Blaualgen: Giftige Gefahr im Badesee

Blaualgen: Giftige Gefahr im Badesee

Blaualgen vermehren sich vor allem im Hochsommer und Spätsommer im Wasser. Manchmal ist das Baden dann verboten - aus gutem Grund.

Blaualgen im Wasser

© dpa

Blaualgen sind eher grün als blau. Wer sie im Gewässer entdeckt, sollte zumindest Kinder und Hunde nicht mehr baden lassen.

Blaualgen können die Gesundheit gefährden. Nämlich dann, wenn sie Toxine an das Wasser abgeben, die beim Menschen Allergien, Erbrechen, Durchfall und andere Vergiftungsreaktionen verursachen. Kinder sind besonders gefährdet, aber auch Hunde, die in blaualgenbelastetes Wasser springen.

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind - anders als der Name vermuten lässt - keine Algen. Und wirklich blau sind sie auch nicht. Blaualgen sind sogenannte Cyanobakterien. Ihren landläufigen Namen tragen sie wegen ihrer Farbe. Im Wasser schimmern sie manchmal grün-bläulich, häufiger aber einfach grün. Große Mengen treten vor allem im Hochsommer von Mitte bis Ende August auf, in einer besonders heißen und trockenen Saison schon früher.

Welche Beschwerden verursachen Blaualgen?

Gefährlich werden können Blaualgen bei Kontakt mit Haut und Schleimhäuten sowie beim Verschlucken von belastetem Wasser oder Sand. Sie verursachen Hautreizungen wie Ausschlag oder Quaddeln und andere allergische Reaktionen wie Atemnot. Weitere typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfall. Auch Ohrenschmerzen und Bindehautentzündungen sind möglich.

Wo kommen die Cyanobakterien her?

Die Blaualgen sind immer im See. Ihre Existenz wird erst zum Problem, wenn sie sich stark vermehren und Toxine bilden können. Giftige Substanzen bilden nur wenige Arten, die anderen sind harmlos und müffeln nur ein bisschen. Ein Beispiel ist die noch neuartige Blaualge Tychonema, die im Jahr 2017 im Tegeler See nachgewiesen wurde und deren Gift mehreren Hunden und Wildtieren zum Verhängnis wurde: Sie starben.

Woran erkenne ich Blaualgen?

Eine bläulich-grüne oder olivgrüne Trübung des Wassers mit Schlieren, Flocken, Büscheln oder Wolken und ein muffiger Geruch ist ein Hinweis auf eine starke Algenblüte. Manchmal bilden sich riesige Teppiche. Wer seine Füße in knietiefem Wasser nicht mehr sehen kann, geht wieder raus aus dem See und wäscht sich die Beine. Denn dann ist die Algenbelastung zu hoch. Entsprechende Warnschilder lassen keine Zweifel mehr zu.

Wo treten Blaualgen auf?

Besonders häufig vermehren sich Blaualgen in nährstoffreichen und stehenden bzw. langsam fließenden Gewässern. Jedes Jahr sind auch Berliner Seen und Gewässer betroffen. Aber auch im Meer kann es bei anhaltend heißem und trockenem Wetter zu einer Blaualgenblüte kommen - zum Beispiel in der Ostsee.

Wer ist besonders gefährdet?

Babys, Kleinkinder, Kinder und Hunde. Sie schlucken häufig Wasser. Auch ihre Haut ist oft empfindlicher. Manche Erwachsene reagieren ebenfalls sensibel auf die Toxine. Wer trotz moderater Blaualgenbelastung baden gehen will, sollte den Mund fest schließen und sich hinterher sehr gründlich abduschen.

Was tun nach Bad in See mit Blaualgen?

Wer durch blaualgenbelastetes Wasser geschwommen ist, entledigt sich danach am besten zügig seiner Badebekleidung, wäscht sich oder duscht mit Seife und zieht frische Kleidung an. Im Anschluss wird die Badebekleidung gut ausgewaschen, da sich Bestandteile der Blaualgen im Stoff verfangen können. Sind die Beschwerden stark, suchen Betroffene vorsichtshalber einen Arzt auf.

Kontrollieren die Behörden?

Ja, und das regelmäßig. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) kontrolliert die Berliner Badegewässer auf Blaualgen und ihre Toxine. Wird der vom Umweltbundesamt empfohlene Grenzwert überschritten, wird an den belasteten Stellen vom Baden abgeraten oder sogar ein Badeverbot erteilt.

Wie oft werden Proben genommen?

Auf Warnschilder allein sollten sich Badegäste allerdings nicht verlassen. Denn die zuständigen Ämter müssen nur alle vier Wochen Proben nehmen, und auch nicht an allen Stellen eines Gewässers. Zwar wird der Testzeitraum in der Hochsaison oft halbiert. Aber auch innerhalb von zwei Wochen kann sich an einer Badestelle viel tun.
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Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: 2. August 2018