Halensee - Badegewässerprofil

Beschreibung des Badegewässers

Der Halensee gehört zur kleinen Grunewaldseenkette und war ursprünglich ein von Grundwasser gespeister See. Heute wird er hauptsächlich durch eingeleitetes Regenwasser gespeist, das über einen Retentionsbodenfilter (RBF) gereinigt wird. Zusätzlich wird er durch einen verrohrten Zulauf vom Königssee her gespeist.
Der ca. 6 ha große Halensee misst an seiner tiefsten Stelle ca. 8 m – die mittlere Tiefe beträgt 3,21 m. Das Ufer des Halensees hat eine Gesamtlänge von ca. 1,4 km, wovon die am Ostufer gelegene Badestelle Freibad Halensee ca. 70 m einnimmt (Abb. 1). Das Baden ist nur vom Freibad Halensee aus in dem mit Bojen gekennzeichneten Bereich erlaubt. Außerhalb des Freibadbereichs ist das Baden verboten. Das gilt insbesondere für das Baden an der Liegewiese am Nordufer, an deren Rand der Retentionsbodenfilter liegt.

Abb. 1: Lageplan Freibad Halensee, Hinweis: Das Baden ist nur im Freibadbereich erlaubt.

Abb. 1: Lageplan Freibad Halensee, Hinweis: Das Baden ist nur im Freibadbereich erlaubt.

Infrastuktur

Das bewirtschaftete Freibad Halensee ist mit dem Öffentlichen Nahverkehr (Bus, S- Bahn Linien S41, S42, S45, S46, S47), dem Auto oder dem Fahrrad zu erreichen. Die Bushaltestellen der Linie M19 (Haltestelle Rathenauplatz) befinden sich in 400 m bzw. der Linie X10 (Haltepunkt Bismarckplatz) in 330 m Entfernung, der nächste S-Bahnhof Halensee ist ca. 630 m vom Freibadgelände entfernt. Parkplätze gibt es nur auf öffentlichen Straßenflächen im angrenzenden Wohngebiet.

Bewirtschaftung des Gewässers/ Wasserstandsregulierung

Durch den Regenwasserzufluss wird der Halensee stark mit Keimen und Nährstoffen sowie einer Reihe von Schadstoffen belastet. Vor allem wegen der Keimbelastung war das ehemalige Freibad Halensee seit 2002 geschlossen und das Baden im See seit 2003 verboten.

Um diese Belastung zu reduzieren wurde im Jahr 1996 ein Teil des Regenwasser-Einzugsgebietes durch Schließen der Überlaufsperre an der AVUS (Teil der Stadtautobahn) abgekoppelt. Seit Mitte 2007 nahmen die Berliner Wasserbetriebe im Auftrag des Landes Berlin eine neue Regenwasserfilteranlage (Retentionsbodenfilter) zur Reduzierung von externen Nährstoffeinträgen in Betrieb, die einen Großteil des Regenwasserzuflusses (ca. 75%) von den Straßen, vor allem von der Autobahn (EZG Trabener Straße) auffängt und reinigt, bevor es in den See fließt.

Abb. 2: Retentionsbodenfilter am Halensee

Abb. 2: Retentionsbodenfilter am Halensee

Der Retentionsbodenfilter (RBF) besteht aus einer Vorstufe (Regenklärbecken) und einem mit Schilf bewachsenen Filterbeet (Bodenfilter). Die Reinigung des Regenwassers erfolgt im Beet durch Adsorptionsprozesse und mikrobiologischen Abbau. Durch Drainagen kann das gereinigte Wasser zum Halensee hin abfließen.
Durch den Retentionsbodenfilter konnten Verbesserungen bei der Sichttiefe, der Phosphorbelastung und der Keimbelastung erreicht werden.

Abb.3: Retentionsbodenfilter Halensee

Abb. 3: Skizze eines Retentionsbodenfilters

Der Halensee nimmt Regenwasserabflüsse aus 3 Einzugsgebieten (EZG) auf (Abb. 4) von denen der aus dem EZG Trabenerstraße dessen Zulauf gegenüber der Badestelle liegt und für ca. 75% des Regenwasserzuflusses des Halensees verantwortlich ist, über den Retentionsbodenfilter (RBF) gereinigt wird. Die Abwässer aus dem EZG Margaretenstraße und dem EZG Wallotstraße werden nicht über den Retentionsbodenfilter gereinigt und können nach Starkregen zu Belastungen der Gewässerqualität (insbesondere durch Keimbelastungen) führen.

Abb. 4: EZG des Halensee 2007 mit Einleitstellen und RBF

Abb. 4: EZG des Halensee 2007 mit Einleitstellen und RBF

Eine Besonderheit des Halensees ist der deutlich messbare Zufluss von Straßentausalz im Winter, wodurch das stark salzhaltige Wasser in der Tiefe aufgrund der höheren Dichte eine eigene Schicht bildet. Diese Schichtung hat einen starken Einfluss auf die Limnologie des Sees und dadurch auch auf weitere Managementmaßnahmen. Es kommt zu einer winterlichen Sauerstoffzehrung im Oberflächenwasser, durch die die aquatische Fauna beeinträchtigt wird.

