Teufelssee - Badegewässerprofil

Abb. 1: Übersicht des Badegewässers Teufelssee mit Badestelle, Probenahmestelle und Einleitstellen.

Abb. 1: Übersicht des Badegewässers Teufelssee mit Badestelle, Probenahmestelle und Einleitstellen

Badegewässerkarte

Beschreibung des Badegewässers

Der Teufelssee ist ein sogenannter Toteissee. Er ist zu- und abflusslos und durch eiszeitlich eingelagerte Toteisbrocken in der Schmelzwasserrinne „Teufelssee–Pechsee–Barssee-Rinne“ entstanden, die das Spreetal mit der Havel verbunden hat. Der Teufelssee ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets Grunewald. Da der Grundwasserstand im Nahbereich des Sees unterhalb dem nutzungsgerechten Seewasserspiegels liegt, wird dem Teufelssee Grundwasser zugeführt, um eine Grundwasserspiegelabsenkung zu verhindern. Somit wird der Wasserhaushalt des Sees gestützt und das angrenzende Moorgebiet Teufelsfenn vernässt, was zum Erhalt dieses geschützten Biotops beiträgt.
Der See ist ca. 2,4 ha groß und fasst ein Wasservolumen von ca. 72.600 m³. An seiner tiefsten Stelle misst er rund 5,9 m.

An der südwestlichen Uferseite befindet sich die offizielle Badestelle des Teufelssees, nur hierüber ist ein Zugang zum See möglich. Bojen weisen wasserseitig auf das Naturschutzgebiet Teufelsfenn hin, wo das Baden verboten ist.

Bewirtschaftung des Gewässers/ Wasserstandsregulierung

Im Nahbereich des Teufelssees liegt der Grundwasserstand unter dem nutzungsgerechten Seewasserspiegel. Um eine Wasserspiegelabsenkung zu verhindern, wird dem Teufelssee Grundwasser zugeführt. Durch die Grundwassereinspeisung wird nicht nur der Wasserhaushalt des Teufelssees gestützt, sondern auch das angrenzende Teufelsfenn vernässt und als wertvolles Biotop erhalten.

Überwachung der Badegewässerqualität

Die Badegewässerqualität am Teufelssee wird vom LAGeSo auf Grundlage der Badegewässerverordnung von April bis September überwacht.

Aktuelle Messergebnisse finden Sie hier.

Auf der Grundlage der mikrobiologischen Messdaten aus den letzten 4 Jahren ist die Einstufung des Teufelssees als Badegewässer mit „ausgezeichneter“ Qualität erfolgt.

Verschmutzungsquellen und -potentiale

Potentielle Verschmutzungsquelle Bewertung Bemerkung
Zuflüsse nicht relevant keine Zuflüsse vorhanden
Einleitungen nicht zu beurteilen Eine Regenwassereinleitung gelangt mit geringen Wassermengen in den Teufelssee. Die Beschaffenheit ist unbekannt. Die Einleitung von Grundwasser kann bei erhöhten Nährstoffgehalten das Algenwachstum begünstigen.
Verunreinigungen am Ufer (Abfall, Fäkalien) relevant Durch Abschwemmungen von menschlichen als auch tierischen Verunreinigungen (vor allem Wildschweinkot) oder Abfällen vom Ufer sind lokale Einträge von bakteriologischen Belastungen möglich (diffuse Quellen).

Die intensive Nutzung des Gewässers während der Badesaison stellt eine Verunreinigungsquelle dar. Trotz vorhandener sanitärer Einrichtungen wird davon ausgegangen, dass Fäkaleinträge auf diesem Wege in das Gewässer gelangen können.

Risiken für mikrobiologische Verschmutzungen bestehen weiterhin durch Abschwemmungen von den umgebenden Flächen (z.B. Hunde- und Wildschweinkot).

An der Badestelle Teufelssee besteht Hundeverbot. Auf den umliegenden Wegen sind Hunde an der Leine zu führen.

