Krankenpflegedienst

Die ärztliche Ausbildung umfasst gemäß § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 der Approbationsordnung für Ärzte- ÄAppO – u.a. einen Krankenpflegedienst von drei Monaten (90 Kalendertage; für die Berechnung der Frist gelten die Vorschriften der §§ 187 ff. BGB sinngemäß).

Der Krankenpflegedienst hat den Zweck, den Studienanwärter oder Studierenden

  • in Betrieb und Organisation eines Krankenhauses einzuführen und
  • ihn mit den üblichen Verrichtungen der Krankenpflege vertraut zu machen.

Er ist gemäß § 6 ÄAppO vor Beginn des Studiums (in der Regel nach Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung) oder während der unterrichtsfreien Zeiten des Studiums vor der Meldung zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in einem Krankenhaus auf einer bettenführenden Abteilung oder einer Rehabilitationseinrichtung mit einem vergleichbaren Pflegeaufwand abzuleisten.

Unterrichtsfreie Zeiten richten sich für Studierende im Regelstudiengang in Berlin nach den unterrichtsfreien Zeiten der Freien Universität und der Humboldt-Universität.http://studium.hu-berlin.de/beratung/zeit . Studierende im Modellstudiengang der Charité Universitätsmedizin Berlin finden die unterrichtsfreien Zeiten unter dem Semesterkalender des jeweiligen Semesters unter http://campusnet.charite.de/stundenplan .

Studierende im Modellstudiengang absolvieren den Krankenpflegedienst nach § 17 Abs. 1 der Studienordnung des Modellstudiengangs Medizin der Charité – Universitätsmedizin bis zum Beginn der Vorlesungszeit des vierten Semesters.

Unter dem Begriff „Krankenhaus“ ist eine Einrichtung zu verstehen, die
  • der Krankenbehandlung oder Geburtshilfe dient,
  • fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung steht,
  • über ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügt und
  • nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeitet,
  • mit Hilfe von jederzeit verfügbarem, ärztlichem Pflege-, Funktions- und medizinisch-technischem Personal darauf eingerichtet ist, vorwiegend durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten, Krankheitsbeschwerden zu lindern oder Geburtshilfe zu leisten und
  • die Möglichkeit zur Unterbringung und Verpflegung von Kranken bietet.

Keine Krankenhäuser sind z.B. Polikliniken, Alten- und Pflegeheime.

Der Krankenpflegedienst auf Akutstationen von psychiatrischen bzw. psychosomatischen Kliniken wird anerkannt. Bei Tätigkeiten in anderen Bereichen wird der Krankenpflegedienst nur zu 50 % anerkannt, es sei denn, die Klinik bestätigt, dass während des Krankenpflegedienstes überwiegend Tätigkeiten der Grund- und Behandlungspflege ausgeübt wurden.

Eine in einer Krankenstation eines Alten- und Pflegeheimes ausgeübte krankenpflegerische Tätigkeit wird als Krankenpflegedienst nur anerkannt, wenn

  • dort eine gesonderte Krankenstation mit mindestens zwanzig Betten eingerichtet ist,
  • diese unter ärztlicher Leitung bzw. unter Leitung einer/eines examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin /Gesundheits- und Krankenpflegers steht,
  • die üblichen Verrichtungen der Krankenpflege am Krankenbett geleistet wurden und
  • das vorgeschriebene Zeugnis auch Angaben über die Bettenzahl der Krankenstation enthält.

Eine solche Tätigkeit wird bis zur Höchstdauer von einem Monat (30 Kalendertagen) auf den vorgeschriebenen Krankenpflegedienst angerechnet.

In folgenden Bereichen bzw. Einrichtungen kann der Krankenpflegedienst nicht abgeleistet werden:

  • Notaufnahme, Anästhesie, Operationssaal, Ambulanz oder Dialysestation eines Krankenhauses,
  • Vorsorgeeinrichtung,
  • Einrichtung, bei der kosmetische Behandlungen im Vordergrund stehen,
  • Rehabilitationseinrichtung, bei der nicht die eigentliche Behandlungspflege, sondern lediglich die Anschlussbehandlung angewandt wird,
  • Behindertenheim,
  • Mobiler Sozialer Hilfsdienst,
  • Arzt- oder Gemeinschaftspraxis,
  • Ambulantes Dialysezentrum,
  • Intensiv- und Wachstation.

