Jahresbericht 2024 - Gesundheits- und Pflegeberufe Inland

Gesundheits- und Pflegeberufe Inland

Pflegekräfte sichern: Ausbildung und Schulen im Fokus

Der anhaltende Fachkräftemangel in der Pflege stellt das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Um die pflegerische Versorgung und die Attraktivität des Berufsbildes zu sichern, ist eine hochwertige Ausbildung von großer Bedeutung. In Berlin übernimmt das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin als zuständige Landesbehörde dabei eine Schlüsselrolle: Es führt die staatliche Aufsicht über die Pflegeschulen und die praktischen Ausbildungsstätten, berät und unterstützt sie und sorgt für die Einhaltung gesetzlicher Standards.

Generalistische Pflegeausbildung stärkt Berufsfeld
Die Ausbildung in den Pflegeberufen ist in den vergangenen Jahren grundlegend reformiert worden. Seit 2020 gibt es eine generalistische Pflegeausbildung, die alle Altersgruppen sowie Versorgungsbereiche abdeckt und zum Abschluss als Pflegefachfrau/-mann/-person führt.

Neu ist auch der akademische Weg: die Qualifikation zum Pflegeberuf kann nun über ein Bachelorstudium erworben werden. Ergänzt wird die generalistische Linie durch die Ausbildung zur Pflegefachassistenz, die 1,5 Jahre dauert. Absolventinnen und Absolventen können dadurch die Fachkraftausbildung verkürzen und sich beruflich weiterentwickeln.

Qualifizierte Beratungen von Pflegeschulen
In Berlin gibt es aktuell 40 staatlich anerkannte Pflegeschulen für die Fachkraftausbildung mit mehr als 6.000 genehmigten Ausbildungsplätzen. In der Pflegefachassistenz wurden seit 2022 23 Pflegeschulen mit über 1.000 genehmigten Ausbildungsplätzen staatlich neu anerkannt. Das ist ein besonders starker Zuwachs, im Vergleich zu 2021, als es nur sechs Schulen in dem Bereich gab.

Durch die vielfältigen rechtlichen Änderungen besteht bei den Pflegeschulen sehr hoher Beratungsbedarf. Das Referat „Gesundheits- und Pflegeberufe Inland“ des Lageso steht den Schulleitungen zur Seite und berät zu grundsätzlichen und individuellen Fragen. Oftmals geht es darum, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die wichtigen Ausbildungsplätze in der Pflege erhalten oder weitere bewilligt werden können.

  • Staatliche Anerkennung und Aufsicht über Pflege- und Gesundheitsschulen 27 Berufe 116 Schulen, davon 63 Pflegeschulen 11.430 genehmigte Ausbildungsplätze davon ca. 7.259 in Pflegeberufen
  • Staatliche Prüfungen und Erteilung von Berufs-/Weiterbildungsbezeichnungserlaubnissen 2024: 3581 staatliche Prüfungen in Gesundheits-/Pflegeberufen sowie Weiterbildungen, davon in Pflegeberufen 2338 2023: 3076 staatliche Prüfungen in Gesundheits-/Pflegeberufen sowie Weiterbildungen 2024: 2704 Erlaubnisse zum Führen der Berufs- oder Weiterbildungsbezeichnung, davon 1743 in Pflegeberufen 2023: 2840 Erlaubnisse zum Führen der Berufs- oder Weiterbildungsbezeichnung

Akademisierung der Pflege im Blick
Seit dem Jahr 2024 ist das Lageso auch für die Überwachung des an drei Berliner Hochschulen angebotenen Bachelorstudiums in der Pflege zuständig. Die Teilakademisierung der Pflegeausbildung stellt alle Beteiligten vor neue Herausforderungen. In gemeinsamen Beratungen mit den Hochschulen und der Senatsverwaltung werden neue Anforderungen gemeinsam besprochen.

Nachfragen zu individuellen Ausbildungsverläufen, Verkürzungsmöglichkeiten, Ausbildungsverlängerung, zur Eignung von Auszubildenden in der Pflege beantwortet das Lageso zudem. Auch hier steht im Fokus, Lösungen zu finden, damit den Auszubildenden das Erreichen ihres Abschlusses ermöglicht werden kann.

Staatliche Prüfungen – hohe Zahlen, klare Verfahren
Alle Auszubildenden in den Pflegeberufen müssen eine staatliche Prüfung ablegen. Das Lageso bereitet diese vor, übernimmt die verwaltungstechnische Organisation und Aufsichtsfunktionen und stellt die Zeugnisse aus. Die Zahl der Prüfungen ist entsprechend zu den vielen genehmigten Ausbildungsplätzen stark angestiegen. 2024 wurden rund 2.050 Prüfungen in der Fachkraftausbildung und 286 in der Pflegefachassistenz durchgeführt.

Das Lageso legt gemeinsam mit der Senatsverwaltung und den Schulleitungen einheitliche Prüfungsverfahren fest. Die Prüfungsausschussvorsitzenden des Lageso kontrollieren die Einhaltung der formalen Vorgaben, auch mit Blick auf Gleichbehandlung, Chancengleichheit der zu Prüfenden.

Erlaubnisse zum Führen der Berufsbezeichnung
Nach bestandener staatlicher Prüfung werden Zeugnisse gefertigt und zusätzlich auf Antrag, bei nachgewiesener gesundheitlicher und persönlicher Eignung für den Pflegeberuf, die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung ausgestellt. 2024 hat das Lageso insgesamt 1.743 Erlaubnisse für beruflich Pflegende erteilt. Damit neue Pflegekräfte schnell starten können, bearbeitet das Lageso diese Anträge mit hoher Priorität.

Fazit
Das Lageso leistet durch die systematische Aufsicht über die Schulen des Gesundheitswesens und deren praktischen Ausbildungsstätten im Land Berlin einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Pflegeausbildung. So stärkt es die Pflegeberufe, schützt Patientinnen und unterstützt eine nachhaltige Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen.

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Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso)

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