Gute gesunde Schule

Schülerin isst Apfel im Klassenraum
Bild: SenBJW

Zum guten Lernen gehört auch körperliches Wohlbefinden. Eine gute Ernährung, Bewegung und ein gesundheits-bewusstes Verhalten sind dafür Voraussetzung. Die Gesundheit der Kinder zu fordern und zu fördern, ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule. Das Bewusstsein für ein gesundes Leben beginnt im Elternhaus und wird aktiv in Kitas und Schulen fortgesetzt.

Bildung und Gesundheit gehen Hand in Hand!

Doch eine gute gesunde Schule bedeutet mehr als ein ausgewogenes Frühstück in der Pause, als Bewegungs- und Entspannungsangebote für Schülerinnen und Schüler und die Behandlung von Themen aus dem Gesundheitsbereich im Unterricht. Die Entwicklung und Organisation des Unterrichts selbst trägt entscheidend zur Gesundheit von Schülern sowie deren Lehrkräften bei.

Eine gute gesunde Schule hat eine Schulleitung, die Gesundheitsmanagement als Teil ihrer Führungsaufgabe versteht und die Organisationsentwicklung der Schule mit dem Focus auf Gesundheit betreibt.

In einer guten gesunden Schule ist der Informationsfluss für alle verlässlich gewährleistet, Entscheidungen werden mit Beteiligung von Lehrkräften, Eltern, Schülern, Erziehern und weiteren Mitarbeitern getroffen. Für gute Kommunikationsstrukturen und Teamentwicklung wird gesorgt. Das Schulklima einer guten gesunden Schule ist von Anerkennung, Respekt, Unterstützung und Kooperation geprägt und trägt zur Zufriedenheit der Lehrkräfte und somit zu ihrer Gesundheit bei.

Gesunde und zufriedene Lehrkräfte sind ein entscheidender Baustein einer guten gesunden Schule, denn Bildung und Gesundheit gehen Hand in Hand!

Landesprogramm für die gute gesunde Schule

Seit 2006 gibt es in Berlin das Landesprogramm. Inzwischen sind 65 Schulen in Berlin auf dem Weg zur guten gesunden Schule.

Curriculum für die gute gesunde Schule

Cover Curriculum
Bild: SenBJW

Gesundheitsförderung und Prävention sind vorrangige Schulentwicklungsaufgaben, so hat es die Kultusministerkonferenz der Länder am 15. November 2012 beschlossen. Berlin schafft mit diesem Curriculum als erstes Bundesland für alle Schulen gemeinsame Standards und überprüfbare Entwicklungsziele zur Umsetzung dieser Aufgaben.

Gesund lernen – Gesund lehren – Gesund leiten

Bewegungsmangel, schlechte Ernährungsgewohnheiten, schwieriges Schulklima, Mobbing und Suchtmittelmissbrauch beeinflussen entscheidend den Bildungserfolg unserer Kinder und Jugendlichen.

Ein Unterricht, der viele Bewegungsmöglichkeiten bietet, Entspannungsphasen einschließt, Beteiligung und Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler fördert, führt dazu, dass unsere Kinder Schritt für Schritt den Umgang mit Stress und verantwortungsbewusstes Gesundheitsverhalten erlernen.

Gesundheitsverhalten und Stresskompetenz von Lehrkräften haben eine wichtige Vorbildrolle für diesen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler. Wo es Schulleitungen gelingt, Zusammenarbeit, Akzeptanz und Wertschätzung aufzubauen und viele Eltern einzubinden, wird die Schule für alle Beteiligten ein gesunder Lebens- und Arbeitsort.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat 13 Lehrkräfte als Koordinatoren für Schulische Prävention beauftragt, die Schulleitungen und Steuergruppen der Schulen in den zwölf Bezirken zu beraten und gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Berliner Krankenkassen und Verbände beim Aufbau guter gesunder Schulen zu begleiten.

Das Mittagessen in der Schule wird besser

Kinder beim Schulmittagessen
Bild: SenBJW

Bei der Auswahl der Anbieter von Schulverpflegung ist künftig nicht mehr der Preis, sondern die Qualität entscheidend. Eine Jury an den Schulen, bei der auch Kinder mitwirken, wird die angebotenen Mahlzeiten kosten und beurteilen, ob sie für die Schüler attraktiv, schmackhaft und gesund sind.

Die Berliner Bezirke haben die Schulverpflegung auf der Grundlage einer Musterausschreibung europaweit ausgeschrieben. Wer sich bewirbt, muss zahlreiche Vorgaben erfüllen, um die Qualität des Essens sicherzustellen. Das Angebot muss hinsichtlich der Attraktivität für Kinder den geltenden Standards entsprechen. Das Essen muss zu einem vorgeschriebenen Anteil aus frischem Obst oder Gemüse bestehen und aus ökologischer Produktion stammen. Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe, Aromen und Süßstoffe, aber auch Formfleisch und gentechnisch veränderte Lebensmittel sind bei der Zubereitung verboten. Die Kinder sollen klar erkennen können, was sie bestellen, daher müssen Speisen und Inhaltsstoffe eindeutig bezeichnet werden.