Die Wahl der Einrichtung ist dem Studierenden überlassen.

Der Krankenpflegedienst kann in drei Abschnitten zu jeweils einem Monat abgeleistet werden.

Arbeitszeiten und (evtl.) Vergütungen sind gesetzlich nicht geregelt, sie sind eigenverantwortlich zu vereinbaren.

Auf den Krankenpflegedienst werden gemäß § 6 Abs. 2 ÄAppO angerechnet:

  • eine krankenpflegerische Tätigkeit im Sanitätsdienst der Bundeswehr oder in vergleichbaren Einrichtungen,
  • eine krankenpflegerische Tätigkeit im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres nach den Vorschriften des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres oder nach den Vorschriften des Jugendfreiwilligendienstegesetzes,
  • eine krankenpflegerische Tätigkeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes nach den Vorschriften des Bundesfreiwilligendienstgesetzes,
  • eine krankenpflegerische Tätigkeit im Rahmen eines Zivildienstes nach den Vorschriften des Zivildienstgesetzes,
  • eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger, als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent, in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege sowie eine erfolgreich abgeschlossene landesrechtlich geregelte Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe.

Es sind insgesamt drei Monate (= 90 Kalendertage) Pflegedienst nachzuweisen. Wochenenden und Feiertage werden in die Berechnung des Zeitraumes mit einbezogen. Fehlzeiten sind gesondert auszuweisen und werden nicht berücksichtigt, sie sind entsprechend nachzuarbeiten.

Die Ableistung des Krankenpflegedienstes nach § 6 Abs. 1 ÄAppO ist durch eine Bescheinigung gemäß Anlage 5 zu § 6 Abs. 4 Satz 2 ÄAppO (siehe Anlage) bzw. durch eine formlose Bestätigung (mit Stempel und Unterschrift der Pflegedienstleitung) der Einrichtung, an der der Krankenpflegedienst absolviert wurde, nachzuweisen. Dieser Nachweis ist zusammen mit dem Antrag auf Zulassung zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung einzureichen (§ 6 Abs. 4 Satz 1 ÄAppO). Studierende des Modellstudienganges müssen den Nachweis mit dem Antrag auf Zulassung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung einreichen.

Ein im Ausland abgeleisteter Krankenpflegedienst kann angerechnet werden (§ 6 Abs. 3 ÄAppO). Er kann an jedem staatlich anerkannten Krankenhaus oder Rehabilitationseinrichtung mit einem vergleichbaren Pflegeaufwand im Ausland absolviert werden unter der Voraussetzung, dass der Pflegedienst auf einer Bettenstation abgeleistet wird. Ebenso wird eine im Ausland erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger, als Rettungsassistentin oder Rettungsassistent, sowie eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Altenpflege, Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe angerechnet.

Der Nachweis der Ableistung des Krankenpflegedienstes ist in diesen Fällen durch eine Bescheinigung – die inhaltlich der Anlage 5 der ÄAppO entspricht – in der jeweiligen Landessprache und in Übersetzung zu führen. Aus der Bescheinigung muss deutlich ersichtlich sein, um welche Einrichtung es sich handelt.

Wurde der Krankenpflegedienst vor Beginn des Studiums abgeleistet, ist neben dem Nachweis darüber zusätzlich das Zeugnis über die Allgemeine Hochschulreife (im Original oder als amtlich beglaubigte Kopie) und, solange noch kein Studienplatz vorhanden ist, eine Geburtsurkunde als Nachweis des Geburtsortes Berlin einzureichen.

Ein entsprechendes Formular für die Anerkennung/Anrechnung des Krankenpflegedienstes kann nachfolgend heruntergeladen werden (siehe unten).

Kontaktadressen im Ausland stehen dem Landesamt für Gesundheit und Soziales nicht zur Verfügung.

Zeugnis über den Krankenpflegedienst

PDF-Dokument (16.4 kB)

Anerkennung bzw. Anrechnung des Krankenpflegedienstes

PDF-Dokument (143.9 kB)