Einschränkungen im Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo)

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) Berlin schränkt weiterhin aufgrund der Corona-Pandemie seinen Dienstbetrieb ein und schließt seine Einrichtungen mit Publikumsverkehr.
Die Mitarbeitenden bleiben weiterhin Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Ratsuchende. Um soziale Kontakte zu beschränken und Risikogruppen zu schützen, gelten weiterhin folgende Einschränkungen.

Corona in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie hier: berlin.de/corona

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Alternativmethoden

Alternativmethoden
Bild: Despositophoto

Gegenwärtig existiert zwar bereits eine Vielzahl an Alternativ- und Ersatzmethoden, aber auf eine Reihe von Tierversuchen kann trotzdem noch nicht verzichtet werden. So sind Experimente an Tieren unter anderem im Rahmen von Prüfungen für die Anmeldung bzw. Zulassung von Stoffen oder Produkten wie z. B. Chemikalien, Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln, zur Erforschung und Erprobung von Methoden zur Diagnostik, Prophylaxe oder Therapie von Krankheiten oder zur Erkennung bestimmter Umweltgefährdungen durch verschiedene Rechtsvorschriften vorgeschrieben. Weiterhin werden Tierexperimente in der biomedizinischen Forschung zur Untersuchung biologischer Vorgänge z. B. im Zusammenhang mit der Entstehung von Krankheiten sowie mit Entwicklungs- und Regulationsmechanismen im Organismus durchgeführt.
Ziel ist es jedoch, gemäß dem 3R-Prinzip (Replacement, Reduction, Refinement) von Russel und Burch (1959) Tierversuche einzuschränken, zu ersetzen und soweit wie möglich zu vermeiden sowie die Belastungen der Tiere im Tierversuch zu reduzieren.

Was sind Alternativmethoden?

Der Begriff Alternativmethoden umfasst alle Maßnahmen und Methoden die darauf abzielen Tierversuche teilweise oder vollständig zu ersetzen. Dies umfasst u.a. In-Vitro-Verfahren, In-Silico-Verfahren und sogenannte Organs-on-a-Chip.

Wo ist das geregelt?

Die Notwendigkeit zur Überprüfung und Anwendung von Alternativ- und Ergänzungsmethoden in der wissenschaftlichen Forschung ist national im Tierschutzgesetz und der Tierschutz-Versuchstierverordnung und auf EU-Ebene in der Richtlinie 2010/63/EU geregelt.

Wo kann ich mich informieren?

Was tut das LAGeSo?

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales lobt in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung und dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) an Forschungsprojekte aus Berlin und Brandenburg seit 2011 alle zwei Jahre einen Forschungspreis zur Förderung der Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden entsprechend dem 3R-Prinzip aus. Die ausgezeichneten Projekte sollen dazu beitragen, die Verwendung von Versuchstieren zu vermeiden oder zu verringern oder bei Tierversuchen die Belastung für die Tiere zu verringern. Diese Aktivitäten sollen die Vernetzung der Wissenschaftler fördern und Anschub für weitere Initiativen in der Entwicklung und Anwendung von Alternativen zum Tierversuch sein.
Aktuelle Informationen zu anstehenden Preisverleihungen werden rechtzeitig auf dieser Seite bekannt gegeben.

Rückblick zur Preisverleihung 2019

Preisträgerfoto
Bild: Quelle: vfa / lageso / Dr. Laessig

Von links nach rechts: Herr Dr. Throm, Herr Dr. Behrendt, Herr Dr. Ehrig, Frau Dr. Lang, Frau Dr. Berg,
Herr Prof. Kurreck und Herr Prof. Hippenstiel

Der mit insgesamt 40.000 Euro dotierte Preis wurde am 11. Dezember 2019 durch den Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Dr. Dirk Behrendt, durch den ehemaligen Präsidenten des LAGeSo, Franz Allert, und durch den vfa-Geschäftsführer Forschung, Dr. Siegfried Throm, zu gleichen Teilen an die folgenden zwei Projekte vergeben:

1. „3D Biodruck von Organmodellen in Forschung und Lehre“ – ein Projekt der Technischen Universität Berlin (Dr. Johanna Berg und Prof. Dr. Jens Kurreck). Die beiden prämierten Wissenschaftler arbeiten im Institut für Biotechnologie der Technischen Universität Berlin. Es ist ihnen gelungen, mit 3D Biodruckverfahren aus lebenden menschlichen Zellen Modelle für die Organe Lunge und Leber zu erstellen und sie im Labor mit Influenzaviren (Lunge) und Adenoviren (Leber) zu infizieren. Die Preisträger haben damit erstmals belegt, dass solche Modelle tatsächlich einen Teil der Versuchstiere in der Infektionsforschung ersetzen könnten. Gedacht sind sie unter anderem für die angewandte Erforschung von neuen Medikamenten gegen Viruserkrankungen.

2. „Das virtuelle Gelenk ‒ In vitro und in silico Modellierung von degenerativen und entzündlichen Gelenkerkrankungen“ – ein Projekt der Charité ‒ Universitätsmedizin Berlin und des Zuse-Instituts Berlin (Dr. Annemarie Lang und Dr. Rainald Ehrig).
Dr. Annemarie Lang ist in der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité tätig. Dr. Rainald Ehrig arbeitet sowohl am Zuse-Institut Berlin als auch am Julius Wolff Institut für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration der Charité. Gemeinsam mit ihrem Forschungsteam ist es ihnen gelungen, Knorpelveränderungen in einem Zellkultur- und einem Computermodell nachzubilden. Nun arbeiten sie daran, ganze Gelenke in ihren Modellen so nachzubilden, dass neben der Arthrose auch rheumatische Gelenkentzündungen simuliert und potenzielle Therapien getestet werden können.
In der Grundlagenforschung zu Gelenksentzündungen werden bislang in der Regel Versuchstiere eingesetzt. Die Arbeitsgruppe an Charité und Zuse-Institut Berlin erwartet, mit ihrem Modell künftig die Zahl der Versuchstiere reduzieren zu können und die Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse auf den Menschen zu verbessern.