Für die Mittagsgerichte gilt künftig ein Festpreis von 3,25 Euro. Davon werden 30 Prozent wie bisher vom Land Berlin getragen. Die Eltern zahlen für das Mittagessen künftig monatlich 37 Euro pro Kind. Bedürftige Kinder erhalten aus dem Bildungspaket ein vergünstigtes Essen für 1 Euro pro Tag und Familien in einer Notsituation können von der Schule durch eine Härtefallregelung unterstützt werden.

Studie zu Kosten und Qualität der Schulverpflegung

In der Studie wurde ermittelt, wie viel ein Schulmittagessen in Berlin kosten müsse, das den allgemein anerkannten Qualitätsstandards genügt. Sie ist Grundlage für die folgende fachliche Diskussion mit Eltern, Schülern, Schulen und Bezirksämtern. Ziel ist, die Qualität der Essensversorgung zu verbessern und zu sichern.

Das Testessen hat begonnen

Die Mittagessensausschüsse testen und bewerten jetzt die von den Anbietern zubereiteten Mahlzeiten nach Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Anschließend werden die von den Anbietern vorgelegten Umsetzungskonzepte bewertet.

Bis zum Jahresende erfolgt die Auswahl der Caterer, die künftig die Schulmittagessen anbieten. Grundlage für das Verfahren ist eine Handreichung zur Neuordnung des Mittagessens, die den Schulen zur Verfügung gestellt wurde.

Unsere Schule is(s)t gesund

Die Checkliste für ein gesundes Pausenangebot an Berliner Schulen der Bildungsverwaltung und der AOK Berlin ist eine Hilfestellung für die Schulkonferenz, die über das Warenangebot in der Schulcafeteria entscheidet. Alle dort als „grün” gekennzeichneten Lebensmittel sind empfehlenswert, die „roten” sollten möglichst vermieden werden.

In der Checkliste finden somit alle Schulen Hinweise zur Verwendung gesunder, empfehlenswerter Lebensmittel und auch solcher, die möglichst nicht in der Schule verkauft werden sollten.

Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin

Mitarbeiter der Vernetzungsstelle
Bild: SenBJW

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin arbeitet seit 2002 als unabhängige Initiative von Eltern zur Verbesserung des Verpflegungsangebotes an Grundschulen im Bezirk Pankow.

Mit dem Modellvorhaben „Gesunde Schulverpflegung an Berliner Ganztagsschulen“, gefördert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, unterstützte die Vernetzungsstelle in den Jahren 2004/2005 die neuen gebundenen Berliner Ganztagsgrundschulen bei der Einführung und Gestaltung ihres Schulverpflegungsangebots.

Seit März 2006 ist die Vernetzungsstelle ein gemeinnütziger Verein. Der Verein unterstützt jegliche Aktivitäten, die geeignet sind, eine qualitativ hochwertige und gesundheitsfördernde Gemeinschaftsverpflegung von Kindern und Jugendlichen zu sichern sowie Ernährungs- und Verbraucherbildung aller an der Gemeinschaftsverpflegung beteiligten Akteure zu fördern.

Die Vernetzungsstelle erarbeitete bereits im Jahr 2003 gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und der AOK Berlin die bundesweit ersten Standards für die Qualität von Schulverpflegung. Mit der Definition von „Schulverpflegung mit Qualität als Teil des Bildungsauftrags“ durch die Senatsverwaltung Bildung wurde 2005 die Vorbildfunktion schulischer Verpflegung für die Ausprägung eines gesundheitsfördernden Lebensstils hervorgehoben

Seit November 2008 führt der Verein im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin das IN FORM-Projekt „Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin“ durch.

Grün macht Schule

Schüler im Schulgarten
Bild: SenBJW

Beratungsstelle für ökologische und kindgerechte Schulhofgestaltung

„Grün macht Schule” informiert, berät und betreut Schulen und schulische Initiativen bei der Planung und Durchführung von Umweltprojekten, insbesondere bei der Schaffung und Gestaltung kindgerechter, naturnaher Freiflächen und ökologischer Lernorte auf Schulgeländen.

Schwerpunkte sind die Durchführung von regionalen und überregionalen Fortbildungsveranstaltungen und die Begleitung und Koordination von Planungs- und Bauprozessen in enger Kooperation mit Landschaftsplanern und den beteiligten Verwaltungen und Organisationen.

Oberste Prinzipien von „Grün macht Schule” sind die Hilfe zur Selbsthilfe und die Beteiligung der Lehrern und Schülern, aber auch der Eltern und des Schulumfeldes an allen Phasen der Umgestaltung sowie die Integration der Schul(hof)projekte in den Lern- und Lebensalltag der Schüler.

Statt großflächiger, übersichtlicher, aber erlebnisarmer Schulhöfe entstanden in den letzten Jahren mit Unterstützung von „Grün macht Schule” in Berlin immer mehr kleinräumige, mit fantasievollen künstlerischen Objekten, Spiel-, Bewegungs- und Kommunikationsangeboten angereicherte Schulhöfe, die auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden können.