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Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet


Karte zu Radschnellverbindungen - Prioritäten
Karte zu Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet - Prioritäten, Stand: September 2017

Radschnellverbindungen schaffen Anreize, häufiger das Fahrrad zu benutzen: Sie machen das Radfahren sicherer und schneller - insbesondere bei Wegstrecken, die länger als fünf Kilometer sind. Sie besitzen breite Wege für den Radverkehr, sind gut beleuchtet, bequem und bis auf wenige Ausnahmen ohne Stopp zu befahren. In Berlin entstehen in den nächsten Jahren mehrere Radschnellverbindungen, die neue Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger schaffen, sich in der Freizeit oder im Beruf fortzubewegen.

Was ist bisher geschehen?

In der Debatte um Radschnellverbindungen in Berlin wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Trassenkorridore diskutiert. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wurden dann 30 dieser potenziellen Trassenkorridore genauer untersucht. Dabei wurden neben der Realisierbarkeit auch Themen wie Infrastruktur, Nutzungspotenzial sowie grob die Wirtschaftlichkeit betrachtet. Im Ergebnis haben sich im Frühjahr 2017 zwölf Radschnellverbindungen herauskristallisiert, die mit Blick auf die Potenziale und die Umsetzung die besten Voraussetzungen aufweisen.

Wo steht die Planung aktuell?

Für jeden der zwölf Trassenkorridore wurden verkehrsplanerische Empfehlungen formuliert und mit Kostenschätzungen versehen. So wurde zum Beispiel untersucht, ob Bauwerke wie Brücken erforderlich sind, saniert oder neugebaut werden müssen. Mit der Kostenschätzung wurden die Maßnahmen der jeweiligen Trassenkorridore verglichen und eingestuft. Auf Grundlage dieser Bewertung existiert aktuell eine Priorisierung, in welcher Reihenfolge die Trassenkorridore auf ihre Machbarkeit hin detailliert untersucht werden.

Wie geht es weiter?

Die Senatsverwaltung wird für alle untersuchten 12 Trassenkorridore (circa 100 Kilometer) Machbarkeitsuntersuchungen durchführen. Dabei existieren folgende Prioritäten (siehe Karte):

  1. "Y-Trasse" (drei vorgeschlagene Trassenkorridore zusammengefasst - Betriebswege entlang der A113 sowie A100 in Verbindung mit dem Korridor zwischen Südstern und Rungiusstraße in Britz)
  2. "Trasse Mitte-Tegel-Spandau" (zusammengefasst aus zwei vorgeschlagenen Trassenkorridoren)
  3. "Trasse Königsweg-Kronprinzessinnenweg"
  4. "Panke-Trail" (zusammengefasst aus zwei vorgeschlagenen Trassenkorridoren)
  5. "West-Route" (in Verbindung mit Radverkehrsanlagen entlang der B5)
  6. "Teltowkanal-Route" (in Verbindung mit dem Radfernweg Berlin-Leipzig)
  7. "Trasse Spandauer Damm - Freiheit"
  8. "Trasse Nonnendammallee - Falkenseer Chaussee"

Mit der Machbarkeitsuntersuchung zu der sogenannten "Y-Trasse" soll unverzüglich gestartet werden. Hierfür sieht zum Beispiel auch der Koalitionsvertrag den Bau einer Fuß- und Radverkehrsbrücke über den Britzer Zweigkanal vor. Nach Abschluss der positiven Machbarkeitsuntersuchung wird die neu gegründete Infra-Velo GmbH mit der Planung und Umsetzung der Radschnellverbindung auf der "Y-Trasse" beauftragt. Die Vergabe der weiteren Machbarkeitsuntersuchungen wird ebenso noch in diesem Jahr vorbereitet. Diese Aufgabe soll ebenfalls der neugegründeten Infra-Velo GmbH übertragen werden.

Zusätzlich werden die Planungen für eine Radschnellverbindung im Zuge der "Tangentialen Verbindung Ost (TVO)" zwischen der B1/B5 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Norden und der Straße An der Wuhlheide im Bezirk Treptow-Köpenick im Süden weiter vorangetrieben.

Was geschieht bei einer Machbarkeitsuntersuchung?
Bei einer Machbarkeitsuntersuchung werden unter anderem Entwurfsvorschläge für rechtlich, planrechtliche und verkehrstechnisch machbare Routenverläufe innerhalb der Trassenkorridore sowie die entsprechenden Kosten für die Umsetzung abgeschätzt und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen formuliert.

Die Kosten für den Bau und Unterhalt der Trasse werden dabei ins Verhältnis zum monetarisierten Nutzen der Radschnellverbindung gesetzt. Neben den messbaren Nutzenkomponenten wie Reduzierung der Schadstoffemissionen oder Senkung der Krankheitskosten, werden auch deskriptive Werte wie zum Beispiel die Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität bei der Nutzen-Ermittlung betrachtet. Anhand des Nutzen-Kosten-Vergleichs werden die Trassenkorridore auch untereinander vergleichbar gemacht.
Was ist mit der Anbindung ans Umland?
Die Trassenkorridore, die die Innenstadt mit den äußeren Bezirken verbinden (radiale Korridore), bieten sich für eine Weiterführung in das Umland an. Im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung soll auch ein Anschluss an die Radverkehrsanlagen der Umlandgemeinden in Brandenburg und an Fernradwege sichergestellt werden.
Was wird aus der Stammbahn-Trasse?
Für den Trassenkorridor, der auf den stillgelegten Gleisen der Potsdamer Stammbahn verlaufen soll, wurde nach Auftrag des Abgeordnetenhauses -unabhängig von der Potenzialbewertung- die Machbarkeit einer Radschnellverbindung untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt deutlich, dass die Radschnellverbindung auf dieser Trasse nicht wirtschaftlich ist. Bei der Bewertung wurde davon ausgegangen, dass die Trasse nach dem heutigen Stand nach einem bis zu fünf Jahre andauernden Planungs- und Umsetzungszeitraum lediglich für zehn Jahre für den Radverkehr zur Verfügung stehen würde. Danach müsste diese dann wieder zurück gebaut werden, um dann die Maßnahmen für die Wiederinbetriebnahme des Bahnverkehrs vorbereiten und einleiten zu können.

Die Deutsche Bahn hatte darüber hinaus angekündigt, dass sie die planfestgestellte Trasse für eine Zwischennutzung nicht zur Verfügung stellen wird.

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