In Berlin entstehen zunehmend Anbauvereinigungen, die gemeinschaftlich Cannabis anbauen und an ihre Mitglieder abgeben möchten – im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Anbauvereinigungen dürfen nicht gewerblich tätig sein, das angebaute Cannabis darf ausschließlich an eigene Mitglieder abgegeben werden.
Trotz der urbanen Struktur und des begrenzten Flächenangebotes entwickelt sich in Berlin ein vielseitiges Spektrum an Anbauvereinigungen mit unterschiedlichen und kreativen Konzepten.
Jeder 10. Berliner und jede 20. Berlinerin konsumiert mindestens einmal pro Monat Cannabis, wobei der Konsum im jungen Erwachsenenalter am häufigsten ist. Der Anteil der Bevölkerung, der Cannabis konsumiert, liegt in Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt (Zeiher et al. 2023).
In Berlin ist die Zahl der Anbauvereinigungen per Verordnung auf eine je 6.000 Einwohnerinnen und Einwohner begrenzt. Aktuell können circa 650 Anbauvereinigungen mit Sitz in Berlin eine Genehmigung erhalten.
Die Standortwahl stellt in Berlin eine besondere Herausforderung dar: Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Abstände von mindestens 200 Metern (Luftlinie) zum Eingangsbereich von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Spielplätzen, ist die Lage des Standorts besonders sorgfältig zu prüfen. In einer Stadt mit hoher Dichte und vielfältiger sozialer Infrastruktur ist dies ein entscheidender Faktor.