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Sicherheit hat Vorrang

Bildvergrößerung: Typischer Signalplan einer Ampel
Typischer Signalplan einer Ampel
Bild: SenUVK

Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer hat oberste Priorität.

Räumzeit als Schutz

Damit Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und die Fahrgäste in Bus und Straßenbahn sicher ihr Ziel erreichen, errechnet man eine so genannte Zwischenzeitmatrix. Sie legt die Dauer der Räumzeit fest. Anders gesagt: Sie legt fest, wie viel Zeit nach dem Umschalten auf Rot vergehen muss, bis alle Autofahrer die Kreuzung geräumt haben oder bis auch der letzte Fußgänger, der die Straße noch bei Grün betreten hat, die gegenüberliegende Seite erreicht. Erst dann erhalten die anderen Verkehrsteilnehmer Grün.

Berechnet werden die Räumzeiten auf der Basis durchschnittlicher Geschwindigkeiten. Die Grundlagen dafür liefern die Richtlinien für Lichtsignalanlagen.

Vorsprung für die Schwächeren

Ampel mit Fahrradampel
Bild: SenUVK

Fußgänger und Radfahrer sind besonders gefährdet, wenn Kraftfahrzeuge rechts abbiegen. Deshalb bekommen sie an den allermeisten Ampeln ein bis zwei Sekunden vor dem parallelen Kfz-Verkehr Grün. So sind sie bereits im Blickfeld der abbiegenden Kraftfahrer, wenn diese losfahren. Ausnahmen von diesem Prinzip gibt es nur an älteren Ampeln, deren Signalplan noch nicht geändert wurde.

Sicherer Schulweg

Bildvergrößerung: Kinder auf dem Weg zur Schule
Kinder auf dem Weg zur Schule
Bild: SenUVK

Viele Ampeln werden in der Nähe von Schulen und Kitas eingerichtet, damit Kinder sicher ankommen. Diese Ampeln liegen entweder an untergeordneten Kreuzungen, wenn diese besondere Risiken für Kinder bergen, oder ermöglichen als Fußgängerampeln zwischen zwei Kreuzungen das Überqueren einer Straße.

Abends, nachts und an Wochenenden können viele dieser Ampeln abgeschaltet werden.

Trotz Ampeln sollten Autofahrer in der Nähe von Schulen und Kitas grundsätzlich besonders umsichtig fahren. Kinder schätzen die Gefahren des Straßenverkehrs oft falsch ein und rennen bei Rot oder auch neben der Ampel über die Straße. In solchen Fällen hilft nur eins: Acht geben – und Rücksicht nehmen.

Behindertengerechte Ampeln

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Blindensignal­anforderung und Ansicht von unten mit Pfeil ohne bzw. mit Markierung
Bild: SenUVK
Bildvergrößerung: Rillenplatten am Straßenrand
Rillenplatten am Straßenrand
Bild: SenUVK

Auch Menschen mit einer Beeinträchtigung sollen Straßen und Kreuzungen selbstständig und sicher überqueren können.

Abgesenkte Bordsteine an Ampelanlagen helfen nicht nur Rollstuhlfahrenden, sondern auch älteren und erkrankten Menschen.

Rillenplatten am Gehwegrand lassen sich leicht mit dem Blindenstock ertasten und weisen die Richtung zur gegenüberliegenden Straßenseite.

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Blindensignalgeber
Bild: SenUVK

Ein akustisches Signal (Tackern) führt Sehbeeinträchtigte und Verkehrsteilnehmende zum nächsten Signalmasten, an dem spezielle, auffallend gelbe Taster angebracht sind. An deren Unterseite liegt eine Schaltfläche in Pfeilform, mit der man akustische Signale anfordern kann.

Dieser Pfeil lässt sich ertasten und weist – wie die Rillenplatten – zur anderen Straßenseite. Zusätzliche Tastmarkierungen auf dem Pfeil informieren über Besonderheiten – etwa wenn eine Mittelinsel oder Straßenbahngleise zu überqueren sind.

Schaltet die Ampel auf Grün, ertönt ein Signal, das bis zum Ende der Grünphase anhält. Gleichzeitig beginnt der Pfeil an der Unterseite des Tasters zu vibrieren. Weil das akustische Signal auf beiden Seiten der Straße abgestrahlt wird, können sehbeeinträchtigte Personen hören, wann sie die andere Seite erreicht haben.

