Das RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed) ist ein behördeninternes, europaweites Kommunikations-Netzwerk für Warnungen zu Lebensmitteln, Futtermitteln und Lebensmittelbedarfsgegenständen, beispielsweise Töpfen, Essbesteck oder Lebensmittelverpackungen. Es ermöglicht einen schnellen Informationsaustausch über Produkte, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit, die Tiergesundheit oder die Umwelt darstellen. Die Meldungen werden über die Online-Plattform „iRASFF“ (Interaktives RASFF) eingestellt, sodass alle betroffenen Mitgliedstaaten rechtzeitig informiert werden und schnell sowie koordiniert handeln können. Durch den schnellen Informationsfluss können die zuständigen Behörden die Produkte, von denen eine Gesundheitsgefahr ausgeht, schnellstmöglich aus dem Verkehr ziehen.
Das iRASFF wird von der Europäischen Kommission koordiniert und verwaltet. Zu den Mitgliedern gehören alle EU-Mitgliedstaaten, sowie die vier EFTA-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Island, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie die EFTA-Überwachungsbehörde (ESA, EFTA Surveillance Authority).
Eine RASFF-Meldung wird ausgelöst, wenn im Rahmen von Kontrollen (Markt-, Grenz- oder Eigenkontrollen) oder aufgrund von Verbraucherbeschwerden ein Risiko für ein Produkt festgestellt wird. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Fremdkörper in Lebensmitteln nachgewiesen werden, Allergene nicht gekennzeichnet sind, Schimmelpilzgifte oder Schadstoffe in Gegenständen mit Lebensmittelkontakt vorhanden sind.
Verbraucher, Unternehmen und Interessensverbände können aktuelle Meldungen im RASFF-Window der Europäischen Kommission einsehen. Zusätzlich wird auf der Homepage des BVL eine anonymisierte Übersicht der täglichen Originalmeldungen aus dem Schnellwarnsystem veröffentlicht