Praktisches Jahr

Die ärztliche Ausbildung umfasst ein Studium der Medizin von 5.500 Stunden und sechs Jahren an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule, wobei das letzte Jahr des Studiums eine zusammenhängende praktische Ausbildung (Praktisches Jahr – PJ -) von 48 Wochen einschließt (§ 1 Abs. 2 Ziff. 1 der Approbationsordnung für Ärzte vom 27. Juni 2002 – ÄApprO 2002 – in der jeweils geltenden Fassung).

1. Allgemeines

Die praktische Ausbildung findet nach Bestehen des Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung statt und beginnt jeweils in der zweiten Hälfte der Monate Mai und November.

Die Ausbildung gliedert sich in Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen

  1. in Innerer Medizin
  2. in Chirurgie und
  3. in der Allgemeinmedizin oder in einem der übrigen, nicht in den Nummern 1. und 2. genannten, klinisch-praktischen Fachgebiete (Wahlfächer vgl. Liste)

Nach Anmeldung zum Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist eine Wahlfachänderung nicht mehr möglich!

2. Fehlzeiten

Auf die praktische Ausbildung werden Fehlzeiten bis zu insgesamt 30 Ausbildungstagen angerechnet, davon bis zu insgesamt 20 Ausbildungstagen innerhalb eines Ausbildungsabschnitts. Wird ein PJ-Tertial im Ausland geteilt, werden grundsätzlich keine Fehlzeiten angerechnet.

Die PJ-Tertiale von 16 Wochen finden nach den von der Charité Universitätsmedizin Berlin festgelegten Zeiträumen statt und enden jeweils an einem Sonntag. Nach § 9 Abs. 2 der PJ-Ordnung der Charité Universitätsmedizin Berlin hat teilgenommen, wer ganztägig an allen Wochenarbeitstagen in der Ausbildungsstätte anwesend war. Bei der Ausstellung der PJ-Bescheinigung ist es somit unerheblich, ob die Bescheinigung das letzte Wochenende des PJ-Tertials einschließt.

3. Teilzeit

Die praktische Ausbildung kann in Teilzeit mit 50 oder 75 Prozent der wöchentlichen Ausbildungszeit absolviert werden. Die Gesamtdauer der Ausbildung verlängert sich entsprechend. Die Einzelheiten zur Durchführung der Teilzeitausbildung sind mit dem zuständigen Büro der Charité Universitätsmedizin Berlin abzustimmen.

4. Praktische Ausbildung im Ausland

Das Praktische Jahr kann ganz oder in Teilen auch im Ausland absolviert und auf das Medizinstudium angerechnet werden, wenn die Gleichwertigkeit der im Ausland erfolgten Ausbildung mit einer im Inland zu absolvierenden Ausbildung gegeben ist.

Für Studierende der Charité Universitätsmedizin Berlin ist dies seit dem 28.05.2016 nach den Maßgaben der Länderliste des LPA Nordrhein-Westfalen möglich. Die Liste finden Sie unter folgendem Link: PJ Liste (Ausland) der anerkannten Einrichtungen

Sollte in Ausnahmefällen die Liste des LPA NRW PJ-Aufenthalte in Ländern nicht zulassen, die bisher laut Berliner Listen möglich waren, kann für eine Übergangszeit eine Anrechnung bei Vorlage aller erforderlichen Nachweise trotzdem erfolgen. Sofern PJ-Aufenthalte an Universitäten oder Krankenhäusern geplant werden, die nicht auf der NRW-Liste erfasst sind, werden vom PJ-Büro der Charité beauftragte Fachvertreter auf Antrag der Studierenden die Voraussetzungen prüfen und ein Gutachten erstellen, aufgrund dessen das Landesprüfungsamt bei Vorlage der ordnungsgemäßen Nachweise in diesem Einzelfall den PJ-Aufenthalt anrechnen wird.

An anderen als den o.g. Universitäten absolvierte praktische Ausbildungszeiten im Ausland können grundsätzlich nicht auf das Praktische Jahr angerechnet werden.

In den Pflichtfächern Innere Medizin und Chirurgie muss die Abteilung des ausländischen akademischen Lehrkrankenhauses mindestens 60 Betten umfassen (§ 4 Abs. 1 ÄApprO 2002). Die Bescheinigung für „Innere Medizin“ muss auf „Internal Medicine“, die Bescheinigung für „Chirurgie“ auf „Surgery“ oder „General Surgery“ ausgestellt sein. Eine Subdisziplin wird nicht anerkannt.

