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MPX - Affenpocken

Bitte beachten

Die Informationen über das Affenpockenvirus (MPXV), Symptome und Inkubationszeiten und Übertragungswegen basieren auf bisherigen Erkenntnissen aus veröffentlichter Literatur und unterliegen ständiger Aktualisierung. Je mehr Fälle auftreten, desto mehr Informationen zum Erreger, zu Übertragungswegen und Symptomen liegen vor. Ärzt*innen und Gesundheitsbehörden erfahren ständig mehr und die hier dargestellten Informationen werden umgehend neuen Erkenntnissen angepasst.

Informationskachel mit dem Logo des LAGeSo und dem Text: Share Joy not Pox! Know the risks of MPX
Ad | Grafik: MPX-Kampagne
Bild: LAGeSo

Affenpocken (monkeypox, kurz: MPX) sind eine Viruserkrankung, ausgelöst durch das Affenpockenvirus (Monkeypox virus, MPXV). Das Virus ist verwandt mit den klassischen Pockenviren (Variola, Smallpox). MPX war bisher eine in Europa seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Erkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch erfolgen vor allem bei engem Kontakt.

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In mehreren Ländern in und außerhalb Europas werden seit Mitte Mai 2022 MPX-Fälle festgestellt. Es handelt sich um ein größeres internationales Ausbruchsgeschehen, bei dem vor allem Länder betroffen sind, in denen MPX bisher nicht vorkam. Spanien, Portugal, das Vereinigte Königreich und Deutschland sind bisher am stärksten betroffen
Berlin hat deutschlandweit mit Abstand die meisten MPX-Fälle. Obwohl sich jeder mit MPXV infizieren kann, wurden bisher die meisten Fälle bei schwulen und bisexuellen Männern und anderen Männern, die Sex mit Männern haben, festgestellt. In Berlin sind bislang ausschließlich Männer betroffen. MPX sind aber keine “Schwulenkrankheit”, und schwule Männer sollten nicht für den Ausbruch verantwortlich gemacht werden. MPX sind nichts, wofür man sich schämen muss, und sie werden nicht mit einer bestimmten sexuellen Orientierung in Verbindung gebracht.

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MPXV kann durch engen Körperkontakt (Haut-zu-Haut), zum Beispiel beim Sex, übertragen werden. Entscheidend sind hier alle Situationen, bei der die Viren aus betroffenen Hautstellen einer erkrankten Person in Kontakt zu Haut und Schleimhaut einer anderen Person kommen. Dies kann auch beim Küssen, Streicheln oder Kuscheln der Fall sein. Bislang scheinen allerdings Sexualkontakte die entscheidende Rolle bei der Übertragung zu spielen, MPXV kann aber auch durch Tröpfchen aus der Atemluft bei längerem direkten Kontakt oder durch kontaminierte Gegenstände (z. B. Kleidung, Bettzeug und Sextoys) übertragen werden. Kondome bieten keinen ausreichenden Schutz vor einer Übertragung. Entscheidend für eine Übertragung ist der direkte Kontakt zu Hautläsionen (Pickel, Bläschen, verschorfte Pusteln, Krusten).

Die Ermittlungen der Berliner Gesundheitsämter haben ergeben, dass zu Beginn des Ausbruchs in Berlin, große Events wie die GayPride Maspalomas in Gran Canaria, das Darklands Festival in Antwerpen oder auch die Snaxx-Party in Berlin bei der Übertragung eine Rolle gespielt haben könnten. Allerdings stecken sich viele Fälle auch außerhalb großer Events/Partys an. Insgesamt stecken sich die meisten Fälle in Berlin an und mehr als die Hälfte haben im angenommenen Infektionszeitraum Sexpartys oder Clubs besucht. Etwa 20% der Berliner Fälle haben sich aber auch während Aufenthalten außerhalb Deutschlands angesteckt, wo häufig ebenfalls der Besuch von Clubs oder Festivals angegeben wurde

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Die Zeit zwischen Kontakt mit MPXV und dem Auftreten erster Symptome (Inkubationszeit) beträgt in der Regel zwischen 5 und 21 Tagen. Bei den in Berlin gemeldeten Fällen, bei denen sich eine Inkubationszeit abschätzen ließ, zeigt sich bislang eine mittlere Inkubationszeit von ca. 9 Tagen (Median).

