Gertraudenstraße errichtet.

Auf Basis der durchgeführten Kontrolluntersuchungen im Jahr 2019 mussten Sofortmaßnahmen (Einschränkungen des Schwerlastverkehrs, Verhinderung der Befahrbarkeit der Kragarme) ergriffen werden, um die sichere Nutzung der Brücke weiterhin zu gewährleisten.

Die Brücke kann aufgrund der Konstruktion, des Bauwerkszustandes und des gestiegenen Verkehrsaufkommens den derzeitigen und künftigen Verkehrslasten nicht mehr dauerhaft standhalten. Die Restnutzungsdauer der Neuen Gertraudenbrücke ist stark eingeschränkt. Insbesondere aus Zwangsspannungen im Auflagerbereich sind Schadensbilder entstanden, die nur durch massive Eingriffe in die Bausubstanz korrigiert werden können und demnach einem Neubau gleichkommen. Aus wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten ist daher die Instandsetzung der Brücke nicht zielführend. Nur durch einen Ersatzneubau kann ein bezüglich Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit verlässliches Bauwerk für den Verkehr zur Verfügung gestellt werden. Das gilt insbesondere, da durch die neue Straßenbahntrasse (Alexanderplatz – Potsdamer Platz – Kulturforum), die sich derzeit in der Planung befindet, neue Beanspruchungen in die Bemessung einfließen müssen.

Das Vorhaben

Die Neue Gertraudenbrücke muss mittelfristig durch einen Ersatzneubau ersetzt werden.

Der Ersatzneubau ist im engen Zusammenhang mit der Planung der neuen Straßenbahntrasse zu entwickeln. In diesem Zuge wird der Straßenzug der B1 in weiten Bereichen zwischen Molkenmarkt und Leipziger Platz voraussichtlich neu geordnet. Hieraus können sich neue Anforderungen an die Brücke hinsichtlich Lage, Brückenbreite, Querschnittsaufteilung usw. ergeben. Zu berücksichtigen ist auch die unmittelbare Nähe zur denkmalgeschützten Alten Gertraudenbrücke.

Ziel ist es, den Ersatzneubau der Neuen Gertraudenbrücke in zeitlichen und logistischen Zusammenhängen mit dem Straßenbahnneubau sowie weiterer im Umfeld der Brücke befindlicher Baumaßnahmen, wie z. B. dem Ersatzneubau der Mühlendammbrücke, umzusetzen. Erste Abstimmungen hierzu laufen bereits.

Bestandsfotos

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Der Bau

Konkrete Angaben zum Bau können erst nach Abschluss der weiteren Planung erfolgen.

Verkehrsführung

Der Ersatzneubau der Neuen Gertraudenbrücke steht im engen Zusammenhang mit weiteren Bauvorhaben im Straßenverlauf der B1. Hier sind insbesondere der Neubau der Straßenbahn und der Ersatzneubau der Mühlendammbrücke zu nennen. Die Baumaßnahmen sollen so koordiniert werden, dass in der Regel im betroffenen Abschnitt der B1 ein eingeschränkter Verkehr für alle Verkehrsteilnehmer in beide Richtungen möglich bleibt. Dies kann im Bereich der Neuen Gertraudenbrücke darüber erreicht werden, dass die beiden vorhandenen Überbauten einzeln abgerissen und ersetzt werden, sodass für den Verkehr immer ein Überbau zur Verfügung steht.

Die beidseitigen Uferwege müssen für den Zeitraum der Bauausführung gesperrt werden.

Die Verkehrsführung wird sich erst im fortlaufenden Planungsprozess weiter konkretisieren.

Zahlen und Daten

Bauwerksdaten

  • Eröffnung

    1978

  • Spannweite/Gesamtlänge

    35,00 m

  • Gesamtbreite

    34,10 m

  • Breite der Überbauten

    Überbau West 15,5 m; Überbau Ost 18,0 m

  • Konstruktion

    Plattenbalkenbrücke (zwei getrennte Überbauten)
    Stahlträgerroste mit orthotropen Fahrbahnplatten

Gesamtkosten

  • Gesamtkosten für das Land Berlin

    ca. 40 Mio. Euro