Die einzelnen Tertiale können auch im Ausland nur zu den von der (hiesigen) Universität festgelegten Zeiten begonnen werden, ein früherer Beginn zumindest des 1. Tertials ist nicht möglich. Die Tertiale zwei und drei können durch Inanspruchnahme der zulässigen Fehltage zeitlich ein wenig verschoben werden. Auch das PJ im Ausland sollte mit dem offiziellen Ende des dritten Tertials abgeschlossen sein. In begründeten Ausnahmefällen kann das PJ im Ausland später abschließen, spätestens jedoch Ende April oder Ende Oktober, andernfalls wird die Zulassung wegen fehlender Tertial Bescheinigungen in der laufenden Prüfungsphase nicht erteilt.

Die praktische Ausbildung ist Teil des Medizinstudiums, deshalb ist bei einem Auslands-PJ eine Immatrikulation an der Universität, an der dieser Studienteil abgelegt werden soll, notwendig. Ist eine formelle Immatrikulation nicht möglich, ist ersatzweise auf dem für das Ausland vorgesehenen PJ-Vordruck die Gleichstellung mit dem Status eines Studierenden der Medizin mittels Siegel und Unterschrift durch die für die Immatrikulation zuständige Stelle der Universität zu bestätigen.

Grundsätzlich kann ein Ausbildungsabschnitt (Tertial) nicht aufgeteilt werden, sondern ist zusammenhängend in 16 Wochen abzuleisten. Ausnahmsweise kann maximal ein PJ-Tertial geteilt werden, wenn mindestens 8 Wochen dieses Tertials im Ausland absolviert werden. In diesem Fall werden Fehlzeiten grundsätzlich nicht angerechnet, d.h. es muss komplett mit 2 × 8 Wochen (Arbeitswoche im PJ ist Mo-Fr) abgeleistet werden.

Die Anrechnung im Ausland erbrachter praktischer Ausbildungszeiten erfolgt auf Antrag. Der Antrag und die entsprechenden Original-Nachweise sind umgehend nach Ableistung des PJ im Ausland einzureichen. Hierfür ist der entsprechende Vordruck zu verwenden. Die letzten beiden Studienbuchseiten sind dem Antrag beizufügen.

Sollten die zur Verfügung gestellten zweisprachigen Vordrucke (deutsch/englisch, deutsch/französisch, deutsch/spanisch) nicht verwendet werden, ist den fremdsprachigen Originalunterlagen zusätzlich eine von einem vereidigten Dolmetscher gefertigte deutsche Übersetzung beizufügen. Sollte eine Einrichtung, die die PJ-Bescheinigung (mit-) ausstellt (Universität oder Krankenhaus) in Ausnahmefällen weder über einen Stempel noch über ein Siegel verfügen, kann eine entsprechende PJ-Bescheinigung, die inhaltlich der auf unserer Internetseite zur Verfügung gestellten Bescheinigung entspricht, auf einem Kopfbogen der Einrichtung ausgestellt werden.

Stempel oder Siegel in nicht lateinischen Buchstaben (z.B. arabisch, griechisch, hebräisch) müssen ebenfalls eine offizielle deutsche Übersetzung erhalten.

Die Anrechnung von PJ-Tertialen nach der ÄApprO 2002 ist gebührenpflichtig.

Liste der PJ-Fächer

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Bescheinigung über das Praktische Jahr

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Bescheinigung über die praktische Ausbildung in einem Krankenhaus in deutsch und englisch

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Bescheinigung über die praktische Ausbildung in einem Krankenhaus in deutsch und französisch

PDF-Dokument (20.2 kB)

Bescheinigung über die praktische Ausbildung in einem Krankenhaus in deutsch und spanisch

PDF-Dokument (20.3 kB)

Antrag auf Anrechnung der praktischen Ausbildung im Ausland

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Äquivalenzbescheinigung über die Praktische Ausbildung im Ausland

PDF-Dokument (51.5 kB)

Bestätigung vorhandener Einrichtungen Praktisches Jahr Ausland

PDF-Dokument (98.1 kB)