Jahresbericht 2025 - Akademisierung der Gesundheits- & Pflegeberufe

Gesundheits- und Pflegeberufe

Lageso begleitet Akademisierung der Pflege- und Hebammenausbildung in Berlin

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat durch eine Neuregelung in der hochschulischen Pflege- und Hebammenbildung Mitte 2024 zusätzliche Aufgaben übernommen, die sich besonders auf das Berichtsjahr 2025 ausgewirkt haben: Neben der Aufsicht über Schulen für Pflege- und Gesundheitsberufe begleitet es auch die Pflege- und Hebammenstudiengänge an den Berliner Hochschulen. Es sichert die Qualität der Ausbildung und trägt zum Gesundheitsschutz bei. In Berlin bieten derzeit drei Hochschulen ein Bachelorstudium Pflege und zwei Hochschulen das Bachelorstudium Hebammenwissenschaft an.

Akademisierung des Pflegeberufs begleiten

Mit der Teil-Akademisierung des Pflegeberufs werden praktische Ausbildung und wissenschaftliche Qualifizierung enger miteinander verknüpft. Das duale Pflegestudium führt sowohl zum Bachelorabschluss als auch zur Berufszulassung und eröffnet für professionell Pflegende neue Karrierewege. Das seit 2025 eingeführte Pflegestudiumsstärkungsgesetz unterstützt diese Entwicklung zusätzlich. Es sieht unter anderem eine Ausbildungsvergütung für die gesamte Zeit des dualen Studiums sowie erweiterte Kompetenzen für akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen vor.

Im Jahr 2025 überprüfte das Lageso erstmals die Studiengangs- und Prüfungskonzepte der drei Berliner Pflegestudiengänge. Sie wurden gemeinsam mit den Hochschulen und der zuständigen Senatsverwaltung bewertet und weiterentwickelt. Alle überarbeiteten Studiengangskonzepte konnten schließlich genehmigt werden, sodass zahlreiche Studierende zum Wintersemester 2025 an den drei Berliner Hochschulen ihr primärqualifizierendes duales Pflegestudium aufnehmen konnten.

  • Hebammen: 89 Berufsurkunden für Pflegefachpersonen wurden seit der Einführung des Pflegestudiums ausgestellt. 130 Berufsurkunden erhielten Absolventinnen des Hebammenstudiums.
  • Pflegeberufe
  • Gesundheits- und Pflegeberufe Inland: 12.332 genehmigte Ausbildungsplätze, davon 8.056 in Pflegberufen. Das ist ein Zuwachs 866 Ausbildungsplätzen.

Qualität der Hebammenausbildung sichern

Hebammen werden seit 2020 bundesweit ausschließlich akademisch, im primärqualifizierend-dualen Bachelorstudium ausgebildet. Das Lageso begleitet auch die beiden Berliner Hebammenstudiengänge durch die Prüfung der berufs- und prüfungsrechtlichen Anforderungen in den Studiengangskonzepten.

Zudem übernahm das Lageso im Jahr 2025 erstmals den Vorsitz des Prüfungsausschusses eines Berliner Hebammenstudiengangs. Während eines kompletten, zehnmonatigen Prüfungszyklus begleitete es die staatlichen Abschlussprüfungen und entwickelte gemeinsam mit der Hochschule die Prüfverfahren weiter. So stellte das Lageso sicher, dass die Prüfungen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Berufszulassungen

Das Lageso erteilt und widerruft außerdem Berufserlaubnisse für Pflege- und Therapieberufe sowie das Hebammenwesen. Seit Einführung des primärqualifizierend-dualen Pflegestudiums stellte das Lageso 89 Berufsurkunden für Pflegefachpersonen aus.
Für Absolventinnen und Absolventen des Hebammenstudiums wurden seit dessen Einführung durch das Lageso 130 Berufsurkunden ausgestellt.

Ausblick und Fazit

Nach den guten Erfahrungen aus dem ersten Prüfungsausschussvorsitz werden diese ab dem Sommersemester 2026 auf weitere Studiengänge übertragen. Künftig wird das Lageso den Vorsitz eines weiteren Prüfungsausschusses für den zweiten Hebammenstudiengang sowie schrittweise in den Berliner Pflegestudiengängen übernehmen. Ziel ist es, die staatlichen Prüfungen in den Studiengängen Pflege und Hebammenwissenschaft berlinweit einheitlich, rechtskonform, fair und transparent zu gestalten und damit größtmögliche Chancengleichheit für die Studierenden zu ermöglichen sowie die Qualität der Ausbildung langfristig zu sichern.

Mit seinen neuen Aufgaben leistet das Lageso einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der akademischen Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen. Zugleich unterstützt es den weiteren Ausbau akademischer Gesundheitsberufe in Berlin, stärkt die Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen und fördert damit die öffentliche Gesundheit und Sicherheit.

Pressestelle Landesamt für Gesundheit und Soziales

Stephanie Reisinger
Pressesprecherin

Benjamin Ciupek
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit