Berlin-Tipps  

 

20 grüne Hauptwege®

Wissenswertes zu den 20 grünen Hauptwegen®


20 grüne Hauptwege® im Projektplan Erholung und  Freiraumnutzung
20 grüne Hauptwege® im Projektplan Erholung und Freiraumnutzung

Gastautorin Claudia Lenk

Das grüne Herz Berlins ist der Große Tiergarten. Der Spreeweg und der Nord-Süd-Weg bilden an seinem östlichen Rand ein grünes Achsenkreuz.

Entlang der Strecke zwischen Spree und Brandenburger Tor verlief zweimal eine Mauer: Die "Berliner Mauer", die die Menschen 1961-1989 (für eine gefühlte Ewigkeit) in "Ossies" und "Wessies" trennte. Und die "Berliner Zoll- und Akzisemauer", die hier 1735-1868 den Schmuggel von unverzollten Waren in die Stadt hinein und die Desertation von Soldaten aus der Stadt heraus verhindern sollte. Der Nord-Süd-Weg folgt dem Verlauf dieser Mauer vom Neuen Tor - heute Platz am Neuen Tor - über den Unterbaum (ungefähr dort, wo heute die Kronprinzenbrücke ist, wurde abends ein Baum quer über die Spree gelegt) das Brandenburger Tor, bis zum Potsdamer Tor - heute Potsdamer Platz.

Um die dicht bebauten gründerzeitlichen Stadterweiterungen herum begleitet der Innere Parkring den S-Bahn-Ring, auch "Großer Hundekopf" genannt. Er verbindet den neuen Park auf dem Tempelhofer Flugfeld, Volksparke, grüne Stadtplätze, Friedhöfe und Kleingärten miteinander.

Im Jansen-Plan von 1910, der planerischen Grundlage für das Grüne Achsenkreuz und den Inneren Parkring, ist zusätzlich noch der Äußere Parkring vorgesehen. Seine Realisierung wurde erst nach 1989 möglich. Er setzt sich zusammen aus (Teil-)Strecken von 6 grünen Hauptwegen®, die durch die vier großen Berliner Naherholungsgebiete am Müggelsee, Wannsee, Tegeler See und den Berliner Barnim verlaufen.

Als Ergänzung zum "Steinernen Berlin" wollte Jansen ein Berliner Freiraumsystem entwickeln, in dem das Grüne Achsenkreuz, weitere Grünzüge und die beiden Ringe die verstreut im Stadtraum liegenden öffentlichen Grünflächen untereinander und mit den Landschaftsräumen in Brandenburg verbinden. Heute gibt es diese radialen und tangentialen Grünzüge tatsächlich zwischen dem historischen Zentrum, der Innenstadt, den dicht bebauten ehemaligen Vorstädten und den grenzüberschreitenden Landschaftsräumen des Naturpark Barnim und der Regionalparke. Der Heiligenseer Weg und der Hönower Weg gehören zu ihnen.

Das in Berlin ca. 550 km umfassende Netz der 20 grünen Hauptwege® ist durch das Landschaftsprogramm inkl. Artenschutzprogramm und den Flächennutzungsplan seit 1994 planerisch und rechtlich abgesichert. Etwa 2/3 der damals geplanten Idealstrecken sind heute begehbar.

Dank der Beteiligung von mehr als 100 ehrenamtlichen Flaneuren an dem Projekt "Ein Plan für 20 grüne Hauptwege®" sowie der Kooperation zwischen FUSS e.V. und BUND e.V. mit der gesamtstädtischen Landschaftsplanung gibt es außerdem seit 2004 offiziell abgestimmte temporäre Umwege für die Lücken in den Idealstrecken.

Und dank der Projektpartnerschaft mit dem BWV e.V. wurden die meisten Wegstrecken inzwischen auch mit der bundesweit üblichen Markierung für Hauptwege vor Ort kenntlich gemacht.

Die markierten Wege werden seit 2011 von "Wegepaten" aus den Berliner Wandervereinen begangen. Ihre Berichte sind die Basis für eine jährliche Überprüfung und Aktualisierung der Wegestrecken. Der jeweils neueste, offiziell abgestimmte Stand wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt veröffentlicht.

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