Gesundheit in Bau und Planung

Gesundheit in Bau und Planung zielt darauf ab, gesunde Lebens- und Arbeitsräume zu schaffen. Zentrale Aspekte sind:

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Schadstoffe und Allergene zu reduzieren und ein gesundes Raumklima zu fördern.

Durch die Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte im Rahmen der Bauplanung können Wohlbefinden und Lebensqualität der Bewohner: innen nachhaltig verbessert werden.

Innenraumluft

Die Qualität der gebauten Umgebung hat einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit. Besonders die Innenraumluft kann durch Schadstoffe wie flüchtige organische Verbindungen (VOCs) wie Alkane, Toluol, Xylole, Terpene, Benzole und Formaldehyd belastet werden. Diese Substanzen mindern nicht nur die Raumluftqualität, sondern können auch gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen.
Hohe Feinstaub-Konzentrationen in der Außenluft sind mit gesundheitlichen Folgen wie Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege – und damit verbunden erhöhter Mortalität – assoziiert. Entsprechend wurden Grenzwerte für die Außenluft-Konzentration von Feinstaub entwickelt. Da Menschen einen Großteil ihrer Zeit in Innenräumen verbringen, könnte die Feinstaub-Konzentration in Innenräumen von noch größerer gesundheitlicher Relevanz sein als die Konzentration in der Außenluft. Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) empfiehlt zur Bewertung gesundheitlicher Auswirkungen von Feinstaub in Wohnungen und Schulen den WHO-Tagesmittelwert von 15 μg/m3 (2021) heranzuziehen und Feinstaubquellen aus Vorsorgegründen konsequent zu reduzieren.

Baustoffe und Schadstoffbelastungen

Viele konventionelle Baustoffe enthalten schädliche Konservierungsmittel, Weichmacher, Bindemittel und Lösemittel, die für Haltbarkeit und technische Funktionalität sorgen, aber gleichzeitig umwelt- und gesundheitsgefährdend sind. Diese Stoffe finden sich in Lacken, Klebern, Fassadenbeschichtungen, Boden- und Wandbelägen sowie in Kunststoffen, Holzwerkstoffen und Dachmaterialien. Nicht nur neue Gebäude, sondern auch viele Altbauten sind mit problematischen Substanzen belastet. In älteren Gebäuden befinden sich oft Materialien, die mittlerweile aufgrund ihrer krebserregenden Wirkung verboten wurden, wie Asbest, PCP und Lindan. Diese giftigen Holz- und Brandschutzmittel setzen weiterhin gefährliche Stoffe frei und erschweren Sanierungsarbeiten erheblich.

Lüftungskonzepte

Konventionelle Baustoffe, Lösemittel in Klebern, Lacken und Farben gehören zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Um die Raumluftqualität zu verbessern und die Gesundheit zu schützen, spielen neben der Minimierung des Eintrags von Schadstoffen durch den Einsatz lösemittelfreier Produkte, vor allem geeignete Lüftungskonzepte eine zentrale Rolle. Diese Konzepte beinhalten technische Lösungen zur Luftreinigung und Staubreduktion. Lüftungskonzepte, sowohl natürliche als auch mechanische, tragen maßgeblich zur Verbesserung der Raumluft bei und sind ein unverzichtbares Element moderner Gebäudeplanung.

Weiterführende Informationen:

Flyer: Besser lernen in guter Luft
Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden – Bildungseinrichtungen
Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden – Wohngebäude

Raumluftqualität nach energetischer Schulsanierung - Lüftungskonzept ist erforderlich!

Für die ganzjährige Gewährleistung hygienisch unbedenklicher Luft in Klassenräumen energiesanierter Schulen ist die Nutzung einer Lüftungsanlage der Fensterlüftung vorzuziehen und als zukunftsweisend anzusehen. Dabei sollte auch die Möglichkeit der „hybriden Lüftung“ in Form einer maschinellen Grundlüftung in Kombination mit einer zusätzlichen Fensterlüftung in die Planungen einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Lageso an das Landeslabor Berlin-Brandenburg in Auftrag gegebene Untersuchungsreihe.

In der nachfolgenden PDF-Datei sind die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

  • Länderuntersuchungsprogramm V (LUPE V) - Luftqualität in Schulklassenräumen im Anschluss an energetische Sanierungen

    PDF-Dokument (285.2 kB)

Projekt zur Messung der Luftqualität in Schulen

Bauprodukte haben eine große Bedeutung für die langfristige Luftqualität, da sie über ihre großen Oberflächen kontinuierlich Emissionen abgeben können. Holz beispielsweise enthält sowohl natürliche (Aldehyde und Terpene) als auch durch Verklebung hinzugefügte synthetische Substanzen, die in die Raumluft entweichen können. Diese Emissionen können direkt von Oberflächen ausgehen oder durch Schichtmaterialien hindurch in den Innenraum gelangen.
Im Rahmen eines Projekts zur Messung der Luftqualität in Schulen werden die saisonalen Unterschiede raumluftrelevanter Emissionsparameter untersucht und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Raumluftqualität bewertet, um in Bildungseinrichtungen ein gesundes Umfeld zu schaffen und potenzielle negative Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden zu minimieren oder zu verhindern.
Seit einigen Jahren setzt die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie im Rahmen der Schulbauoffensive auf Holzbauten. Hinsichtlich der Messung von Parametern der Innenraumlufthygiene gibt es eine langjährige Kooperation zwischen dem Lageso und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB). Im Rahmen des Projektes werden Konzentrationen unterschiedlicher Parameter (VOCs, CO2, Luftfeuchtigkeit) über das Jahr hinweg gemessen, wobei hier besonders saisonale Gegebenheiten, wie die höheren Außentemperaturen in den Sommermonaten und das reduzierte Lüftungsverhalten in der Winterzeit Beachtung finden.

Feinstaub in Grundschulen

Im Rahmen des gemeinsamen länderübergreifenden Untersuchungsprogramms des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) und des Landeslabors Berlin-Brandenburg (LLBB) “Interventionsstudie zur Verminderung der Feinstaubkonzentration in Grundschulen” wurde die Feinstaubbelastung in Grundschulen untersucht.

Das Ergebnis ist im nachfolgenden Kurzbericht nachzulesen.

  • Interventionsstudie zur Verminderung der Feinstaubkonzentration in Grundschulen

    PDF-Dokument (217.5 kB)

Gesundheitliche Bedeutung von Phthalaten in Kindertagesstätten - ein integrativer Ansatz zur Risikoabschätzung

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Landeslabor Berlin-Brandenburg, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) untersuchten in einem gemeinsamen Programm das Vorkommen von bestimmten Weichmachern, den sogenannten Phthalaten, in Kindertagesstätten. Untersuchungen des BUND von Hausstaub aus 160 deutschen Kindertagesstätten, die in den Jahren 2010 und 2011 durchgeführt wurden, ergaben teilweise hohe Belastungen mit Phthalaten.

Vor diesem Hintergrund sollte zur validen Abschätzung möglicher Risiken die aktuelle Expositionssituation von Kindern in Kindertagesstätten gegenüber Phthalaten erhoben und im Vergleich mit den Kenntnissen zu gesundheitlichen Wirkungen beurteilt werden.

In der nachfolgenden PDF-Datei sind die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst.

Weiterführende Informationen:

Häufige Fragen zu Phthalaten bzw. Weichmachern

  • Länderuntersuchungsprogramm III (LUPE III, Gesundheitliche Bedeutung von Phthalaten in Kindertagesstätten ein integrativer Ansatz zur Risikoabschätzung)

    PDF-Dokument (213.2 kB)

Gesundheitsverträglichkeitsprüfungen

Im Rahmen sogenannter Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) für das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso) Gesundheitsverträglichkeitsprüfungen durch. Diese sind ein wichtiger Bestandteil des UVP-Verfahrens und dienen dazu, mögliche Auswirkungen von Projekten auf die menschliche Gesundheit frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Rechtliche Grundlage für diese Prüfungen ist das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Das UVPG sieht vor, dass bei bestimmten Vorhaben die Auswirkungen auf verschiedene Schutzgüter, einschließlich der menschlichen Gesundheit, untersucht werden müssen. Dazu gehören u.a. folgende Aspekte:

  • Mögliche gesundheitliche Risiken durch Lärm, Luftschadstoffe oder andere Umwelteinflüsse
  • Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner
  • Potenzielle Belastungen für besonders schutzbedürftige Gruppen
    Das Lageso trägt mit seinen Prüfungen dazu bei, dass gesundheitliche Aspekte bei Planungs- und Genehmigungsverfahren angemessen berücksichtigt werden. Ziel ist es, negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung zu minimieren und eine gesunde Lebensumwelt zu fördern.

Weiterführende Informationen:

Umweltprüfungsportal des Bundes
UBA – Umweltprüfungen
Health Impact Assessment (HIA) / Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA)(Health Impact Assessment (HIA) / Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA))

Kontakt

Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso)
Umweltbezogener Gesundheitsschutz

Postanschrift

Postfach 31 09 29
10639 Berlin

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