Asiatische Tigermücke

Ein weibliches Exemplar einer Asiatischen Tigermücke sticht in die Haut eines Menschen. Erkennen kann man sie an: (1) den weißen Ringeln der Beingelenke, (2) den weißen Spitzen der Taster, oberhalb des Stechrüssels. (3) dem weißen Längsstreifen auf dem Rücken.

Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

Allgemeine Informationen

Die Asiatische Tigermücke, die ursprünglich im Asiatisch-Pazifischen Raum beheimatet ist, verbreitet sich seit einigen Jahren auch in Europa und wird zunehmend aus Südeuropa per Kraftfahrzeugfernverkehr in Form von weiblichen Mücken oder deren Eiern auch nach Deutschland eingeschleppt. Die Klimaerwärmung erlaubt es ihr, sich bei uns festzusetzen und Populationen aufzubauen. Auch in Berlin wurde sie seit 2017 wiederholt nachgewiesen, zuletzt im Spätsommer 2023. Derzeit liegen hier nur lokale Populationen vor, die mithilfe einer konsequenten Bekämpfung noch eliminiert werden können.
Anders als unsere heimischen Stechmücken ist die Asiatische Tigermücke in der Lage, verschiedene Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya-, oder Zika-Viren zwischen Menschen zu übertragen. Diese Krankheiten sind bei uns zwar bislang nicht verbreitet, einige der genannten Erreger werden jedoch häufig von Reiserückkehrern mitgebracht. Tragen diese die Erreger nach ihrer Rückkehr noch im Blut, kann die Asiatische Tigermücke sie durch Stiche auf andere Personen übertragen. Dies geschieht in Italien und Frankreich bereits und führt dort immer wieder zu lokalen Dengue-Fieber-Ausbrüchen.
Die Asiatische Tigermücke ist extrem gut an den Menschen angepasst und brütet hauptsächlich in kleinen, künstlichen Wasseransammlungen in Siedlungsbereichen des Menschen. Man erkennt sie an ihrem auffällig schwarz-weiß gestreiften Muster am ganzen Körper und an einem weißen Längsstreifen auf dem vorderen Rücken. Sie ist mit etwa 0,5-1 cm im Vergleich zu einheimischen Stechmücken eher klein. Sie ist tagaktiv, extrem stechfreudig und flugfaul, fliegt also nicht sehr weit (ca. 100-200m).

Weiterführende Informationen

  • Informationen zur Asiatischen Tigermücke von der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC auf Englisch
  • Informationsseite vom RKI
  • Woran erkennt man die Asiatische Tigermücke?
    Bestimmungsschlüssel zur Erkennung einer invasiven Stechmückenart für Laien (ECDC)

Verbreitung in Europa

Die Asiatische Tigermücke Aedes albopictus ist ursprünglich in Südostasien beheimatet, während der letzten dreißig Jahre hat sie sich jedoch weltweit verbreitet. In Europa wurde sie erstmals in 1979 in Albanien nachgewiesen. Im Jahr 1990 wurde sie auch in Italien erstmals gefunden und ist dort inzwischen so stark verbreitet wie in keinem anderen Land Europas. Auch im Süden Frankreichs ist die Tigermücke seit 2000 angesiedelt. Inzwischen sind auch Griechenland, Spanien, die Balkanländer, sowie Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowenien und die Slowakei betroffen. Auch in niederländischen Gewächshäusern gibt es wiederholte Nachweise. Klimaprognosen gehen davon aus, dass weite Teile Europas mit der Zeit zu Gunsträumen für Aedes albopictus werden und besonders auch Westeuropa (Belgien, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande) und Regionen Deutschlands günstige klimatische Bedingungen für die Asiatische Tigermücke aufweisen werden (Studien zum Thema:Caminade et al. 2012 Fischer et al. 2014).

