Versuchstiermeldung 2017

Für das Jahr 2017 wurde die Verwendung von insgesamt 222.424 Versuchstieren in Berlin gemeldet, dies entspricht einem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um -11,8% (252.246 Tiere im Jahr 2016).

Der Rückgang der Tierzahlen aufgeschlüsselt nach Tierart zeigt, dass vor allem weniger Mäuse (-10,9%), Hühner (-74,2%) aber auch weniger Krallenfrösche (-96,4%), Hunde
(-72,8%), Meerschweinchen (-49,4%), Goldhamster (-30,4%), und Fische (-17,3%) in Tierversuchen verwendet wurden. Einen deutlichen Anstieg bei den gemeldeten Tierzahlen gab es hingegen bei der Tierart Pferd, von 12 Tieren im Jahr 2016 auf 468 im Jahr 2017. Dieser Anstieg der gemeldeten Pferde ist hauptsächlich auf Projekte zur Feststellung von Wurminfektionen als auch auf Untersuchungen zur Prävalenz von bestimmten Krankheiten bei privat gehaltenen Pferden zurückzuführen. Dabei wurden den Tieren lediglich Blut- bzw. Kotproben entnommen, um wissenschaftliche Daten zu erheben. Auch solche Untersuchungen gelten gemäß dem Tierschutzgesetz als Tierversuch, da den Tieren zur Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragenstellung Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden (hier z.B. der Schmerz beim Einstich einer Kanüle in eine Vene zur Blutentnahme).

92.148 Tiere der verwendeten Versuchstiere waren genetisch verändert. Der Anteil ist mit 41,4% im Vergleich zum Vorjahr (2017: 38,2%) leicht erhöht. Dies unterstreicht die Rolle der Gentechnik in der tierexperimentellen Forschung. Durch das gezielte An- oder Ausschalten bzw. Einbringen bestimmter Gene soll deren Rolle insbesondere bei der Entstehung oder bei dem Verlauf von Krankheiten geklärt werden. Zum Einsatz kamen hier ausschließlich Mäuse und Ratten sowie Zebrabärblinge. 11.338 (12,3%) dieser Tiere zeigten eine Belastung, die durch die genetische Veränderung bedingt war.

Im Hinblick auf den Schweregrad der Versuche lässt sich feststellen, dass die Belastung in den Tierversuchen vorwiegend gering war (bei 42,8% der Versuchstiere), während der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer oder schwerer Belastung bei 24,0% beziehungsweise 2,6% lag. Einer eigenen Belastungskategorie werden diejenigen Tiere zugeordnet, bei denen einmalig Eingriffe unter Vollnarkose durchgeführt werden, ohne dass die Tiere daraus wiedererwachen. Im Jahr 2017 fielen 30,6% der Versuchstiere in diese Kategorie. In Deutschland werden zudem zusätzlich bei der Versuchstiermeldung auch Tiere erfasst, die für wissenschaftliche Zwecke getötet werden, ohne dass an ihnen zuvor Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden – beispielsweise, um Organe oder Zellmaterial dieser Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken zu gewinnen (21,7% der insgesamt gemeldeten Versuchstiere). Diese Zahl hat sich im Jahr 2017 ebenfalls verringert.

Betrachtet man die Zahl der „eigentlichen Tierversuche“ (Tabelle 2, Tierzahlen nach Verwendung, Spalten 5 – 8), lässt sich ableiten, dass 2017 in Berlin 171.096 Tiere (ein Minus von 16.982 Tieren zum Vorjahr) eingesetzt wurden. Schlüsselt man die Versuchstierzahlen nach Verwendungszweck genauer auf, wird ersichtlich, dass -16,4% weniger Tiere im Bereich „Aus-, Fort- und Weiterbildung, -20,8% weniger Tiere im Bereich „regulatorischer Zweck“, also bei gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen, und ca. -8,0% im Bereich „andere Tierversuche“ (z.B. Grundlagenforschung) eingesetzt wurden. Vor allem der Tierzahlrückgang im Verwendungsbereich „regulatorischer Zweck“ kann größtenteils auf eine erfolgreiche Etablierung und Umsetzung von Alternativmethoden in der Arzneimittelforschung zurückgeführt werden. Diese erfreuliche Entwicklung wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2015 bis 2017

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2014 bis 2016

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2013 bis 2015

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2012 bis 2014

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2011 bis 2013

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2009 bis 2011

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2008 bis 2010

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2007 bis 2009

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2006 bis 2008

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2005 bis 2007

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2004 bis 2006

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2003 bis 2005

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