Pack die Badehose ein: Die Badesaison an den offiziell ausgewiesenen Berliner Badestellen geht vom 15. Mai bis zum 15. September. In dieser Zeit wird ihre Qualität mindestens alle 14 Tage kontrolliert. Das Landeslabor Berlin Brandenburg (LLBB) nimmt im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) Wasserproben und untersucht sie. Das Lageso bewertet die Ergebnisse und informiert mit einem Ampelsystem über die aktuelle Berliner Badegewässerqualität.
Für ungetrübten Badespaß in Berlin: So wird die Wasserqualität überwacht
Bild: Lageso Berlin
So wird die Wasserqualität überwacht
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Überwachung der Badegewässer
Bild: Lageso
In den Sommermonaten werden die offiziell ausgewiesenen Berliner Badestellen regelmäßig auf ihre Badegewässerqualität überprüft. Vom 15. Mai bis 15. September, so lang dauert die Badesaison, nimmt das Landeslabor Berlin Brandenburg im Auftrag des Lageso in mindestens 14-tägigen Abständen Wasserproben und wertet diese aus. Das Lageso beurteilt die Ergebnisse.
Zur Überwachung gehören die Probenahme an festgelegten Messstellen, Messungen direkt an der Badestelle, die Untersuchung im Labor und die Bewertung der Qualität des Gewässers.
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Probenahme durch das Landeslabor
Bild: Lageso
Wasser ist ein dynamisches System. Einige Werte müssen sofort gemessen werden. Dies macht das Landeslabor unmittelbar vor Ort im mobilen Messfahrzeug. Es ist als mobiles Labor ausgebaut und bietet auch Kühlmöglichkeiten für den Transport der Proben, die später im Labor untersucht werden.
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Das wird direkt an der Badestelle gemessen
Bild: Lageso
Die Probenehmer des Landeslabors prüfen die Sichttiefe. Dafür wird eine weiße Secchi-Scheibe ins Wasser abgesenkt. Sie ist an einer markierten Messleine befestigt, an der sich ablesen lässt, in welcher Tiefe die Scheibe nicht mehr sichtbar ist. Die Sichttiefe liefert Hinweise auf das Algenwachstum. Zugleich ist sie relevant für die Sicherheit beim Baden, wenn es darum geht, Menschen zu sichten und zu orten, die vom Ertrinken bedroht sind.
Weitere Vor-Ort-Parametersind die elektrische Leitfähigkeit, der pH-Wert sowie die Sauerstoffkonzentration. Die Leitfähigkeit hängt u.a. von gelösten Mineralien ab und kann eine erhöhte Belastung des Gewässers anzeigen. Der pH-Wert beeinflusst chemische und biologische Vorgänge im Gewässer. Die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser spielt für die Lebensbedingungen von Wasserorganismen eine wichtige Rolle. Da sie insbesondere von der Temperatur abhängt, wird teilweise auch die Sauerstoffsättigung bestimmt.
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Das wird in den Laboren untersucht
Bild: Lageso
Die Wasserproben für die Mikroorganismen entnimmt der Probenehmer mithilfe eines Teleskopschöpfers.
Im mobilen Messfahrzeug und im Labor werden die Proben biologisch und chemisch untersucht. Wichtige Untersuchungsbereiche sind:
- Indikatorbakterien: Untersucht werden insbesondere Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken. Diese Bakterien dienen als Anzeiger für fäkale Verunreinigungen. Erhöhte Werte weisen darauf hin, dass auch weitere Darmkeime oder Krankheitserreger im Wasser in gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen vorkommen.
- Phytoplankton (pflanzliche Kleinstlebewesen) werden mit einem speziellen Netz aus der Wasserprobe gefiltert. Im Labor werden die verschiedenen Arten und die Gesamtmenge bestimmt.
- Cyanobakterien: eine Fluoreszenzmessung kann Hinweise auf die Belastung des Gewässers mit Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, geben. Einige Arten können Giftstoffe bilden, die unter anderem Hautreizungen, allergische Reaktionen oder Atemwegsbeschwerden auslösen können. Die Konzentrationen dieser Giftstoffe werden anlassbezogen bestimmt, wenn an Gewässern besonders hohe Blaualgenbelastungen nachgewiesen werden.
- Nährstoffe: Die Proben werden auf unterschiedliche Formen von Stickstoff und Phosphor untersucht. Diese Nährstoffe beeinflussen das Algenwachstum und die ökologische Entwicklung eines Gewässers.
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So werden die Ergebnisse bewertet
Das Lageso beurteilt die Untersuchungsergebnisse und veröffentlicht sie auf der Webseite der Badestellen in Berlin.
Werden bestimmte Werte über- oder unterschritten, können die zuständigen Behörden Badewarnungen, Verhaltensempfehlungen oder gar Badeverbote aussprechen. Das Lageso ist für Badegewässer der I. Ordnung (fließende Gewässer), die Gesundheitsämter der Bezirke für die II. Ordnung (stehende Gewässer) zuständig, dies bestimmt die Wassergesetz Berlin.
- Grün – zum Baden geeignet: Es gibt keinen Hinweis auf eine relevante mikrobiologische oder sonstige hygienische Belastung.
- Gelb – Warnhinweise beachten: Das Baden ist weiterhin erlaubt, es liegen jedoch Untersuchungsergebnisse, aktuelle Ereignisse oder Prognosen vor, die auf eine mögliche mikrobiologische Belastung hinweisen.
- Rot – Baden verboten: Es liegen relevante Belastungen oder mehrmalige Grenzwertüberschreitungen vor. Aus hygienischen Gründen wird zur Gefahrenabwehr ein Badeverbot ausgesprochen.
In die Bewertung fließen neben den letzten Routineuntersuchungen auch die Erkenntnisse aus dem Badegewässerprofil ein.
Wasserproben des LLBB an der Badestelle
Das LLBB untersucht:
Das Lageso:
Das Referat für Wasserhygiene und umweltbezogener Gesundheitsschutz sowie Surveillance und Epidemiologie von Infektionskrankheiten
Kontakt
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