Überwachung der Badegewässerqualität

Die Badegewässerqualität am Freibad Halensee wird vom LAGeSo auf Grundlage der Badegewässerverordnung von April bis September überwacht.

An der Probenahmestelle werden regelmäßig Wasserproben zur qualitativen Überwachung und Einstufung des Badegewässers entnommen.

Aktuelle Messergebnisse finden Sie hier

Das Freibad Halensee ist nach Sanierungsmaßnahmen in der Badesaison 2016 als EU-Badegewässer wiedereröffnet. Die EU-Einstufung wurde erstmalig nach Beendigung der Badesaison 2017 mit “ausgezeichneter Badegewässerqualität” vorgenommen. Aufgrund der Messergebnisse der letzten 4 Jahre wird die Badegewässerqualität mit “ausgezeichnet” eingestuft.

Im Freibad Halensee sind in besonderen Situationen, z.B. nach Starkregenereignissen, mikrobiologische Verschmutzungen nicht ausgeschlossen.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

Im Freibad Halensee besteht Hundeverbot. Auf den umliegenden Wegen sind Hunde an der Leine zu führen.
Kurzzeitige Verschmutzungen (

Risikoabschätzung für das Massenvorkommen von Cyanobakterien

  • Parameter:

    Potential zukünftiger Massenentwicklungen von Cyanobakterien

  • Feststellung:

    ja

  • Bemerkung:

    An der Badestelle Freibad Halensee besteht das Risiko einer Massenentwicklung von Cyanobakterien (“Blaualgen”). Im oberen Teil (Epilimnion) des stabil geschichteten Gewässers können die Nährsalze optimal vom Phytoplankton, darunter Cyanobakterien, genutzt werden. Die Gesamtphosphorkonzentration variiert hier zwischen 0,03 mg/l und 0,07 mg/l. Während einer Blaualgenblüte können giftige Stoffe (Toxine) gebildet werden. In diesem Fall prüft das LAGeSo, ob ein kritischer Schwellenwert (30 µg/l) überschritten wird und spricht ggf. entsprechende Badewarnungen aus.

  • Parameter:

    An der Badestelle beobachtete Massenvorkommen von Cyanobakterien innerhalb der letzten vier Jahre

  • Feststellung:

    gelegentlich

  • Bemerkung:

    In den letzten 4 Jahren wurde gelegentlich ein Massenvorkommen von Cyanobakterien beobachtet.

  • Parameter

    Falls ja, welche Arten

  • Feststellung:

    u.a. Aphanizomenon flos aquae, A.gracile., Cylindrospermopsis raciborskii, Dolichospermum flos aquae, Limnothrix redekei, Microcystis aeruginosa; Planktothrix agardhii, Planktolyngbya limnetica und Pseudanabaena limnetica

  • Bemerkung:

    Im Phytoplankton sind Cyanobakterien mit vielen Arten regelmäßig vertreten, die zu Masssenentwicklungen neigen und Toxine wie Microcystin und Cylindrospermopsin produzieren können. Gesundheitlich relevante Toxinkonzentrationen wurden aber im Beobachtungszeitraum nicht gemessen.

Risikoabschätzung für die Massenentwicklung von submersen Makrophyten

Das Risiko für Massenentwicklungen von submersen Makrophyten im Halensee ist gering.

Außerhalb des Freibads breiten sich nur gelegentlich submerse Makrophyten in der Litoralzone des Gewässers aus. Hierbei dominiert das Raue Hornblatt (Ceratophyllum demersum) und die Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca) (Kabus 2017). Im Halensee gibt es außerdem ausgedehnte Tauchflure des Ährigen Tausendblatts (Myriophyllum spicatum) (Kabus 2017). In Ufernähe befinden sich vereinzelt dichte Schilfbestände, sowie Teich- und Seerosen.

Mit Wasserpflanzen vergesellschaftete Makroalgen (z.B. Cladophora spec. und die Biegsame Glanzleuchteralge Nitella flexilis) sind ebenfalls häufig in Ufernähe zu finden (Kabus 2017).

Aufgrund hoher Konzentrationen von Nährsalzen, ist das hocheutrophe Gewässer im Sommer regelmäßig phytoplanktondominiert.

Gesamtbewertung der Badegewässerqualität

Der Halensee weist aufgrund seiner geringen Größe, dem großen Regenwassereinzugsgebiet, der zum Teil sehr hohen Anzahl Badender, auch außerhalb der EU-Badestelle (z.B. an der Liegewiese) und der Gefahr von kurzfristigen Belastungen nach Starkregenereignissen eine hohe Schwankungsbreite bzgl. der Keimzahlen auf. Das Risiko einer massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien besteht im Halensee.

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

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Profil erstellt: 2016
Profil aktualisiert: 2020, 2022, 2024
Verantwortlich für das Profil: Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) / Fachgruppe Wasserhygiene / Turmstr.21, 10559 Berlin
Nächste Überprüfung: Überprüfung in Abhängigkeit von der Einstufung