Gewaltprävention

Depressiver kleiner Junge

Konflikte lassen sich auch an Schulen nicht vermeiden – aber deren Lösung ohne Gewalt muss das Ziel sein. Viele Initiativen, Projekte und Programme zum sozialen Lernen helfen, das Schulklima zu verbessern und die Kompetenz im Umgang mit Krisensituationen zu stärken. Gewalt vorzubeugen ist eine wichtige Aufgabe der Schulentwicklung. Gewaltprävention ist bereits in vielen Schulprogrammen verankert.

Jugendgerichtsprojekt

Das Jugendgerichtsprojekt ist ein Präventionsangebot für Schulen zum Jugendstrafrecht. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Thema Gewalt und deren juristischen Folgen und werden so in ihrer Sozialkompetenz und in ihrem Rechtsbewußtsein gestärkt und lernen auch alternative Konfliktlösungen kennen.

Von der Straftat bis zum Urteil

Während des Projektes werden alle Stationen eines Jugendstrafverfahrens – von der fiktiven Straftat bis zum Urteil durch das Jugendgericht – von den Schülerinnen und Schülern nachgespielt. Anhand der jeweiligen Rolle als Täter, Opfer oder Zeuge werden die Jugendlichen angeregt, sich mit Straftaten und deren Verurteilung vor dem Jugendgericht auseinander zu setzen.

Gerichtsverhandlung

Gleichzeitig befassen sich die Schülerinnen und Schüler in der fünftägigen Projektwoche mit dem Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und speziell mit dem Jugendstrafverfahren. Höhepunkt ist dann die gespielte Verhandlung der Straftat im Amtsgericht Tiergarten. Die Besonderheit des Jugendgerichtsprojekt besteht in der Mitwirkung realer Akteure aus den Bereichen Polizei, Jugendhilfe und Justiz, die in authentischer und anschaulicher Weise ihre Rollen und ihre Aufgaben im Rahmen von Jugendstrafverfahren vermitteln.

Während der Vorbereitung und in der Nachbereitungsphase lernen die Jugendlichen zudem die Arbeitsinhalte und Qualifikationswege von Berufen in den Bereichen Jugendhilfe/Soziale Arbeit, Sicherheit und Ordnung sowie Justiz kennen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Förderung der Berufsorientierung und der Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Ziele

Die Jugendlichen sollen durch das Jugendgerichtsprojekt
  • das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und das Jugendstrafverfahren kennenlernen,
  • dabei unterstützt werden, geltende Rechtsnormen zu akzeptieren,
  • in ihrem Rechtsbewusstsein und ihrer Sozialkompetenz gestärkt werden,
  • alternative Konfliktlösungsstrategien zur Vermeidung von Gewalt aufgezeigt bekommen und
  • in ihrer Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz gestärkt werden.

Die Ursprünge des Projektes gehen zurück auf das von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt entwickelte Konzept „Rechtskundepaket – Recht aufschlussreich“ und wird von freien Träger der Jugendhilfe und Honorarkräften durchgeführt. Sie gestalten und organisieren die Jugendgerichtsprojekte mit den interessierten Schulen und in Zusammenarbeit mit den Präventionsbeauftragten der Polizei Berlin, Jugendgerichtshelfern, Staatsanwälten, Richtern, Rechtsanwältinnen und Diversionsmittlerinnen der Stiftung SPI.

Weitere Informationen zum Jugendgerichtsprojekt finden Sie auf der projekteigenen Website www.rechtskunde-projekt.de.

Notinsel

Kinder wachsen heute in einer Gesellschaft auf, in der Gefahren überall lauern. Die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel hat mit der Notinsel ein Zeichen geschaffen, das Kindern sichere Zufluchtsorte bietet. An 230 Standorten deutschlandweit signalisieren ca. 17.000 Geschäfte, die das Notinsel-Zeichen an der Tür tragen, den Kindern: “Wo wir sind, bist Du sicher.”

Mit dem deutschlandweit größten Kinderschutzprojekt im öffentlichen Raum gelingt es, Kindern in akuten Gefahrensituationen Schutz zu bieten, Menschen zum Hinsehen und Handeln zu bewegen und ein breites Bewusstsein für Kinder zu schaffen.

Notinseln nehmen die großen und kleinen Probleme von Kindern ernst und helfen in Not- und Gefahrensituationen. Mit der Notinsel-APP planen Eltern und Kinder ihre sicheren Wege, haben alle Notinseln im Blick und die wichtigen Notrufnummern im Fall der Fälle sofort parat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.notinsel.de/

Polizei Berlin

Die Berliner Polizei führt regelmäßig Anti-Gewalt-Veranstaltungen in den 5. bis 8. Klassen durch. Das sind Unterrichtseinheiten, die sich um spezielle Themen oder Probleme drehen, z. B. zur Drogenproblematik oder Rechtsextremismus.

