Erneuerung der Berliner Allee (B2) zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße

Bauanfang Berliner Allee / Pistoriusstraße, Blickrichtung stadtauswärts, 2026

Planungsphase
Die Berliner Allee im Bezirk Pankow, Weißensee soll zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße saniert werden. Die stark befahrene Straße, die gleichzeitig Teil der Bundesstraße 2 (B2) ist, wurde bisher immer wieder nur punktuell instandgesetzt. Vorgesehen ist nun, den Straßenraum auf einer Länge von 1,2 Kilometern grundhaft zu erneuern.

Als Hauptverkehrsstraße erfüllt die Berliner Allee wichtige verkehrliche Funktionen. Sie ist nicht nur Bundesstraße, sondern eine der wenigen Ein- und Ausfahrtsstraßen für das nordöstliche Umland und verbindet auf diesem Wege die Anschlussstellen des Berliner Rings (A10) mit der Innenstadt. Im Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr wird ihr deshalb die höchste Kategorie (entsprechend einer Stadtautobahn) zugeordnet.
Im zu sanierenden Abschnitt ist die Berliner Allee eine Hauptgeschäftsstraße, einschließlich des damit verbundenen Wirtschaftsverkehrs, und eine wichtige Achse des öffentlichen Nahverkehrs, mit insgesamt vier Straßenbahn- und drei Buslinien für die angrenzenden Wohnquartiere.

Projektgebiet Berliner Allee

Das Vorhaben

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt plant die grundhafte Erneuerung der Berliner Allee (B2). Im zu sanierenden Abschnitt zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße sind die Schäden erheblich und ziehen sich über die gesamte Strecke. Aufgrund der hohen täglichen Verkehrsbelastung handelt es sich nicht nur um oberflächliche, sondern vielmehr um strukturelle Schäden, die zu einem erhöhten Unfallrisiko vor allem für Motorrad- und Radfahrende führen.

Der betrachtete Bereich der Allee variiert stark hinsichtlich der Straßenbreite und der straßenbaulichen Gegebenheiten. Die Fahrbahn ist auf dem größten Teil der Strecke vierspurig (mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung). Hinzu kommen Straßenbahngleise, die 2024 erneuert wurden. Sie verlaufen zum Teil auf der Straße (und teilen sich an diesen Stellen den Straßenraum mit dem motorisierten Verkehr), teilweise aber auch im eigenen Gleiskörper getrennt vom Kfz-Verkehr. Radwege gibt es entlang der Allee nicht, die Gehwege sind sehr verschieden in ihrem baulichen Zustand und ihrer Breite.

Bestandsquerschnitt Berliner Allee zwischen Pistoriusstraße und Lindenallee

Bestandsquerschnitt Berliner Allee zwischen Buschallee und Falkenberger Straße

An mehreren Knotenpunkten entlang der Strecke soll nun nicht nur saniert werden, sondern es sollen Straßenräume vor allem im Sinne der Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr neugestaltet werden. Dazu gehören

  • die Kreuzung Berliner Allee/Indira-Gandhi-Straße als wichtiger Punkt für den ÖPNV-Umstieg sowie für den Kfz-, Fuß- und Radverkehr als Verbindung Richtung Friedrichshain,
  • die Kreuzung Berliner Allee/Buschallee, ebenfalls ÖPNV-Schwerpunkt, hier vor allem in Richtung Hohenschönhausen, sowie
  • die Kreuzung Berliner Allee/Rennbahnstraße, deren Bedeutung mit dem Bau der neuen Stadtquartiere im Nordosten sowie dem Neubau des Straßenbahn-Betriebshofs Weißensee in direkter Nähe zunehmen wird.

Dabei geht es in diesem Abschnitt – wie für die gesamte Strecke – auch um die Frage, wie die verschiedenen Bedürfnisse von motorisiertem Kfz- und Fernverkehr, Radfahrenden und Fußverkehr zusammengebracht bzw. gelöst werden können.

Bilder zum Straßenraum

  • Knotenpunkt Berliner Allee / Indira-Gandhi-Straße, Blickrichtung Süden, 2026

    Knotenpunkt Berliner Allee / Indira-Gandhi-Straße, Blickrichtung Süden, 2026

  • Berliner Allee, südlicher Gehweg zwischen Smetanastraße und Lindenstraße, Blickrichtung stadtauswärts, 2026

    Berliner Allee, südlicher Gehweg zwischen Smetanastraße und Lindenstraße, Blickrichtung stadtauswärts, 2026

  • Berliner Allee, Gehweg mit zu kleinen Baumscheiben, 2026

    Berliner Allee, Gehweg mit zu kleinen Baumscheiben, 2026

  • Berliner Allee, nördlicher Gehweg und Bushaltestelle zwischen Wegener Straße und Indira-Gandhi-Straße, Blickrichtung stadteinwärts, 2026

