Die Gattung Cannabis gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und umfasst mehrere Arten, darunter Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis ruderalis. Die Pflanzen sind einjährig, krautig und wachsen je nach Sorte buschig oder schlank. Charakteristisch sind ihre handförmig geteilten, gezahnten Blätter und ein ausgeprägter Geruch, der durch die in den Blüten enthaltenen Terpene entsteht.
Cannabis ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt: Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf getrennten Pflanzen. Für den Anbau zum Zwecke des Konsums werden ausschließlich weibliche Pflanzen kultiviert, da sie die Blütenstände mit Harzdrüsen (Trichome) bilden, in denen die für die Nutzung relevanten Inhaltsstoffe wie Cannabinoide gebildet werden. Männliche Pflanzen werden im Rahmen des Anbaus in der Regel entfernt, da sie durch Bestäubung der weiblichen Pflanzen die Blütenproduktion und Qualität beeinträchtigen können.
Der Anbau von Cannabis erfordert spezifische Kenntnisse im Pflanzenbau. Die Pflanze stellt hohe Anforderungen an Licht, Temperatur und Luftzirkulation. Besonders in der Blütephase ist eine gute Belüftung und ein stabiles Mikroklima wichtig, um Feuchtigkeit zu regulieren und Schädlingsdruck zu minimieren. Beim Anbau im Innenraum („Indoor“) lässt sich das Klima gezielt steuern, während beim Freilandanbau („Outdoor“) standortabhängige Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Sonnenstunden und Witterung eine größere Rolle spielen.
Cannabis durchläuft mehrere Entwicklungsphasen: Keimung, Wachstumsphase (Vegetation) und Blütephase. In der Wachstumsphase werden Blattmasse und Sprossachsen gebildet, in der anschließenden Blütephase entwickeln sich die Blütenstände, die je nach Sorte 9 bis 12 Wochen zur Reife benötigen. Die Ernte erfolgt zum optimalen Zeitpunkt, wenn die Trichome – das sind kleine Harzdrüsen an den Blüten – eine milchig-trübe bis bernsteinfarbene Färbung aufweisen. Nach der Ernte ist eine sachgerechte Trocknung und Lagerung der Blüten ebenfalls entscheidend, um die Qualität zu erhalten und mikrobielle Belastung zu vermeiden.
Neben Konsumcannabis gibt es auch Industriehanf, der ebenfalls zur Gattung Cannabis gehört. Dieser enthält nur sehr geringe Mengen an THC (unter 0,3 %) und wird als landwirtschaftlicher Rohstoff verwendet – beispielsweise für Fasern, Papier, Dämmstoffe oder als Proteinquelle (Samen).
Historisch betrachtet wurde Cannabis bereits vor Jahrhunderten kultiviert und zu verschiedenen Zwecken genutzt. Der lateinische Name Cannabis sativa L. geht auf den schwedischen Botaniker Carl von Linné zurück. Heute unterliegen der Anbau, Besitz und die Abgabe von Cannabis in Deutschland klaren gesetzlichen Regelungen. Diese unterscheiden deutlich zwischen Nutzhanf, Medizinalcannabis und dem privaten oder gemeinschaftlichen Anbau von Konsumcannabis.