Das optimierte primärpräventive Programm verbindet die polizeilichen Verhaltenstipps und Rollenspiele mit der Kompetenzvermittlung der pädagogischen Lerninhalte durch die Lehrkräfte. Die Schülerinnen und Schüler erlernen somit den deeskalierenden Umgang mit gewalttätigen Konfliktsituationen innerhalb und außerhalb des Schulbetriebs.

pax-an!

Hinter dem Namen pax-an! verbirgt sich ein engagiertes Team von Lehrkräften und Sozialpädagoginnen, die seit über 20 Jahren die Idee der konstruktiven, gewaltfreien Schulkultur in Fortbildungen an Teilnehmerinnen und Teilnehmern aller Schularten weitergeben. Die Kurse umfassen außer der Ausbildung zum/zur Schulmediator/in auch weitere wichtige Bereiche der schulischen Prävention wie Gewalt in der Sprache, Demokratie im Klassenzimmer und Soziales Lernen.
Sämtliche Trainerinnen und Trainer des Teams pax-an! arbeiten an Berliner Schulen. Das ist der Garant für optimalen Praxisbezug. Das Team führt die Ausbildungsgruppen in zwei aufeinander folgenden Jahreskursen zuverlässig zum Zertifikat “Schulmediatorin/Schulmediator nach dem Berliner Konfliktlotsenmodell®”.

Das Berliner Konfliktlotsenmodell®

Im Unterschied zum reinen Streitschlichten lernen Schülerinnen und Schüler, wie sie Konfliktparteien durch deren Konflikt lotsen können, daher der Name “Konfliktlotse”. Sie nehmen im Konfliktfall eine nicht wertende, überparteiliche Haltung ein und ermöglichen in der Mediation einen tieferen Einblick auf die dahinter liegenden Beweggründe und verletzten Bedürfnisse. Die Idee, dass Schülerinnen und Schüler Gleichaltrige bei der Klärung ihrer Konflikte begleiten, unterstützt gleichermaßen den Gedanken der Partizipation und der Peer-Education.

Während die Heranwachsenden sich aktiv an der Lösungsfindung beteiligen, gehen sie gestärkt aus dem Prozess heraus und haben die Chance, die neu gewonnenen Erkenntnisse in einen nächsten Konfliktfall zu übertragen.

Downloads

Handreichung Schulmediation

Die Handreichung bietet einen Überblick über die Schulmediation in all ihrer Vielfalt und zeigt die verschiedenen Gelingensbedingungen auf. Sie kann als Anregung für die Implementierung und als Nachschlagewerk genutzt werden.

PDF-Dokument (4.1 MB)

Was ist ein Tat-Ausgleich?

Der Tat-Ausgleich ist ein Gesprächsangebot, um Konflikte in der Schule wie Diebstahl, Beleidigungen, Bedrohungen, Mobbing oder Gewalt so zu lösen, dass man sich „wieder in die Augen schauen kann”, dass Vorfälle aufgearbeitet und mögliche Wiedergutmachungen geregelt werden können. Wird eine neutrale Vermittlungsperson von den Betroffenen gewünscht, bieten neben den Schulen auch die Schulpsychologen ihre Unterstützung und Hilfe zur Schlichtung an.

PDF-Dokument (497.9 kB)

Die Anti-Gewalt-Fibel Berlin-Brandenburg

Die Anti-Gewalt-Fibel bietet für aktuelle Gewaltsituationen direkt einsetzbare Hilfe und benennt außerdem Ansprechpartnerinnen und -partner für Berliner und Brandenburger Schulen, die bei der Gewaltprävention und -intervention beratend tätig sind.

PDF-Dokument

Die Anti-Mobbing-Fibel Berlin-Brandenburg

Der Ratgeber gegen Mobbing zeigt Methoden und Strategien auf, bietet Fallbeispiele an, beschreibt präventive Wege, benennt Empfehlungen für Cyber-Mobbing und listet die Ansprechpartner auf.

PDF-Dokument

Orientierungs- und Handlungsrahmen Gewaltprävention

Der Orientierungs- und Handlungsrahmen Gewaltprävention ergänzt den Rahmenlehrplan und unterstützt die Pädagogen an den Schulen, Schülerinnen und Schüler an Gewaltverzicht und Konfliktlösung heranzuführen.

PDF-Dokument (1.0 MB)