Innenraumlufthygiene

Asbest in Gebäuden

Asbesthaltige Materialien wurden unter anderem in der Bauindustrie bis in den 1980er Jahren eingesetzt. Seit 1993 besteht in Deutschland ein generelles Herstellungs- und Verwendungsverbot.

Asbest zählt zu den krebserzeugenden Stoffen. Die gesundheitlichen Risiken in Wohnungen gehen von beschädigten Baumaterialien aus, die z.B. durch unsachgemäßes Entsorgen oder bei Renovierungsarbeiten entstehen können. Dabei können lungengängige Fasern in die Raumluft freigesetzt werden. Durch Einatmen gelangen diese in das Lungengewebe und zum Rippenfell. Dort können sie Asbestose, Lungen- oder Zwerchfellkrebs hervorrufen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat für Bürgerinnen und Bürger ein Informationsblatt über gesetzliche Regelungen, Zuständigkeiten und Hinweise zum Verhalten beim Umgang mit asbesthaltigen Baumaterialien in Gebäuden erstellt. Sie finden das Informationsblatt unter

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/bauaufsicht/

Besteht in Ihrer Wohnung der Verdacht auf ein gesundheitliches Risiko durch Asbest, können Sie sich durch ihr zuständiges Gesundheitsamt beraten lassen.
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat zu diesem Thema ebenfalls Informationen eingestellt unter

/ba-charlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/aemter/gesundheitsamt/umweltmedizinische-beratungsstelle/artikel.221488.php

Weitere Informationen finden Sie unter

http://www.berlin.de/umwelt/aufgaben/abfall-asbest.html

http://www.umweltbundesamt.de//node/24135

Schimmelbefall in Wohnungen

Grundlagen der Schimmelbildung sind Feuchtigkeitsschäden in unseren Wohnräumen, die durch unser Wohnverhalten oder durch Mängel am Mauerwerk verursacht sind bzw. begünstigt werden.

Schimmelpilze im Wohnbereich

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Kompaktleuchtstofflampen - ein Gesundheitsrisiko?

Wie bei den Leuchtstoffröhren üblich, enthalten auch Kompaktleuchtstofflampen Quecksilber, jedoch in weitaus geringeren Mengen. Was ist zu tun, wenn eine Lampe zu Bruch geht? Wie werden sie entsorgt?
Das folgende Merkblatt informiert aus der Sicht des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes.

Kompaktleuchtstofflampen - ein Gesundheitsrisiko?

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Raumluftqualität nach energetischer Schulsanierung - Lüftungskonzept ist erforderlich!

Für die ganzjährige Gewährleistung hygienisch unbedenklicher Luft in Klassenräumen energiesanierter Schulen ist die Nutzung einer Lüftungsanlage der Fensterlüftung vorzuziehen und als zukunftsweisend anzusehen. Dabei sollte auch die Möglichkeit der „hybriden Lüftung“ in Form einer maschinellen Grundlüftung in Kombination mit einer zusätzlichen Fensterlüftung in die Planungen einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom LAGeSo an das Landeslabor Berlin-Brandenburg in Auftrag gegebene Untersuchungsreihe.

Gesprächen mit Verantwortlichen zeigten, dass bei bereits vorhandenen Lüftungsanlagen aus unterschiedlichen Gründen die notwendige Akzeptanz fehlt. Somit sind die Handhabung und damit die Wirksamkeit verbesserungsbedürftig. Nur die Einbeziehung aller Beteiligten sichert den für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ausreichenden Luftwechsel von Anfang an. Anderenorts, z.B. in Hannover, gehört ein Nutzerhandbuch für alle betroffenen Gruppen zur Planung und Ausführung dazu. Bereits bei der Planung und der anschließenden Bauausführung muss dem einzelfallbezogenen Lüftungskonzept ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht und dessen Wirksamkeit in geeigneter Form nachgewiesen werden.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat in dankenswerter Weise die statistische Auswertung der sehr zahlreichen Messwerte übernommen.

Die Kurzfassung der Untersuchung ist hier nachzulesen:

Länderuntersuchungsprogramm V (LUPE V) - Luftqualität in Schulklassenräumen im Anschluss an energetische Sanierungen

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Gesundheitliche Bedeutung von Phthalaten in Kindertagesstätten- ein integrativer Ansatz zur Risikoabschätzung

Gesundheitliche Bedeutung von Phthalaten in Kindertagesstätten ein integrativer
Ansatz zur Risikoabschätzung
Länderuntersuchungsprogramm III (LUPE III)

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Landeslabor Berlin-Brandenburg, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) untersuchten in einem gemeinsamen Programm das Vorkommen von bestimmten Weichmachern, den sogenannten Phthalaten, in Kindertagesstätten. Untersuchungen des BUND von Hausstaub aus 160 deutschen Kindertagesstätten, die in den Jahren 2010 und 2011 durchgeführt wurden, ergaben teilweise hohe Belastungen mit Phthalaten in diesem Medium. Der BUND kommt zu dem Schluss, dass in einigen Fällen die Belastung so hoch ist, dass der Kita-Besuch zu einer erheblichen Belastung der Kinder mit Weichmachern führt und Grenzwerte für eine gesundheitliche Unbedenklichkeit überschritten werden.

