Algen und Badegewässerqualität

Algenposter
Algenposter Bild: LAGeSo

Fast alle Berliner Badestellen liegen an den rückgestauten Flussseen von Dahme, Spree und Havel oder an relativ flachen Landseen. Diese flachen Gewässer sind aus unterschiedlichen Gründen sehr nährstoffreich (z.B. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, Regenwassereinleitungen). Vor allem hohe Konzentrationen an Phosphor und Stickstoff fördern ein starkes Wachstum von Algen im Wasser. Während im Frühjahr zunächst die Kieselalgen das Wasser gelblich-braun färben, entwickeln sich ab Juli in den meisten Berliner Badegewässern massenhaft Blaualgen (Algenblüte).

Das Auftreten von Blaualgen kann ganz unterschiedlich sein. Einige Algenarten schweben fein verteilt als kaum sichtbare Einzelzellen im Wasser, das dadurch grün und sehr trüb erscheint. Andere Blaualgen bilden Flocken oder büschelartige Zusammenballungen, die je nach Witterung als Aufschäumungen auf der Wasseroberfläche zum Ufer treiben, hierbei bleibt das Wasser in der Regel klar.
Algenmassenentwicklungen haben vielfältige Auswirkungen auf das Gewässer und seine Nutzung. Im Ökosystem See führen sie zu Störungen der Nahrungskette, starken Sauerstoffschwankungen und gegebenenfalls räumlich begrenztem Fischsterben (z.B. in Kanälen).

Für Badegäste können Algenmassenentwicklungen folgende Beeinträchtigungen nach sich ziehen

  • Geringe Sichttiefen durch Trübungen können zu Unfällen (z.B. Sprungvorrichtungen) führen und erschweren Rettungsmaßnahmen.
  • Ans Ufer angetriebene Blaualgen sind ein ästhetisches Problem (z.B. der Geruch nach Aufschäumungen und Zerfall von Eiweißverbindungen)
  • Bei empfindlichen Personen kann es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen.
  • Bestimmte Blaualgen können giftige Stoffe (Toxine) bilden und an das Wasser abgeben.

Diese Toxine stellen auch in den Berliner Gewässern ein gesundheitliches Problem dar. In Zusammenhang mit Blaualgen sind Berichte (Einzelfälle) über Magen-Darm-Beschwerden sowie Reizungen der Atemwege, der Haut und Schleimhäute bekannt geworden. Vorsorglich sollte insbesondere darauf geachtet werden, Kinder aus Bereichen mit Schlieren und "Teppichen" fernzuhalten, da Kinder beim Toben eher versehentlich Wasser schlucken können.

Bitte beachten Sie beim Baden folgende Hinweise

  • Baden Sie nicht in Bereichen mit sichtbaren, grünen oder blaugrünen Schlieren oder gar “Teppichen”. Dies gilt insbesondere für Kinder.
  • Wechseln Sie die Badebekleidung unmittelbar nach dem Baden, um ggf. anhaftende Blaualgen abspülen zu können. Zwischen Textil und Haut zerriebene Algen können Substanzen freisetzen, die bei empfindlichen Personen zur Hautreizung führen können.
  • Duschen Sie nach dem Baden, wo immer eine Möglichkeit dazu besteht, und spülen Sie Ihre Badebekleidung gut aus.

Im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes werden die Berliner Badegewässer regelmäßig auf ihre hygienische Situation, aber auch auf das Vorliegen von Blaualgen und ihrer Toxine im Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) untersucht.

In jedem Fall sollten Sie auf Hinweise in der Liste der Badestellen achten. Die Situation im Gewässer kann sich kurzfristig ändern. Dies ist bedingt durch die Strömungsverhältnisse insbesondere durch die aktuellen Windverhältnisse. Informieren Sie sich auch am Badegewässertelefon im LAGeSo: 90229-5555

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Informationsflyer über Cyanobakterien "Blaualgen" in unseren Seen

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