Kurzzeitige Verschmutzungen (< 72 Stunden) entsprechend der Berliner Badegewässerverordnung wurden am Teufelssee in den vergangenen Jahren nicht beobachtet und sind nicht zu erwarten.

Risikoabschätzung für das Massenvorkommen von Cyanobakterien

Im Teufelssee ist ein Potential zu Massenentwicklungen von Algen aufgrund der bestehenden Nährstoffangebote (hohe Phosphorwerte) und der geringen Sichttiefen zu erkennen (Tab. 2). Das Risiko einer Massenentwicklung von Blaualgen (Cyanobakterien) ist derzeit als eher gering einzustufen.

  • Parameter:

    Potential zukünftiger Massenentwicklungen von Cyanobakterien

  • Feststellung:

    ja

  • Bemerkung:

    An der Badestelle Teufelssee ist das Risiko einer Massenentwicklung von Cyanobakterien (“Blaualgen”) gegeben. Bei günstigen Wetterbedingungen (hohe Temperaturen und längere Stagnationsphasen) sind Massenentwicklungen von Cyanobakterien nicht auszuschließen. Bei einer massenhaften Vermehrung von Cyanobakterien können giftige Stoffe (Toxine) gebildet werden. In diesem Fall prüft das LAGeSo, ob ein kritischer Schwellenwert (30 µg/l) überschritten wird und spricht ggf. entsprechende Badewarnungen aus.

  • Parameter:

    An der Badestelle beobachtete Massenvorkommen von Cyanobakterien innerhalb der letzten vier Jahre

  • Feststellung:

    selten

  • Bemerkung:

    In den letzten 4 Jahren wurde selten ein Massenvorkommen von Cyanobakterien beobachtet.

  • Parameter

    Falls ja, welche Arten

  • Feststellung:

    u.a. Aphanizomenon sp., Dolichospermum sp., Microcystis sp., Pseudanabaena sp.

  • Bemerkung:

    Cyanobakterien sind mit unterschiedlichen Arten im Phytoplankton vertreten. Neben den Blaualgen können auch Gold-, Kiesel- und Panzeralgen ein vermehrtes Wachstum zeigen, das zu Einschränkungen der Sichttiefe führt.

Risikoabschätzung für die Massenentwicklung von submersen Makrophyten

Das Risiko für Massenentwicklungen von submersen Makrophyten im Teufelssee ist als mäßig einzustufen.

Innerhalb der letzten vier Jahre kam es im Jahr 2020 zu einem massenhaften Wuchs von submersen Makrophyten (u.a. Hornblatt, Ceratophyllum sp.), die zum Teil an die Ufer gespült wurden. An den geschützten, strukturreichen Ufern des Teufelssees, an denen das Baden verboten ist, finden sich u.a. Röhrichtbestände und Seerosen.

Gesamtbewertung der Badegewässerqualität

Der Teufelssee weist eine „ausgezeichnete Badegewässerqualität“ auf. Die bakteriologischen Anforderungen konnten bisher weitestgehend eingehalten werden. Die Nährstoffgehalte im Teufelssee können ein erhebliches Algenwachstum verursachen. Äußeres Zeichen dieser Prozesse sind vergleichsweise geringe Sichttiefen. Blaualgenentwicklungen sind zwar bisher nicht dominant, eine ungünstige Entwicklung ist aufgrund des schon bestehenden Nährstoffangebotes jedoch nicht auszuschließen. Insgesamt ist der See aufgrund seiner morphologischen Voraussetzungen und des geringen Wasseraustausches empfindlich für externe Nährstoffeinträge. Die externen Einträge stellen ein Risiko für die langfristige Absicherung der Badegewässerqualität dar.

Überprüfung und Aktualisierung des Badegewässerprofils

Profil erstellt: 2011
Profil aktualisiert: 2014, 2022, 2024
Verantwortlich für das Profil Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) / Fachgruppe Wasserhygiene / Turmstr. 21, 10559 Berlin
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