    Berliner Allee, nördlicher Gehweg und Bushaltestelle zwischen Wegener Straße und Indira-Gandhi-Straße, Blickrichtung stadteinwärts, 2026

  • Berliner Allee, nördlicher Gehweg zwischen Falkenberger Straße und Buschallee, Blickrichtung stadteinwärts, 2026

    Berliner Allee, nördlicher Gehweg zwischen Falkenberger Straße und Buschallee, Blickrichtung stadteinwärts, 2026

  • Bauende Knotenpunkt Berliner Allee / Rennbahnstraße, Blickrichtung stadtauswärts, 2026

    Bauende Knotenpunkt Berliner Allee / Rennbahnstraße, Blickrichtung stadtauswärts, 2026

Fußverkehr

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Umstand, dass sich im nördlichen Abschnitt der Berliner Allee, von Rennbahnstraße bis Indira-Gandhi-Straße, mehrere Wohn- und Versorgungseinrichtungen für mobilitätseingeschränkte und ältere Menschen befinden (unter anderem Menschen mit Einschränkungen im Sehen oder Hilfsmitteln zum Fortbewegen). Dies soll Berücksichtigung in der Neugestaltung von Kreuzungssituationen und Umsteigemöglichkeiten für den ÖPNV finden.

Radverkehr

Derzeit bestehen direkt auf der Berliner Allee keine Radverkehrsanlagen.
Für den Radverkehr besteht stadtauswärts die Möglichkeit über die Bizetstraße und die Gartenstraße zu fahren. Beide Straßen sind als Radvorrangnetz ausgewiesen (Bizetstraße als Fahrradstraße seit 2023). Auch stadteinwärts lässt sich das Radvorrangnetz nutzen.

Im Zuge der Erneuerung wird geprüft, ob im nördlichen Abschnitt der Berliner Allee, von Rennbahnstraße bis Indira-Gandhi-Straße, Radwege eingerichtet werden können. Schwerpunkt der Untersuchungen ist hier unter anderem die Kreuzung Berliner Allee/ Indira-Gandhi-Straße. Eine Neugestaltung des Kreuzungsbereiches muss nicht nur Fahrwege beinhalten, sondern auch die Übergänge inklusive Mittelinsel und die Haltestellen für Straßenbahn- und Buslinien. Ziel ist es, nicht nur die ÖPNV-Nutzung zu erleichtern, sondern einen Übergang für den Radverkehr zu schaffen, damit Radfahrende die Kreuzung sicher queren können und ohne Umwege das Radvorrangnetz erreichen.

Radverkehrsnetz Weißensee rund um die Berliner Allee (Geoportal Berlin)

Zahlen und Daten

Die Berliner Allee gehörte bereits im 14. Jahrhundert zum mittelalterlichen Dorfkern Weißensees und war ein wichtiger Fernhandelsweg zwischen Berlin und den Regionen im Nordosten. Im 19. Jahrhundert wurde die Straße erstmals wirklich befestigt (mit Pflastersteinen). Seit den 1920er Jahren fährt auf einem großen Teil der Berliner Allee die Straßenbahn.

Bis heute hat sich ihre Bedeutung als wichtige Verbindungstrasse zwischen Stadt und nordöstlichem Umland gehalten. Insgesamt erstreckt sich die Berliner Allee vom Antonplatz im Südwesten bis zur Malchower Chaussee über 3,5 Kilometer. Der Projektabschnitt zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße ist insgesamt 1,2 Kilometer lang. Auf diesem sind täglich etwa 26.500 Fahrzeuge unterwegs, darunter bis zu 1.480 Lkw (Straßenverkehrszählung Berlin 2023). Hinzu kommen vier – zum Teil stark frequentierte – Straßenbahnverbindungen sowie drei Buslinien. In unmittelbarer Nähe der Kreuzung Berliner Allee/Rennbahnstraße befindet sich außerdem der Straßenbahn-Betriebshof Weißensee, der komplett neu aufgebaut werden soll.

Stand der Planung

Die Grundlagenermittlung wurde im Mai 2026 begonnen und im August 2026 abgeschlossen.

Anschließend folgen weitere Planungsschritte (u. a. Vorplanung und Entwurfsplanung) bis schließlich das Planfeststellungsverfahren beginnt. Ist dieses abgeschlossen, beginnt die Umsetzung der Straßenbaumaßnahme.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Während des gesamten Prozesses werden Bürgerinnen und Bürger umfassend informiert und beteiligt. Derzeit befindet sich die Baumaßnahme mit der Ermittlung der Bestandssituation noch am Beginn der Planungen. Im Rahmen zukünftiger Planungsschritte werden verschiedene Informations- und Beteiligungsformate angeboten. Sobald Maßnahmen feststehen, wird auf dieser Website sowie bei mein.berlin dazu informiert. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es Online-Beteiligungen auf mein.berlin geben.

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Tiefbau