Vor diesem Hintergrund sollte zur validen Abschätzung möglicher Risiken die aktuelle Expositionssituation von Kindern in Kindertagesstätten gegenüber Phthalaten erhoben und im Vergleich mit den Kenntnissen zu gesundheitlichen Wirkungen beurteilt werden. In der Zeit vom 28.11.2011 bis zum 3.5.2012 wurden in insgesamt 63 Kindertagesstätten der drei Bundesländer Proben genommen. An einem Kita-Tag wurden dabei die in der Raumluft befindlichen Phthalate gesammelt, die Feinstaubgehalte (PM10 und PM2,5) direkt gemessen und verschiedene Raumklimaparameter bestimmt. Außerdem wurde am Ende des Kita-Tages der Bodenstaub des Gruppenraumes in dem sich die Kinder aufhielten mit einem speziellen Filteraufsatz abgesaugt. Darüber hinaus wurde bei insgesamt 663 Kindern im Alter von 20-80 Monaten am Abend nach dem Kita-Tag von den Eltern eine Urinprobe der Kinder gesammelt. Um im Hinblick auf die innere Belastung der Kinder die Einflüsse aus dem häuslichen Umfeld deutlich von denen in der Kindertagesstätte abzugrenzen, wurden Eltern von Kindertagesstätten die montags beprobt wurden, gebeten, zusätzlich den Morgenurin ihrer Kinder aufzufangen.

In den Kindertagesstätten wurde ein mit der BUND-Studie ähnliches Belastungsniveau der Phthalate im Hausstaub ermittelt. Im Vergleich zu repräsentativen Voruntersuchungen in Deutschland ergaben sich deutlich niedrigere Gehalte der mit den Abendurinen der Kinder ausgeschiedenen Metaboliten. Lediglich bei DiNP und BBzP blieb die Belastungssituation gleich oder stieg leicht an. Insgesamt wurde bei den 663 untersuchten Kindern nur in wenigen Fällen die duldbare täglich Aufnahmemenge überschritten.

Ein Vergleich der Metabolitenkonzentrationen in den Morgenurinproben und den nach dem Aufenthalt in der Kindertagesstätte erhobenen Befunden ergibt keinen Hinweis, dass die Hausstaubbelastung in der Einrichtung eine wesentliche Zusatzbelastung darstellt. Die vorgelegte Untersuchung bestätigt Einschätzungen, dass sich die Ergebnisse von Hausstaubuntersuchungen nicht unmittelbar zur Abschätzung der Aufnahme von Schadstoffen und damit von gesundheitlichen Risiken eignen. Vor diesem Hintergrund wären Untersuchungen erforderlich, die einerseits die Menge der täglichen Staubaufnahme besser abschätzen und andererseits die Resorptionsverfügbarkeit nach oraler Aufnahme prüfen.

In der nachfolgenden PDF-Datei sind die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

Länderuntersuchungsprogramm III (LUPE III, Gesundheitliche Bedeutung von Phthalaten in Kindertagesstätten ein integrativer Ansatz zur Risikoabschätzung)

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Feinstaub in Grundschulen

Hohe Feinstaub-Konzentrationen in der Außenluft sind mit gesundheitlichen Folgen wie Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege und damit verbunden erhöhter Mortalität assoziiert. Entsprechend wurden Grenzwerte für die Außenluft-Konzentration von Feinstaub entwickelt. Da Menschen einen Großteil ihrer Zeit in Innenräumen verbringen, könnte die Feinstaub-Konzentration in Innenräumen von noch größerer gesundheitlicher Relevanz sein als die Konzentration in der Außenluft. Insbesondere die Luftqualität in Schulen ist von Interesse, da sich Kinder im schulpflichtigen Alter, die als besonders empfindlich gegenüber Umweltfaktoren einzuschätzen sind, ungefähr 30 % ihrer Tageszeit in Schulinnenräumen aufhalten. Die bisher vorliegenden Studien in diesem Bereich zeigen, dass in Schulen vergleichsweise hohe Konzentrationen an Feinstaub vorliegen.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg beauftragt, bei dem länderübergreifenden Untersuchungsprogramm “Interventionsstudie zur Verminderung der Feinstaubkonzentration in Grundschulen” mitzuwirken. Das Ergebnis ist im nachfolgenden Kurzbericht nachzulesen.”

Interventionsstudie zur Verminderung der Feinstaubkonzentration in Grundschulen

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