Die Krankheit selbst dauert in der Regel zwei bis vier Wochen.

Erste Anzeichen sind oft:
- Fieber, Schüttelfrost
- Muskelschmerzen, Rückenschmerzen
- Müdigkeit und Kopfschmerzen

Diese ersten Anzeichen können aber auch fehlen!

Wenige (1-3) Tage nach Beginn dieser ersten Anzeichen entwickeln Betroffene einen Ausschlag bzw. kleine Hautläsionen, oft auf oder in der in der Nähe der Genitalien oder am Anus, aber auch an anderen Stellen wie Händen, Füßen, Brust oder im Gesicht.
Diese Hautläsionen durchlaufen mehrere Stadien und können am Anfang aussehen wie Pigmentflecken. Sie entwickeln sich dann zu Pickeln oder flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die später eine schorfige Kruste bilden. Zum Schluss fallen diese Krusten ab und die Läsionen sind abgeheilt. Die betroffenen Hautstellen können sehr schmerzhaft sein oder jucken und es können nach Abheilung lebenslang Narben zurückbleiben. Die Hautläsionen können sich zudem auch auf Schleimhäuten im Körperinneren befinden, z. B. im Mund, in der Vagina oder im Anus.
Bitte beachten: Betroffene können alle oder nur einige dieser Symptome haben. Die meisten Menschen mit MPX bekommen einen Ausschlag oder einzelne Hautläsionen. Einige Menschen haben berichtet, dass sie den Hautausschlag oder die Läsionen entwickeln bevor die grippeähnlichen Anfangssymptome auftreten (oder auch ganz ohne diese). Man kann auch nur sehr vereinzelte Hautläsionen haben. MPXV kann vom Beginn der ersten Symptome an übertragen werden und zwar so lange bis alle Hautläsionen, einschließlich des Schorfs, abgeheilt sind und sich eine neue Hautschicht gebildet hat. Dies kann mehrere Wochen dauern. Bislang ist noch unklar, ob und wie lange MPXV auch über Sperma/ Vaginalsekrete übertragen werden kann. Dies wird gerade in Studien untersucht. Um sicherzugehen, sollten Sie auch nachdem alle Hautläsionen vollständig abgeheilt sind, bei sexuellen Kontakten für 8 Wochen nach der Infektion noch Kondome benutzen.

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Enge sexuelle Kontakte und direkte Hautkontakte spielen bisher bei der Übertragung die größte Rolle. Enge Hautkontakte und sexuelle Kontakte mit unbekannten Personen, deren Gesundheitsstatus man nicht einschätzen kann, bergen ein großes Ansteckungsrisiko. Daher kann man das eigene Ansteckungsrisiko reduzieren, wenn man die Zahl der Sexpartner*innen verringert, deren Gesundheitsstatus man nicht einschätzen kann. Unbedingt vermeiden sollte man enge Kontakte zu Personen, bei denen man Hautläsionen oder einen Hautausschlag bemerkt, oder die grippeähnlichen Symptome wie Fieber und Schüttelfrost haben. Da vor allem der Kontakt zu den betroffenen Hautstellen zu einer Übertragung führt, bieten auch Kondome keinen ausreichenden Schutz.
Die Teilnahme an Veranstaltungen und Festivals im Freien erhöht das Risiko einer MPXV-Infektion nicht, aber enger Körperkontakt, einschließlich Sex, erhöht das Risiko einer Ansteckung. Achten Sie auf die genannten Symptome und suchen Sie frühzeitig einen Arzt auf, wenn bei Ihnen oder einem aktuellen Partner oben genannte Symptome auftreten.

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Wenn Symptome auftreten, sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Am besten sprechen Sie vorab telefonisch mit Ihrer Arztpraxis, bevor Sie dort hingehen. Wenn Sie keine Krankenversicherung haben, stehen in einigen Bezirken auch die Zentren für sexuelle Gesundheit zur Verfügung. Auch der Checkpoint BLN bietet medizinische Beratung und Diagnostik an. Decken Sie auf dem Weg dorthin und in den Einrichtungen die Hautläsionen ab und tragen Sie eine medizinische Maske.

