Versuchstierhaltung

Wer Wirbeltiere zu Versuchszwecken halten oder züchten will (Versuchstierhaltung) benötigt eine Genehmigung nach § 11 Abs.1 Nr. 1 Tierschutzgesetz. Die Genehmigung erhält nur, wer sicherstellen kann, dass die Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Weiter müssen verantwortliche Personen benannt werden, die über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um eine tierschutzgerechte Haltung sicherstellen zu können. Mit dem bereit gestellten Antragsformular werden alle erforderlichen Angaben abgefragt.

Antrag Versuchstierhaltung und/oder Versuchstierzucht

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Überwachung von Versuchstierhaltungen

Herrmann, K., Ratsch, H. (2010): Bessere Haltungsbedingungen für Labortiere
Überwachung von Versuchstierhaltungen – die Frage des Enrichments, Deutsches Tierärzteblatt, 4/2010.

Wer ein Tier hält oder betreut, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend verhaltensgerecht unterbringen (§ 2 TierSchG). Die tiergerechte Anreicherung der Umwelt (Environmental Enrichment) ist unerlässlicher Bestandteil artgemäßer Tierhaltung. Das gilt auch für die Haltung von Versuchstieren. Während es für einzelne Tierarten inzwischen weiterführende Haltungsverordnungen gibt, ist das für viele der in Versuchen eingesetzten Tierarten, wie Nager, bisher nicht der Fall. Die Europäische Kommission hat 2007 von Experten erarbeitete Leitlinien mit Mindestanforderungen für die Unterbringung und Pflege von Tieren, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden, veröffentlicht (2007/526/EG), die auch Details zum erforderlichen Environmental Enrichment für die einzelnen Tierarten enthalten. Diese Leitlinien sind inzwischen in nationales Recht umgesetzt (BGBl. II, 37, S. 1713 vom 26. November 2007).
Artikel im Volltext
http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/dtbl/2010/artikel/dtb_04_s_492-499_enrich.pdf