Versuchstiermeldung 2018

Für das Jahr 2018 wurde die Verwendung von insgesamt 222.588 Versuchstieren in Berlin gemeldet, dies entspricht einem geringfügigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um +0,1% (222.424 Tiere im Jahr 2017).

Die Maus ist mit einem Anteil von 89,5% an der Gesamttierzahl mit Abstand das am häufigsten in der Berliner Forschung eingesetzte Tier; hier ist im Vergleich zu 2017 eine leichte Zunahme um +5,7% zu verzeichnen. An zweiter Stelle (bei 6,6% der Gesamttierzahl) steht die Tierart Ratte, mit einem deutlichen Rückgang um -64% im Vergleich zum Vorjahr. Mit 2444 Tieren stellen Haushühner die am dritthäufigsten eingesetzte Tierart dar (1,1% der Gesamttierzahl), mit einem Plus von +27,6% im Vergleich zu 2017. An Haushühnern werden vorwiegend tierarztspezifische Arzneimittel und Impfstoffe entwickelt und getestet. Deutliche Rückgänge bei den Tierzahlen sind vor allem bei den Tierarten Pferd und Esel (-190,7%), Goldhamster (-84,6%), Schaf (-74,7%), Javaneraffe (-73,0%) und Katze (-42,9%) zu verzeichnen. Insbesondere folgende Tierarten wurden im Vergleich zum Vorjahr vermehrt eingesetzt: Kaninchen (+20,4%), Rind (+29,0%), Hund (+29,4%) und Meerschweinchen (+30%). Bei einem großen Teil der verwendeten Hunde handelt es sich um privat gehaltene Tiere, bei denen z.B. im Rahmen von klinischen Studien die Wirksamkeit neuer Tierarzneimittel geprüft wurde oder bei denen Blutproben genommen wurden, um Referenzwerte für bestimmte Blutparameter festzulegen. Auch solche Untersuchungen gelten gemäß dem Tierschutzgesetz als Tierversuch, da den Tieren zur Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragenstellung Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden (hier z.B. der Schmerz beim Einstich einer Kanüle in eine Vene zur Blutentnahme).

102.135 verwendete Versuchstiere waren genetisch verändert. Der Anteil der genetisch veränderten Tiere an der Gesamttierzahl stieg mit 45,9% im Vergleich zum Vorjahr (2017: 41,4%) weiter an. Dies unterstreicht die stetig wachsende Rolle der Gentechnik in der tierexperimentellen Forschung. Durch das gezielte An- oder Ausschalten bzw. Einbringen bestimmter Gene soll deren Einfluss insbesondere bei der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten geklärt werden. Zum Einsatz kamen hier ausschließlich Mäuse und Ratten sowie Zebrabärblinge. Den größten Anteil nahmen Mäuse mit 99.246 eingesetzten Tieren ein. 9.506 (9,3%) der Tiere zeigten eine Belastung, die durch die genetische Veränderung bedingt war.

Im Hinblick auf den Schweregrad der Versuche lässt sich feststellen, dass die Belastung in den Tierversuchen vorwiegend gering war (bei 47,9% der Versuchstiere). Der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer oder schwerer Belastung lag bei 22,5% beziehungsweise 1,4%. Einer eigenen Belastungskategorie werden diejenigen Tiere zugeordnet, bei denen einmalig Eingriffe nur unter Vollnarkose durchgeführt werden, ohne dass die Tiere daraus wiedererwachen. Im Jahr 2018 fielen 28,2 % (2017: 30,6%) der Versuchstiere in diese Kategorie.

Betrachtet man die Art der Verwendung, wird deutlich, dass der weitaus größte Teil der Versuche der Grundlagenforschung zuzuordnen war. In Berlin wurden 2018 84.219 Tiere (37,8% von der Gesamttierzahl) für diesen Zweck eingesetzt. An zweiter und dritter Stelle folgen die Verwendung zu regulatorischen Zwecken und Routineproduktion, also bei gesetzlich vorgeschriebenen Versuchen (20% von der Gesamttierzahl), und in der translationalen und angewandten Forschung (15,5% von der Gesamttierzahl).

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2016 bis 2018

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2004 bis 2006

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Vergleich der Versuchstierzahlen der Jahre 2003 bis 2005

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