Enge körperliche Kontakte (Hautkontakte, Sexualkontakte) sollten unbedingt vermieden werden, solange die Symptome nicht ärztlich abgeklärt wurden. Besuchen Sie keine Partys, Festivals, Saunen, Darkrooms o.ä. solange Ihre Symptome nicht eindeutig ärztlich abgeklärt wurden. Sollten Sie während eines mehrtägigen Festivals oder Clubbesuchs Symptome an sich bemerken, unterbrechen Sie Ihren Besuch dort und suchen ärztliche Hilfe auf. Informieren Sie Personen mit denen Sie enge Kontakte hatten über Ihre Symptome.

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Dann sollten Sie das Risiko minimieren, das Virus an andere Personen weiterzugeben. Dies können Sie tun, in dem Sie folgende Punkte berücksichtigen, und zwar mind. so lange bis alle Hautläsionen vollständig abgeheilt sind und sich eine neue Hautschicht gebildet hat:

- Verzichten Sie auf enge Hautkontakte und sexuelle Kontakte mit anderen Menschen (wenn bei Ihnen eine MPX-Infektion nachgewiesen wurde, auch schon bevor Sie selbst Hautläsionen an sich entdecken)
- Besuchen Sie keine Veranstaltungen, Clubs oder Partys
- Meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel
- Decken Sie die betroffenen Hautstellen ab und tragen Sie eine medizinische Maske, wenn Sie Kontakt mit anderen Personen haben (z.B. zu Haushaltskontakten, Mitbewohner*innen) oder sich außerhalb Ihrer Wohnung aufhalten
- Vermeiden Sie Kontakte zu Personen, die eine eingeschränkte Funktion des Immunsystems haben (z.B. unbehandelte HIV-Patient*innen), zu Schwangeren und kleinen Kindern. Diese Personen haben ein besonders großes Risiko schwere MPX-Infektionen zu erleiden und müssen besonders geschützt werden.
- Teilen Sie Kleidung, Handtücher, Bettwäsche etc. nicht mit anderen Personen
- Achten Sie zu Hause auf eine gute Hygiene, waschen Sie Wäsche und Bettwäsche (mit normalem Waschmittel) regelmäßig
- Vermeiden Sie Kontakt zu (Haus-)Tieren. MPX ist eine Erkrankung, die sowohl Menschen als auch Tiere betrifft, das heißt Sie können Ihre Haustiere anstecken. Um zu verhindern, dass sich MPXV irgendwann auch in Berlin in Wildtieren wie z.B. Ratten etabliert ist es wichtig, jeden Kontakt zu Tieren zu vermeiden.
- Bislang ist unklar, ob und wie lange MPXV auch über Sperma/ Vaginalsekrete übertragen werden kann. Dies wird gerade in Studien untersucht. Um sicherzugehen, sollten Sie auch nachdem alle Hautläsionen vollständig abgeheilt sind, bei sexuellen Kontakten für 8 Wochen nach der Infektion noch Kondome benutzen.

Pflegen Sie Ihre Haut und halten Sie die betroffenen Hautstellen so sauber wie möglich. Waschen Sie sich mit einer milden Seife und fragen Sie nach Medikamenten, wenn die Stellen schmerzhaft sind oder jucken. Denken Sie daran, sich nach dem Berühren des Ausschlags gründlich die Hände zu waschen. Dies hilft, Infektionen und Komplikationen zu vermeiden. Wenn Sie Schwellungen oder Rötungen um die betroffenen Hautstellen herum bemerken oder wenn Sie plötzlich Fieber bekommen – auch wenn sich Ihre Symptome schon gebessert hatten – suchen Sie ärztliche Hilfe auf.

Kratzen oder stechen Sie die Bläschen nicht auf, dies führt zu weiteren Infektionen und Komplikationen und vergrößert das Risiko einer Narbenbildung!

Achten Sie auf sich selbst und Ihre mentale/psychische Gesundheit. Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie von der Situation so belastet sind, dass Sie sich überfordert fühlen.

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