In Italien gab es 2007 einen ersten lokal übertragenen Ausbruch von Chikungunya-Virus mit mehr als 200 Fällen. Auch lokal übertragene Ausbrüche von Dengue-Fieber treten seit 2010 in Frankreich, Kroatien und Italien auf. Überträger dieser lokal erworbenen Infektionen war die Asiatische Tigermücke. Dengue- und Chikungunya-Ausbrüche in Frankreich und Italien sind dabei teils auch ausgehend von einzelnen, virämischen Reiserückkehrern entstanden und konnten eindeutig auf Übertragungen durch lokal etablierte Populationen der Asiatischen Tigermücke zurückgeführt werden. Während in anderen Teilen der Welt die Gelbfieber-Mücke Aedes aegypti die wichtigste Überträgerin dieser Viren ist, ist es auf dem europäischen Festland die Asiatische Tigermücke.
2023 sind in Frankreich insgesamt sieben autochthone, also lokal erworbene, Ausbrüche von Denguefieber mit 35 Fällen in vier Regionen aufgetreten (Communicable Disease Threats Report Week 42 2023).

Zuletzt wurde ein autochthoner Fall in der Region Ile-de-France berichtet, was der nördlichste bisher bekannte Nachweis einer autochthonen Vektor-übertragenen Infektion in Europa ist. Die Region Ile-de-France befindet sich in Nordfrankreich und beinhaltet vor allem den Ballungsraum Paris.

Weiterführende Informationen

Bisher bekannte Fundorte und Populationen in Deutschland

In Deutschland erfolgte der erste Nachweis von Eiern der Asiatischen Tigermücke im Jahr 2007 auf einem Autobahnparkplatz in der Nähe der Schweizer Grenze. Ab 2012 wurden entlang der Autobahn A5 in Baden-Württemberg immer wieder adulte Tigermücken gefangen, die vermutlich mit dem Fernreiseverkehr aus Südeuropa dorthin gelangt sind. 2014 wurden dann erstmals alle Entwicklungsstadien einer etablierten Population in Freiburg nachgewiesen (Werner und Kampen 2015). Inzwischen sind zahlreiche Regionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz betroffen, aber es gibt auch weiter nördlich in der Stadt Jena bereits eine etablierte Population. Berlin ist in Deutschland der bislang nördlichste Ort einer etablierten Tigermücken-Population.

Karte mit bekannten Aedes albopictus Populationen (dunkelrot) oder (Einzel bis Mehrfach-)Funden (hellrot) – Stand Jan 2023 – sowie klimatische Gunsträume für Aedes albopictus (graue Bereiche). Gunsträume sind Regionen mit Sommer-Durchschnittstemperaturen ab 18°C während der aktuellen klimatologischen Referenzperiode 1991-2020

Karte mit bekannten Aedes albopictus-Funden (rot) – Stand Nov 2023 – sowie klimatische Gunsträume für Aedes albopictus (graue Bereiche). Gunsträume sind Regionen mit Sommer-Durchschnittstemperaturen ab 18°C während der aktuellen klimatologischen Referenzperiode 1991-2020

Bisher bekannte Fundorte in Berlin

In Berlin erfolgte ein erster Nachweis eines adulten Aedes albopictus Exemplars im Jahr 2017 über eine Einsendung an den Mückenatlas. 2021 konnte dann in einer Kleingartenanlage in Treptow-Köpenick auch erstmals die Etablierung einer Population nachgewiesen werden. Seitdem erfolgen in dem betroffenen Bezirk umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung und zum Monitoring. Die erfolgreiche Bekämpfung der Tigermückenpopulationen in Berlin erfordert eine überbezirkliche Strategie.

Das Bezirksamt Mitte hat die gesamtstädtische Aufgabe des Monitorings der Tigermücke in Berlin übernommen. (Kontakt: Vektormonitoring)

Weiterführende Informationen

Maßnahmen gegen die Asiatische Tigermücke in Berlin

Kontakt

Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo)

Dienstgebäude

Verkehrsanbindungen