Die Lautstärke des Signals passt sich automatisch dem herrschenden Lärmpegel an. Auch bei starkem Verkehr ist es dadurch gut hörbar, während in ruhigeren Stunden die Anwohner nicht unnötig gestört werden.

Flyer: Sicher über die Straße gehen

Hinweise für blinde und sehbehinderte Menschen

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Grüne Welle

Bildvergrößerung: Schema zur Koordinierung der Grünen Welle
Schema zur Koordinierung der Grünen Welle
Bild: SenUVK

An jeder Ampel bei Grün anzukommen – jeder Autofahrer wünscht sich eine solche “Grüne Welle”.

Richtig gut läuft eine Grüne Welle aber immer nur auf einer Straße und in eine Richtung. Im komplexen Netz der Berliner Stadtstraßen wollen aber viele Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, Busse und Straßenbahnen vorankommen. Bei der Koordinierung der Ampeln gilt es deshalb, viele Wünsche und Faktoren zu berücksichtigen:

Eine komplette Grüne Welle in beiden Fahrtrichtungen kann bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h und einem Umlauf von 60 Sekunden nur geschaltet werden, wenn alle Ampeln im Idealabstand von etwa 400 m liegen. Das ist im Berliner Straßennetz nicht der Fall.

Jede Grüne Welle bezieht sich auf eine konstante Geschwindigkeit. Die ist im Stadtverkehr kaum durchzuhalten.

Selbst wo es funktioniert, kämen bei Grüner Welle in einer Fahrtrichtung schon die Verkehrsteilnehmer in der Gegenrichtung an den meisten Ampeln bei Rot an.

Im Lauf des Tages ändert das Verkehrsaufkommen seine Richtung. Deshalb koordiniert Berlin die Ampeln auf vielen Ausfallstraßen mit der Tageszeit. Wer morgens Richtung Innenstadt unterwegs ist, hat häufiger Grün, als der, der stadtauswärts fährt. Am frühen Abend ist es dafür umgekehrt. Weil morgens mehr Menschen in die Stadt und abends mehr aus der Stadt fahren.

Wo sich Hauptstraßen kreuzen, darf flüssiger Verkehr in einer Richtung nicht auf Kosten der anderen gehen.

Auf vielen Straßen und Kreuzungen sollen Busse und Straßenbahnen Vorfahrt haben.

Fußgängerampeln auf Schulwegen lassen sich in den allgemeinen Verkehrsfluss kaum integrieren. Kinder sind zu ungeduldig, um lange zu warten. Eine solche Ampel muss – Sekunden nach der Anforderung – auf Fußgängergrün schalten. Auch das unterbricht die Grüne Welle. Dafür geben solche Sofortanforderungsampeln aber den Autofahrern dauerhaft den Weg frei, wenn kein Fußgänger kreuzen will.

Berlin koordiniert deshalb seine Ampeln so, dass möglichst viele möglichst gut vorankommen.

Weitere Informationen:

Ampeln an Baustellen

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Baustellenampel
Bild: SenUVK

Wo gebaut wird, muss bisweilen eine transportable Ampel die stationäre Anlage ersetzen. Die mobilen Maste sorgen dafür, dass Sie als Autofahrer immer gute Sicht auf die Signale haben. Sie erlauben zudem eine Anpassung an den Baufortschritt.

Doch selbst wenn Maste und Schaltgerät der Ampel während der Bauzeit zugänglich und die Signale gut sichtbar bleiben, können Änderungen nötig werden. Manchmal müssen die Signalpläne – also das Schaltprogramm – der betroffenen und eventuell auch umliegender Ampeln an die augenblicklichen Gegebenheiten angepasst werden.

Bleibt bei Straßenbauarbeiten nur eine Spur befahrbar, müssen sich Autofahrer in beiden Fahrtrichtungen abwechseln. Dieses Miteinander regeln mobile Gegenverkehrsanlagen. Sie geben die Durchfahrt frei, nachdem die Fahrzeuge aus der Gegenrichtung den Engpass verlassen haben. Dabei wird allerdings nicht das letzte Fahrzeug gezählt. Die Ampel errechnet aus Streckenlänge und Geschwindigkeit eine maximal zu erwartende Fahrzeit. Erst nach deren Ablauf haben Sie wieder freie Fahrt.